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30.03.2012

12:03 Uhr

„Weniger Kraft“

Agentur nimmt umstrittene Motive vom Netz

VonMarkus Neumeier

Die verheerende Kritik an der Kampagne gegen Hannelore Kraft zeigt offenbar Wirkung. Die Agentur Friedsam und Gemein zeigt sich lernfähig und hat die Motive vom Netz genommen.

Die Facebook-Seite der Agentur Friedsam und Gemein. Screenshot: Facebook.com

Die Facebook-Seite der Agentur Friedsam und Gemein.

DüsseldorfDie Agentur Friedsam und Gemein, Schöpfer der streitbaren Kampagne „Weniger Kraft“, reagiert auf das Medienecho und nimmt die ursprüngliche Seite bis auf weiteres vom Netz. Statt Stinktieren setzt man nun auf Hoppelhasen.

Die Facebook Kampagne, wurde vor zwei Tagen von Bloggern entdeckt und glänzte mit fragwürdigen Motiven. Als Hauptbild der Seite war Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) zu sehen - mit Luftblasen im geöffneten Schädel und dem Slogan „Ohne Köpfchen bleibt nur die Kraft“. Ein weiteres fragwürdiges Motiv zeigte ein Stinktier in Abwehrhaltung, welches die rot-grüne Landesregierung darstellen sollte und den Titel „AbwehrKraft“ trug.

Eines der Motive der Anti-Kraft-Kampagne: Die CDU distanziert sich ausdrücklich.

Eines der Motive der Anti-Kraft-Kampagne: Die CDU distanziert sich ausdrücklich.

Diese Motive sind nun erstmal passé. Statt der bisherigen Inhalte zeigt die Seite der Kampagne seit gestern Nacht ein Bild der beiden Agenturinhaber im Hasenkostüm nebst Blumenstrauß und der Aussage „Wir haben verstanden und denken neu nach“.

Die auf allen ursprünglichen Motiven benutzte Aussage „Besser Röttgen“ und die an die Landes-CDU angelehnten Farben führten schnell zu Spekulationen über Verbindungen zu den Christdemokraten. Diese wurden durch den Hintergrund von Agentur-Inhaber Franz-Josef Gemein weiter genährt. Der war mehrere Jahre Sprecher der hessischen Sozialministerin Silke Lautenschläger (CDU) und verdingte sich auch als stellvertretender Sprecher der Bundespartei.

Die Gerüchte wurden weiter befeuert als im Netz bekannt wurde, dass die Agentur kurz vor Beginn der Kampagne die CDU von ihrer Kundenliste ihrer Website nahmen. Dies geschah laut Gemein, um nicht den Eindruck einer Auftragsarbeit entstehen zu lassen. Handelsblatt Online sagte er, es handle sich um eine rein private Initiative, die ehrenamtlich durchgeführt würde. Er bestätigte seinen CDU-Hintergrund, betonte aber, dass er kein Amt inne habe.

Auch die CDU in NRW dementierte mehrmals jegliche Verbindungen zur umstrittnen Kampagne. Die Partei zeigte sich bestürzt und will prüfen, inwieweit sie rechtliche Schritte einleiten könne.

Ob das Abschalten der ursprünglichen Motive seitens Friedsam und Gemein nun eine Reaktion darauf ist, bleibt abzuwarten. Die Diskussion über die Intention der Kampagne läuft jedoch weiter. Laut Friedsam und Gemein muss eine Kampagne „den Kunden ins Gespräch bringen“.

Kommentare (1)

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Realo

30.03.2012, 15:47 Uhr

Wenn einem die Sachargumente fehlen und dann eine Person so beschmiert wird, sieht man ja auch wessen Geistes Kind in dieser Agentur sitzt: die haben ihr eigenes Hirn abgebildet! Da kann man nur hoffen, dass dort keine Partei Aufträge vergibt, egal welcher Farbe!

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