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19.12.2013

09:56 Uhr

Wehrbeauftragter im Interview

„Die Truppe wundert sich kaum über eine Frau“

VonTill Hoppe

Die Truppe ist bereit für eine Frau an der Spitze, findet der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus. Im Interview spricht der FDP-Politiker über das drängendste Problem der Bundeswehr – geeignetes Personal zu finden.

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Koenigshaus (FDP): „Die Einsatzfähigkeit der Streitkräfte hängt davon ab, dass sie genügend geeignetes Personal findet.“ dapd

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Koenigshaus (FDP): „Die Einsatzfähigkeit der Streitkräfte hängt davon ab, dass sie genügend geeignetes Personal findet.“

Handelsblatt: Herr Königshaus, ist die Truppe reif für eine Frau an der Spitze?
Hellmut Königshaus: Natürlich. Selbst wenn sie es nicht wäre, wäre das ein guter Grund eine Frau zu berufen. Aber sie ist es. Frauen sind seit den 1970er-Jahren im Sanitätsdienst und seit 2001 in allen Verwendungen aktiv, viele Soldaten haben heute schon weibliche Vorgesetzte. In anderen Ländern sind weibliche Verteidigungsminister längst Normalität. Das einzig Besondere daran ist, dass darüber jetzt öffentlich diskutiert wird. Die Truppe wundert sich jedenfalls kaum darüber.

Bislang haben es aber nur wenige Frauen in die oberen Ränge der Bundeswehr geschafft.
Die Laufbahnen außerhalb des Sanitätsdienstes stehen Frauen ja erst seit 2001 offen. Die weiblichen Offiziere müssen nach und nach in die Führungspositionen hineinwachsen, auch Männer brauchen dafür eine gewisse Zeit. Das Beförderungstempo der Frauen unterscheidet sich insgesamt kaum von dem ihrer männlichen Kameraden.

Es ist also nur eine Frage der Zeit?
Einerseits ja. Andererseits gibt es einen gewissen Nachholbedarf bei der Vereinbarkeit von Familie und Dienst: Frauen haben wie in anderen Berufen auch gewisse Nachteile, wenn sie Elternzeit nehmen und solange etwa für die Beförderung notwendige Lehrgänge nicht wahrnehmen können.

Erwarten Sie von der neuen Ministerin dort besondere Impulse?
Es wird Aufgabe der Ministerin sein, die Vereinbarkeit voranzubringen – für Männer wie für Frauen. Sie hat ja auch persönlich viel Erfahrung damit, eine Familie mit einem nicht sonderlich verlässlichen Arbeitsalltag unter einen Hut zu bringen, wie es bei Soldaten auch oft der Fall ist. Dort ist die Bundeswehr noch nicht weit genug vorangekommen.

Was sollte sie konkret ändern?
Wenn zum Beispiel jemand ein Kleinkind erzieht und nicht einfach mit der Einheit in den Auslandseinsatz gehen kann, muss ein anderer einspringen können. Dafür brauchen wir Personalreserven, damit nicht die Kameraden einfach die Arbeit mitmachen müssen. Sonst werden die Soldaten in Elternzeit immer wieder unter starken moralischen Druck gesetzt.

Kommentare (10)

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Heisse_Luft

19.12.2013, 10:10 Uhr

Die Truppen wundert sich natürlich nicht, weil es ihr nichts bedeutet und absolut keinen Einfluß hat auf ihren Alltag, wer sich da ganz weit weg von der Basis nun an der Spitze des Ministeriums "die Klötze" schaukelt.

Account gelöscht!

19.12.2013, 10:25 Uhr

Das die BW kein geeignetes Personal findet liegt daran,dass niemand der intelligent ist sterben möchte für
Politische Looser und ein Land, dass Grüne auch noch als Staat abschaffen wollen. Ein enl. Soldat oder Amerikanische Soldat hat Rückhalt in der Politik. Niemand kann diese Soldaten im Kriegsland fremd verurteilen oder verhaften bei Fehlverhalten.Ein Deutscher Soldat kann von der Afganischen Regierung verhaftet werden und verurteilt werden bei dessen Fehlverhalten. V.D.L als Mutter der Bundeswehr ist insofern gut, dass sie Mutter ist. Eine Mutter würde nie freiwillig ihren Sohn in den Krieg ziehen lassen.

Account gelöscht!

19.12.2013, 10:32 Uhr

Es ist wahr: wer Minister (m/w) ist, betrifft zunächst (nur) das Personal im BMVg selbst. Entscheidend ist, mit welchem Sachverstand, oder auch nicht, sie sich umgibt und inwieweit sie dessen Vorschläge akzeptiert und umsetzt, oder auch nicht. Wer als Minister ein emotionsloses Durchsetzungsvermögen hat und den Blick auf das Wesentliche konzentriert kann aus dem Posten für seine Karriere etwas machen. Ideal sind die wenigen Ex-Minister, die dabei auch der Bundeswehr und dem militärischen Ansehen in der NATO genutzt haben.

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