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24.01.2012

12:30 Uhr

Wehrbeauftragter

Unsicherheit drückt die Stimmung in der Truppe

Die Zahl der Beschwerden der Soldaten beim Wehrbeauftragten ist zwar gesunken - aber nur, weil es weniger Soldaten gibt. Noch immer sorgen Unsicherheiten und der Kasernenhofton für schlechte Stimmung in der Bundeswehr.

Die Stimmung in der Truppe ist eher schlecht. dapd

Die Stimmung in der Truppe ist eher schlecht.

Es ist vor allem Unsicherheit, die vorherrscht. Unsicherheit über die Bundeswehrreform und welche Auswirkungen die Umstrukturierung für die eigenen Karriere haben werden. Die Konsequenz: Schlechte Stimmung in der gesamten Truppe. Das zeigt der 53. Jahresbericht des Wehrbeauftragten Hellmut Könighaus, der heute vorgestellt wurde.

Zwar gab es 2011 insgesamt weniger Beschwerden – Könighaus zählte 4.864 Eingaben – immerhin weniger als noch 2010, da waren es noch rund 5.000 Beschwerden. Allerdings hat sich seit dem auch die Truppenstärke durch die Bundeswehrreform verringert, dadurch stieg die Quote. 2011 waren noch 200.000 Solldaten bei der Bundeswehr. Die Zahl soll sich jedoch noch bis auf 185.000 verringern.

Die Gründe für Beschwerden haben sich nicht geändert – trotz Bundeswehrreform. Die Soldaten kommen vor allem mit Anliegen zur Ausbildung und Ausrüstung, zum Sanitätsdienst und der Versorgung Verwundeter, Traumatisierter und Hinterbliebener zu Königshaus. Und dann gibt es noch Beschwerden über Maßregelungen der Vorgesetzten wegen Verstöße gegen die Vorgaben zum Erscheinungsbild – beispielsweise wegen des Barts, eines Tattoos oder Haarschnitts und über den Umgangston der Vorgesetzten.

Ein Beispiel: Ein Bootsmann hatte als Gruppen- und Zugführer ihm unterstellte Soldaten wiederholt als „Schmierwürste“, „Schwachköpfe“ und „Nichtskönner“ bezeichnet. Wegen des Dienstvergehens wurde ein Beförderungsverbot verhängt.

Der Wehrbeauftragte der Bundesregierung ist eine Vertrauensperson für die Soldaten - außerhalb der Bundeswehr. Soldaten können sich bei Beschwerden und Problemen direkt an ihn wenden – ohne vorher ihre Vorgesetzen anzusprechen. Gleichzeitig dient der Wehrbeauftragte als Kontrollorgan. Er berichtet dem Parlament über den inneren Zustand der Bundeswehr. Ein Beispiel, bei dem der Wehrbeauftragte eingriff, sind die Geschehnisse auf der Gorch Fock.

Der neue Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus. dpa

Der neue Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus.

Seit 2010 ist Hellmut Königshaus (FDP) der Wehrbeauftragte der Bundesregierung. Er ist der elfte Amtsinhaber. Der Wehrbeauftragte wird vom Parlament gewählt und scheidet nach seiner Vereidigung aus dem Bundestag aus. Er informiert monatlich den Verteidigungsausschuss und legt den Abgeordneten jährlich einen Bericht vor.

Von

mai

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