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16.10.2012

14:33 Uhr

Weitergabe des Schavan-Gutachtens

Uni Düsseldorf stellt Strafanzeige

Die Universität Düsseldorf stellt Strafanzeige gegen Unbekannt. Der Grund: Das Gutachten über den Fall Schavan, das den Medien zugespielt wurde - obwohl das Institut noch keine Entscheidung getroffen hat.

Der Auslöser: Die Dissertation der heutigen Wissenschaftsministerin Annette Schavan (CDU) soll in Teilen plagiiert sein. Schavan hatte die Arbeit an der Uni Düsseldorf geschrieben. dapd

Der Auslöser: Die Dissertation der heutigen Wissenschaftsministerin Annette Schavan (CDU) soll in Teilen plagiiert sein. Schavan hatte die Arbeit an der Uni Düsseldorf geschrieben.

DüsseldorfDie Heinrich Heine Universität Düsseldorf geht im Fall Schavan in die Offensive und stellt Strafanzeige - und zwar gegen Unbekannt. Der Grund: Die Weitergabe eines Gutachtens über die Doktorarbeit von Bildungsministerin Annette Schavan. Die Dissertation wird derzeit noch an der Universität auf Plagiate überprüft. Der "Spiegel" hatte Teile des Gutachtens veröffentlicht, allerdings hatte das Institut die Bewertung nicht für die Öffentlichkeit freigegen. Seit dem Wochenende versucht die Uni nun zu klären, wie es zu dem Vorfall konnten konnten.

Die Universität bedauerte, dass das Gutachten "möglicherweise unter Bruch der Vertraulichkeit an die Öffentlichkeit" gelangen konnte. Nach Plagiatsvorwürfen gegen die Doktorarbeit aus dem Jahr 1980 prüft der Promotionsausschuss der Hochschule seit Mai die Arbeit. Am Wochenende war die für den Ausschuss bestimmte „Sachverhaltsermittlung“ bekanntgeworden. 15 ständige und Vertretungsmitglieder des Gremiums hatten sie zur Vorbereitung erhalten. Der Ausschuss tagt an diesem Mittwoch. Jedoch befinde man sich am Anfang des Verfahrens, betonte ein Sprecher.

Während die Kritik und auch Rücktrittsforderungen gegenüber Schavan nicht abreißen, nahm ihr Doktorvater Gerhard Wehle sie in Schutz. "Die Arbeit entsprach absolut dem wissenschaftlichen Standard", sagte der 88-jährige Erziehungswissenschaftler der "Rheinischen Post". Eine vorsätzliche Täuschung ist für ihn nicht vorstellbar: "Wie kann man eine Arbeit über das Gewissen schreiben und dabei täuschen?", fragte er. Zudem dürfte eine Doktorarbeit aus dem Jahr 1980 nicht ausschließlich nach heutigen Maßstäben bewertet werden.

Kommentare (10)

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RudiSchlau

16.10.2012, 15:02 Uhr

1. Wer hat Interesse an Frau Schavans Niedergang. 32 Jahre hat sich keiner ihrer Gegner (und so viele können es nicht sein) darum geschert, ob Plagiat oder nicht. Äußerst Verdächtig!
2. 2012 eine Doktorarbeit von 1980 zu bewerten, das ist unverständlich, nicht aktzeptabel, unsinnig und sinnfrei.

Account gelöscht!

16.10.2012, 15:03 Uhr

Frau Schavan hat jeden Buchstaben mit der Schreibmaschine abgeschrieben. Das ist wesentlich schwerwiegender als "copy & paste" als sogenanntes Versehen von Guttenberg. Sie hat ja zeilenweise abschreiben müssen aus fremden Büchern. Da ist kein "Versehen" möglich ! Da schreibt man entweder gleich oder nie mit Hochkomma und Quellenangabe oder man lässt es bleiben.

"... taz: Herr Schmidt, Sie sprechen von 92 Seiten mit mutmaßlichen Plagiaten in der Dissertation von Annette Schavan. Was genau haben Sie gefunden?

Robert Schmidt: Frau Schavan hat zum Beispiel drei Quellen nicht angegeben, die sie nachweisbar in ihrer Arbeit verwendet hat. Pikanterweise musste sie aber sinngemäß nach der damals gültigen Promotionsordnung eidesstattlich versichern, dass sie alle verwendeten Quellen genannt hat. Außerdem gibt es jede Menge Übernahmen aus der Sekundärliteratur, die sie nicht als Paraphrasen gekennzeichnet hat.

Der Leser geht in solchen Fällen davon aus, dass die entsprechenden Gedanken von Frau Schavan stammen. Schließlich hat sie in etlichen Fällen fehlerhafte Zitate oder Quellenangaben aus der Sekundärliteratur einfach abgeschrieben und diese Rechercheleistungen damit als eigene ausgegeben. Wegen übereinstimmender Fehler lässt sich das sehr gut nachvollziehen. ..."

http://www.taz.de/!103294/

http://www.ksta.de/campus/plagiat-hat-auch-schavan-abgeschrieben-,15189650,20591030.html

Bitte zurücktreten, Frau Schavan.

Roland

16.10.2012, 15:31 Uhr

Was soll der Quatsch mit der Strafanzeige?
Betrachten Sie bitte die Passagen, die von dem Herrn Gutachter aufgeführt werden. Zu dieser Dissertation gibt es keine weitere Arbeit, auf die man die Passagen rückführen könnte.
Herrn Stefan Rohrbacher ist dieser Vorgang bestens bekannt.
Wer hat wohl das eigene Gutachten weitergeleitet?
Jetzt wird erwartet, dass das Gremium die Gesinnung des Herrn Rohbacher zu Kenntnis nimmt und danach urteilt. Wenn ein (SPD-Linker) sich sowas leisten kann, ist der Uni in Düsseldorf jede Glaubwürdigkeit verloren gegangen.

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