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12.05.2014

18:19 Uhr

Wegen Totschlags

Ex-Justizsenator Kusch in Sterbehilfe-Fall angeklagt

Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass Kusch einen Präzedenzfall schaffen und die gerichtliche Entscheidung erzwingen wollte. Wann es zu diesem Prozess nun kommt, ist offen. Kusch leitet einen Verein für Sterbehilfe.

Roger Kusch (CDU) ehemaliger Justizsenator von Hamburg und Leiter eines Vereins für Sterbehilfe, wird wegen Totschlags angeklagt. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass Kusch genau dies auch provozieren wollte. dpa

Roger Kusch (CDU) ehemaliger Justizsenator von Hamburg und Leiter eines Vereins für Sterbehilfe, wird wegen Totschlags angeklagt. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass Kusch genau dies auch provozieren wollte.

HamburgDie Hamburger Staatsanwaltschaft hat den ehemaligen Justizsenator Roger Kusch, der einen Sterbehilfeverein leitet, wegen Totschlags angeklagt. Die Behörde wirft Kusch nach einer Mitteilung vom Montag vor, gemeinsam mit einem Nervenarzt zwei Frauen „in mittelbarer Täterschaft“ getötet zu haben. Wann es einen Prozess vor dem Landgericht geben könnte, ist noch offen. Nach Ansicht der Anklagebehörde wollten die beiden Männer einen Präzedenzfall in Deutschland in der Sterbehilfe schaffen.

Kusch ist Vorsitzender des Vereins Sterbehilfe Deutschland. Der Facharzt für Nervenheilkunde sei regelmäßig für den Verein als psychiatrischer Gutachter tätig gewesen, ergänzte die Staatsanwaltschaft. Die Frauen, die im Alter von 81 und 85 Jahren im Juni 2012 dem Verein beigetreten waren, starben im November 2012.

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Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft sollen sich die Beschuldigten Anfang 2012 entschlossen haben, „einen Präzedenzfall in der "Sterbehilfe", nämlich in Bezug auf eine Begleitung bis in den Tod, zu schaffen“. Es sei ihnen darauf angekommen, in Hamburg eine gerichtliche Entscheidung zu erzwingen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, „dass die Angeschuldigten nicht Hilfe zum Sterben leisteten, sondern selbst die Tatherrschaft über die Selbsttötung hatten und die Betroffenen nicht frei von Willensmängeln handelten“. Der Verein wollte sich am Montag nicht äußern, lud aber zu einer Pressekonferenz am Dienstag mit Kusch ein.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

12.05.2014, 19:02 Uhr

Wieder ein Politiker!!

Account gelöscht!

13.05.2014, 08:04 Uhr

Es wird Zeit das Kusch sein eigenes Zeug schluckt! Nichts gegen eine Sterbehilfe in geprüften Einrichtungen aber wer
als letztes Kusch sieht... der will Leben.

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