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28.06.2011

13:50 Uhr

Wen Jiabao bei Merkel

China kauft bei Airbus für fünf Milliarden Euro ein

Die chinesische Delegation auf Einkaufstour durch Europa. Flugzeugbauer Airbus soll 88 A320 liefern. Ein Vorgeschmack auf kommende Zeiten, denn Peking will das Handelsvolumen mit Deutschland verdoppeln.

88 A320-Maschinen für China: Airbus-Chef Thomas Enders (rechts) und Li Xiaopeng, Vorstandsvorsitzender der Industrial Bank of China, unterzeichnen Kaufverträge. Im Hintergrund: Kanzlerin Angela Merkel und Premier Wen Jiabao. Quelle: dpa

88 A320-Maschinen für China: Airbus-Chef Thomas Enders (rechts) und Li Xiaopeng, Vorstandsvorsitzender der Industrial Bank of China, unterzeichnen Kaufverträge. Im Hintergrund: Kanzlerin Angela Merkel und Premier Wen Jiabao.

BerlinDer europäische Flugzeugbauer Airbus hat einen Milliardenauftrag aus China erhalten. Am Dienstag unterzeichnete Airbus-Chef Thomas Enders am Rande des deutsch-chinesischen Gipfels in Berlin eine Kaufvereinbarung über 88 Mittelstrecken-Maschinen aus der A320-Familie mit der chinesischen Flugzeug-Holdinggesellschaft CAS. Davon gehen 42 Flugzeuge an die Leasingsparte der chinesischen Großbank ICBC. Zunächst war nur von insgesamt 62 A320neo die Rede.

Bei den georderten Maschinen handelt es sich um den langjährigen Kassenschlager der EADS-Tochter Airbus. Laut Preisliste hat der Gesamtauftrag ein Volumen von etwa 7,5 Milliarden US-Dollar (5,3 Milliarden Euro). Allerdings sind in der Branche Rabatte im zweistelligen Prozentbereich üblich. Für die spritsparende Weiterentwicklung der A320, die A320neo, hatte Airbus bei der Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris in der vergangenen Woche mehr als 600 Bestellungen und Vorverträge eingesammelt. Laut Listenpreis kostet der Airbus A320neo rund 90 Millionen Dollar.

Angela Merkel und Wen Jiabao vor dem Kanzleramt in Berlin. Quelle: dpa

Angela Merkel und Wen Jiabao vor dem Kanzleramt in Berlin.

Auch Volkswagen, Daimler und Siemens unterzeichneten Abkommen für neue Projekte in China. Auch mehrere Mittelständler vereinbarten eine engere Zusammenarbeit mit chinesischen Partnern. Daimler steckt viel Geld in eine Motorenfabrik sowie ein Forschungs- und Entwicklungszentrum. Das Vorhaben ist Teil eines Drei-Milliarden-Euro schweren Projektes mit der Beijing Automotive Corporation, das vor rund einem Jahr angekündigt worden war. Auch Volkswagen investiert in neue Werke.

Der Chemiekonzern BASF steckt mehr als 800 Millionen Euro in den Aufbau eines Großanlagenkomplexes in Chongqing. Hier soll 2014 das Kunststoffvorprodukt MDI hergestellt werden. Die Volksrepublik China wird zudem im nächsten Jahr Partnerland der Hannover Messe. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und der chinesische Industrieminister Miao Wei hätten am Dienstag in Berlin eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet, teilte die Messegesellschaft in Hannover mit.

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Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao lobte die Beziehungen zu Deutschland und kündigte an, den Handel zwischen beiden Ländern massiv auszubauen. Die Bundesrepublik sei eine bedeutende Triebfeder für die freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen Europa und China. „Die heutige gute Entwicklung der chinesisch-europäischen Beziehungen ist ohne Deutschlands Unterstützung und Anstrengungen nicht vorstellbar“, sagte Wen am Dienstag bei einem Wirtschaftsforum in Berlin laut einem vorab verbreiteten Redemanuskript.

China will das Handelsvolumen mit Deutschland von derzeit mehr als 140 Milliarden US-Dollar innerhalb von fünf Jahren verdoppeln. „China ist bereit, mehr deutsche Spitzenprodukte zu importieren, umgekehrt wünscht es sich eine zügige Anerkennung als volle Marktwirtschaft durch Deutschland“, erklärte Wen. China sei offen für mehr Investitionen deutscher Konzerne. Diese sind bereits an über 7 000 Unternehmen in China beteiligt. Die chinesische Regierung will auch den Zugang für mittelständische Firmen erleichtern. Wen kündigte dazu ein Kreditprogramm von zwei Milliarden Euro für eine stärkere Zusammenarbeit deutscher und chinesischer Mittelständler an.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sagte, deutsche Unternehmen erwarteten faire Wettbewerbsbedingungen: „Wir brauchen nicht nur Rechtssicherheit, sondern auch Rechtsstaatlichkeit.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel lud ihrerseits chinesische Unternehmen zu mehr Investitionen in Deutschland ein. „Die deutsche Wirtschaft spielt in China schon einen sehr wichtige Rolle als Investor und Arbeitgeber“, sagte Merkel beim deutsch-chinesischen Forum. Auf schon 20 Milliarden Euro beliefen sich die deutschen Investitionen in China. „Wir werden heute weiter Vorhaben in Milliardenhöhe vereinbaren“, kündigte sie an. Dabei spielten faire Wettbewerbsbedingungen eine wichtige Rolle. Ausdrücklich ermutigte sie aber auch chinesische Investoren, sich stärker in Deutschland zu engagieren. „Sie sind uns auch willkommen“, sagte Merkel.

Im bilateralen Handel bestehe die Chance, das Volumen in den nächsten fünf Jahren auf 200 Milliarden Euro nach 130 Milliarden Euro in 2010 zu erhöhen. Insgesamt gelte: „Wir sind gemeinsam der Ansicht: „Was gut ist, kann noch besser werden.“ Gerade in den Bereichen Elektromobilität und Energieeffizienz sowie anderen innovativen Bereichen gebe es viele Felder, in denen beide Länder noch enger zusammenarbeiten könnten.

Vor Beginn der Regierungskonsultationen hatte Merkel bei Wen Jiabao auch das Thema Menschenrechte angesprochen. Das Treffen am Montagabend in der Villa Liebermann am Berliner Wannsee habe auch „einem intensiven Meinungsaustausch über die gesellschaftliche Entwicklung in China“ gedient, verlautete am Dienstagmorgen aus Regierungskreisen.

Weiteres Thema sei die wirtschaftliche Lage in China, Deutschland und Europa gewesen. Das Gespräch sei „ausführlich und freundschaftlich“ verlaufen. Auch ihre Außenminister waren bei dem mehrstündigen Gespräch dabei. Wen Jiabao landete am Montagabend mit 13 Ministern in Berlin. Seit Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zu China 1972 ist es die größte Kabinettsdelegation eines chinesischen Regierungschefs.

Von

dpa

Kommentare (9)

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haemueller

28.06.2011, 14:03 Uhr

wer glaubt was Chinesen sagen hat bereits verloren.

China kauft sich gerade die Welt.

China wird bald eigene Flugzeuge bauen. Dann gute Nacht Boing und gute Nacht Airbus.

FriedrichB

28.06.2011, 14:24 Uhr

China-Airbus Deal mit IndiGo Airline :-)

Verlogenes_Wirtschaftssystem

28.06.2011, 14:43 Uhr

Mit einem menschenverachtenden kommunitsischen Regime milliardenschwere Geschäfte abschließen, so kennen wir „das Merkel“.
88 A320, klasse für die EXPORT-Wirtschaft, aber richtig scheisse für unsere Umwelt.

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