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28.02.2013

12:34 Uhr

Weitere fünf Millionen

Deutschland spendet noch mehr für Syrien

Der deutsche Beitrag zur humanitären Hilfe für Opfer des Syrien-Kriegs beträgt bereits mehr als 100 Millionen. Nun sollen weitere fünf Millionen Euro als „Zeichen der Solidarität“ hinzukommen.

Ein Syrer in wandert zwischen den Trümmern eines Hauses. Deutschland hilft mit insgesamt 118 Millionen Euro. dpa

Ein Syrer in wandert zwischen den Trümmern eines Hauses. Deutschland hilft mit insgesamt 118 Millionen Euro.

Rom/BerlinDeutschland stellt weitere fünf Millionen Euro für humanitäre Hilfe im syrischen Bürgerkrieg bereit. „Wir wollen damit ein Signal der Solidarität und Unterstützung senden für die Menschen, die in Syrien und den Nachbarländern unvorstellbare Not leiden“, erklärte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) am Donnerstag in Berlin anlässlich einer Konferenz der wichtigsten Länder der sogenannten Syrien-Freundesgruppe mit der Opposition in Rom.

Insgesamt beträgt der deutsche Beitrag zur humanitären Hilfe für Opfer des Syrien-Kriegs damit 118 Millionen.

Regionale Player im Syrien-Konflikt

Israel

Ein Einsatz syrischer Massenvernichtungswaffen ist ein Alptraum für Israel, das dem Konflikt bisher eher als Beobachter beiwohnte. Jetzt warnt Jerusalem laut davor, dass Assads Chemie- und Flugabwehrwaffen in die Hände der Hisbollah oder Al-Kaidas fallen könnten. Positiv wäre für Israel, dass sein Erzfeind Iran mit Assad seinen wichtigsten Stützpfeiler in der Region verlieren würde. Mit Assad könnte Israel allerdings auch einen Nachbarn verlieren, der für weitgehende Ruhe an der gemeinsamen Grenze gesorgt hat.

Saudi Arabien und Katar

Die sunnitischen Herrscher vom Golf unterstützen in Syrien - wie schon zuvor in Libyen - die islamisch-konservativen Kräfte. Und versuchen, einen Verbündeten ihres Erzfeindes Iran zu schwächen. Daheim können sie sich so als Unterstützer der Revolution präsentieren, ohne Protesten Vorschub zu leisten. Damaskus will in Saudi-Arabien und Katar die Urheber des „Komplotts“ gegen sich identifiziert haben.

Türkei

Das Nato-Mitglied ist seit langem einer der schärfsten Kritiker des syrischen Regimes. Weiter verschärft wurde das Verhältnis Ende Juni durch den Abschuss eines türkischen Kampfflugzeuges vor der syrischen Küste. Regierungschef Recep Tayyip Erdogan sagte dem syrischen Volk daraufhin Unterstützung bis zur Befreiung von „Diktator“ Assad zu, bei weiteren Zwischenfällen werde sein Land mit Gewalt zurückschlagen. Ein Teil des Nachschubs der syrischen Rebellen wird durch die Türkei geschleust, die allerdings offiziell keine Waffen liefert.

Libanon

Das westliche Nachbarland Syriens ist zerrissen - eine gefährliche Lage. Die Sunniten im Libanon stehen mehrheitlich auf der Seite der syrischen Opposition, die zum Großteil ebenfalls aus Sunniten besteht. Über die Grenze werden auch Waffen geliefert. Die schiitische Hisbollah-Miliz hingegen, die in Beirut in der Regierung sitzt, ist mit dem Assad-Regime verbündet. Die Waffen, mit denen sie ihre Herrschaft sichert, kommen aus Damaskus. Seit einigen Wochen gibt es im Libanon Auseinandersetzungen zwischen pro- und anti-syrischen Gruppierungen, dabei gab es auch Tote.

Iran

Aus iranischer Sicht darf das syrische Regime keinesfalls fallen. Im Frühjahr erklärte Präsident Mahmud Ahmadinedschad, er kenne keine Grenzen bei seiner Unterstützung für Präsident Assad. Angeblich schickte Teheran Militärberater und Kämpfer. Ohne Assads Regime würde es für den Iran schwerer, die eigene anti-israelische Ideologie zu verbreiten. Auch die pro-iranischen Milizen, besonders die Hisbollah in Libanon, würden geschwächt. Zuletzt bestätigte der Iran Gespräche mit Regimegegnern in Syrien und brachte sich als Vermittler ins Gespräch.

Al-Kaida

Das Terrornetzwerk Al-Kaida versucht einmal mehr, auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Die Terroristen wollen sich als Speerspitze der Revolution präsentieren und das anschließende Tohuwabohu für ihre Zwecke nutzen.

Ursprünglich wollte auch Westerwelle an der Konferenz in Rom teilnehmen. Wegen einer Erkrankung wird der Außenminister nun durch Staatssekretärin Emily Haber vertreten. Die Vereinten Nationen schätzen, dass derzeit mehr als vier Millionen Syrer auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Gast

28.02.2013, 12:40 Uhr

Sind ja dann ziemlich viele Brunnen.

Kann man nachvollziehen, wo genau das Geld hin geht?

Account gelöscht!

28.02.2013, 13:03 Uhr

@Gast
In Waffen - Humanität für unsere Waffenindustrie, die spanischen Ingenieuren einen Arbeitsplatz bietet.

John

28.02.2013, 16:12 Uhr

Nur gut dass wir keine Schulden haben, also nur raus mit der Kohle und Alciada unterstützen.....

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