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07.01.2014

07:05 Uhr

Wegen Wechsel zur Bahn

Kritik an Pofalla reißt nicht ab

Der mögliche Wechsel von Ex-Kanzleramtschef Pofalla auf einen Spitzenposten bei der Bahn empört: Die CDU-Basis in seinem Bezirksverband fühlt sich betrogen, ein Staatsrechtler spricht von „bezahlter Korruption“.

Die Parteibasis vom Niederrhein fühlt sich von Ronald Pofalla (CDU) im Stich gelassen. dpa

Die Parteibasis vom Niederrhein fühlt sich von Ronald Pofalla (CDU) im Stich gelassen.

BerlinDer frühere Kanzleramtschef Ronald Pofalla bleibt wegen seines möglichen Wechsels in den Vorstand der Deutschen Bahn in der Kritik. Diese wird nun auch an der CDU-Basis in seinem Bezirksverband Niederrhein laut. Die Gewerkschaften im Bahn-Bereich reagieren mit Unverständnis. Der Staatsrechtler Hans Herbert von Arnim spricht von einer „Form der bezahlten Korruption“.

Von Arnim sagte der Nachrichtenagentur dpa, das Vorgehen begründe den Verdacht der Interessenkollision, denn Pofalla könne schon in seinem politischen Amt die Interessen seines künftigen Arbeitgebers mit im Blick gehabt haben. Pofalla erschüttere damit das Vertrauen der Menschen in die Demokratie und beschädige das Ansehen des Kanzleramtes und der demokratischen Repräsentanten insgesamt.

Um solche Fälle zu verhindern, müsse eine Karenzzeit von fünf Jahren eingeführt werden. Sie sollte zumindest für die Regierungsmitglieder gelten, die in ein Unternehmen wechseln wollen, mit dessen Bereich sie amtlich zu tun hatten, sagte von Arnim.

Fakten zur Deutschen Bahn

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2013 einen Umsatz von 19,4 Milliarden Euro (19,5 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum). Insgesamt kam die Bahn 2012 auf einen Umsatz von 39,30 Milliarden Euro.

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug im ersten Halbjahr 2013 eine Milliarde Euro (1,3 Milliarden Euro im Vorjahr).

Halbjahresergebnis nach Steuern

Halbjahresergebnis nach Steuern: 554 Millionen Euro (Vorjahr: 783 Millionen Euro).

Mitarbeiter

Ende Juni 2013 hatte der Staatskonzern etwa 295.700 Mitarbeiter, fast drei Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt 2012.
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Fahrgäste Bahnverkehr pro Tag

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr in Deutschland: 991 Millionen (Vorjahr: 981 Millionen). Davon waren 62,5 Millionen im Fernverkehr unterwegs.

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Die Logistiksparte der Bahn transportierte Güter mit einem Gesamtgewicht von 196,7 Millionen Tonnen (ein Minus von über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Schienennetz

Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist weiter leicht geschrumpft. Es hat noch einen Länge von 33.492 Kilometer, 13 Kilometer weniger als Ende 2012.

Ein CDU-Ratsmitglied vom Niederrhein, wo Pofalla sei 13 Jahren Vorsitzender des Bezirksverbandes ist, wirft ihm nach einem Zeitungsbericht vor, seine Wähler „betrogen“ und die CDU im Kreis Kleve „jämmerlich im Stich gelassen“ zu haben. Die Mail mit der Kritik kursiere in mehreren CDU-Bezirksverbänden, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“. Der Verfasser resümiere, er sei von Pofallas möglichem Wechsel zur Bahn „sehr, sehr enttäuscht“.

Auch andere CDU-Funktionäre am Niederrhein hätten Pofallas Verhalten heftig kritisiert, schreibt die Zeitung weiter. So habe der CDU-Stadtverbandschef in Kleve, Jörg Cosar, erklärte, der Vorgang habe „mit politischer Kultur nichts mehr zu tun“ und sei auch für die Chancen der CDU bei den anstehenden Kommunalwahlen „nicht gerade günstig“.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

07.01.2014, 07:33 Uhr

Pofallas Wechsel auf der Kippe? Ich hoffe das Thema Pofalla und der deutschen Bahn, werden endlich beendet. Er hat noch nie etwas mit der Bahn zu schaffen, also braucht sie diesen Frühstückdirektor und überbezahlten Arroganten, Aggressiven ex Politiker nicht.
Weg mit diesem Schläger.

Account gelöscht!

07.01.2014, 10:03 Uhr

"Politik und Parteien" sind viel zu stark vertreten in Medien und Privatwirtschaft.

Diese sogenannten "Lenker" sollen "ferngesteuert von der Politik" Planwirtschaft einführen und können darum nicht mehr frei entscheiden.

Erst Politik als Ideologischer Vasall und höriger Partei-Soldat - dann ABKASSIEREN in der Wirtschaft und "nochmal ferngesteuerter Vasall" sein. Davon träumt Pofalla.

Schluss damit. Weg mit den fergesteuerten Politik-Köpfen. Diese geldgierigen charakterlosen Typen sind überall "beigemischt". Ekelhaft !

naund

07.01.2014, 13:07 Uhr

pofaller hat das pech kein moslem zu sein. Sonst wäre nämlich alles gut so.

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