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29.03.2012

15:06 Uhr

Werksschließungen statt Staatshilfe

„Für Opel darf es keine Privilegien geben“

VonDietmar Neuerer

ExklusivDie Gerüchteküche rund um Opel brodelt wieder – befeuert durch Politiker der schwarz-gelben Koalition: Werksschließungen sind jetzt kein Tabu mehr. Ein Eingreifen des Staates soll auf jeden Fall verhindert werden.

Blick auf das Opel-Werk in Bochum. dapd

Blick auf das Opel-Werk in Bochum.

BerlinOpel kommt nicht zur Ruhe. Seit Wochen und Monaten steht die Zukunft des Autobauers wieder auf dem Spiel. Es gab Spekulationen, der US-Mutterkonzern General Motors (GM) wolle Opel womöglich verkaufen oder das Opel-Werk in Bochum schließen. Auch über ein Ende der Vauxhall-Fabrik im britischen Ellesmere Port wurde spekuliert. Ebenfalls heiß gehandelt auf dem Markt der Gerüchte: Ein Verkauf des Werks in Eisenach an einen Investor.

Während bei der US-Mutter nach deren schwerer Krise die Gewinne sprudeln, bleibt ihr Europageschäft mit Opel und Vauxhall nach wie vor ein Verlustbringer.

Die Spekulationen halten sich, obwohl ein Abkommen zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite Werksschließungen zumindest bis 2014 untersagt. Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke bekräftigte in den vergangenen Tagen, dass es bis Ende 2014 keine Werksschließungen geben werde. Auch einen Verkauf des Standorts Eisenach schloss Opel aus.

Die Politik glaubt derlei Lippenbekenntnissen nicht und hatte sich schon wortstark gegen GM in Stellung gebracht. Dieses jahrelange Spiel von GM mit der Angst der Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze sei unverantwortlich, sagte etwa die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Einen ähnlich harten Ton wählt auch CDU-Wahlkämpfer Norbert Röttgen.

Ob die beiden so weit gehen würden, den Opelanern im Fall der Fälle staatliche Hilfe anzubieten? Ausgeschlossen ist das nicht, immerhin ist die Politik dem Autobauer auch schon in der Vergangenheit beigesprungen. Doch in der Berliner Koalition will man nicht noch einmal einen solchen Sündenfall begehen – und würde jetzt lieber Werksschließungen in Kauf nehmen.

„Unternehmen die schlecht wirtschaften, müssen aus dem Markt ausscheiden“, sagte etwa der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Recht der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, Handelsblatt Online. Das sei die Regel der sozialen Marktwirtschaft. „Für große Unternehmen darf es keine Privilegien geben. Das gilt auch für Schlecker oder Opel“, betonte Buschmann. Die Schlecker-Mitarbeiter könnten sich in Programmen der Bundesagentur für Arbeit qualifizieren. Bei Opel müssten die Eigentümer einspringen und nicht der Steuerzahler.

Kommentare (7)

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Mazi

29.03.2012, 13:36 Uhr

Ja, aber für die Arbeiter auch nicht weniger als für die Griechen.

Wie würde sich Deutschland verhalten, wenn das Opelwerk in Griechenland wäre?

Ganz klar! Der ESM würde ohne Rechenschaftspflicht Opel soviel Geld schenken, bis es GM in USA aus den Ohren käme.

Liebe Abgeordneten, weshalb macht ihr da mit? Weshalb seid ihr auf einem Auge blind? Was steckt dahinter, so doof kann doch ein normaler Mensch sein?

Da gibt es einen ehemaligen hochrangigen Mitarbeiter der EZB der erklärt öffentlich, dass auf ihn kein Druck ausgeübt wurde. Den Druck könnt ihr doch nur ausgeübt haben. Dafür solltet ihr zur Rechenschaft gezogen werden. Lauter konnte der Hilferuf garnicht mehr sein.

Pequod

29.03.2012, 13:46 Uhr

Dafür werden lieber Milliarden für unsinnige Banken-
rettungen verpulvert!!

Account gelöscht!

29.03.2012, 14:50 Uhr

Opel ist eine 100% Tochter von GM , wenn sie Opel "retten" wollen, wem wollen sie wie viel Geld geben und aus welchem Haushalt ?
Der Eigner muss mit seinem Eigentum machen können was er will , wenn Opel alle werke in Deutschland schließen will , so muss das auch möglich sein ohne das in Deutschland über einen "Solidarpakt" oder ähnlich Albernheiten nachgedacht wird !
Übrigens ...... den letzten beißen die Hunde !

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