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20.03.2014

14:15 Uhr

Weitere Belastungen

Bundeswehr an der Leistungsgrenze

Die Bundeswehr beteiligt sich momentan an 14 Auslandseinsätzen – und stehe an der Belastungsgrenze, so der Wehrbeauftragte. Verteidigungsministerin von der Leyen sieht noch weitere Belastungen auf die Truppe zukommen.

Bundeswehrsoldaten: Kein Generalverdacht, aber doch Kopfschütteln erregen die rätselhaften Wafendiebstähle. dpa

Bundeswehrsoldaten: Kein Generalverdacht, aber doch Kopfschütteln erregen die rätselhaften Wafendiebstähle.

BerlinVerteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat die Bundeswehr auf weitere Belastungen bei Auslandseinsätzen eingestellt. Vor allem die „Schlüsselqualifikationen“ Lufttransport, logistische Unterstützung, Ausbildung und medizinische Versorgung würden von den Bündnispartnern immer stärker nachgefragt, sagte sie am Donnerstag in der Debatte über den Bericht des Wehrbeauftragten im Bundestag. „Da wird die Belastung auch weiterhin hoch sein, gerade im Vergleich zu anderen Truppenteilen.“

Der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus sieht die Bundeswehr dagegen bereits jetzt an der Belastungsgrenze und fordert Nachbesserungen der Bundeswehrreform. „Trotz der bisher erfolgten Umstrukturierungen steht die Bundeswehr mit den laufenden Einsätzen personell und materiell nach wie vor an den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit“, sagte er in der Debatte. „Operativer Bedarf und strukturelle Ausplanung klaffen auf absehbare Zeit weiter deutlich auseinander.“

Königshaus nannte als besonders kritische Bereiche unter anderem den Lufttransport. Die Marine müsse bei der Zusammenstellung ihrer Einsatzkontingente auf „die letzten Reserven“ zurückgreifen. Auch im Heer könne das Prinzip, dass auf vier Monate Einsatz 20 Monate Ruhezeit folgen, nicht verlässlich eingehalten werden.

Ausbilder, Berater und Transportflugzeuge werden vor allem bei den neuen Einsätzen in Afrika gebraucht. Insgesamt hat die Bundeswehr wegen des Abzugs aus Afghanistans mit 4900 aber so wenige Soldaten im Einsatz wie seit 15 Jahren nicht mehr. Die 2010 in die Wege geleitete Bundeswehrreform hat das Ziel, 10 000 Soldaten gleichzeitig im Einsatz halten zu können.

Der Wehrbeauftragte des Bundestags gilt als „Anwalt der Soldaten“ und berichtet dem Parlament einmal im Jahr in einem ausführlichen Bericht über Missstände in den Streitkräften. 2013 ist die Zahl der Beschwerden aus der Truppe gemessen an der Zahl der Soldaten auf den höchsten Stand seit Beginn der Erfassung 1959 gestiegen. Auf 1000 Soldaten kamen 28 Beschwerden und damit rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr.

Von

dpa

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