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15.08.2014

09:34 Uhr

What's right?

Die fetten Jahre sind vorbei

VonWolfram Weimer

Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal geschrumpft. Der Aufschwung geht zu Ende, die Risiken steigen. Die schlechten Konjunkturnachrichten zeigen: Es wird Zeit, sich wieder um die Wettbewerbsfähigkeit zu kümmern.

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Wolfram Weimer

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Die Nachricht wirkt wie ein Platzregen beim Sommerfest. Während ganz Deutschland den Urlaub genießt und sich in einem sonnigen Wirtschaftsaufschwung wähnt, meldet das Statistische Bundesamt etwas ganz Düsteres: Im zweiten Quartal ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal um 0,2 Prozent geschrumpft. Die deutsche Konjunktur bekommt einen Dämpfer. Der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen erleidet sogar einen regelrechten Einbruch um 18,5 auf nur mehr 8,6 Punkte.

Die Konjunkturforscher sind jedenfalls alarmiert, Deutschland drohe ein schlagartiges Ende des Aufschwungs. Wichtige Frühindikatoren wie der Auftragseingang für die Industrie, die Börsenkurse und der Ifo-Index zeigen klar abwärts.

Einerseits sorgen die zahlreichen Krisenherde für Verunsicherung, insbesondere der Russland-Ukraine-Konflikt und die Entwicklung im Nahen Osten. Rückschläge im Exportgeschäft und plötzliche Zurückhaltung bei Neu-Investitionen sind die direkte Folgen.

Andererseits hat sich auch das Klima für die Weltkonjunktur eingetrübt. Von der Argentinienpleite über die Rezession in Italien bis zu Ermüdungssignalen aus China (hier wird das schwächste Wachstum seit 24 Jahren gemeldet) reichen die Signale einer Verlangsamung. An den Weltaktienmärkten scheint der Aufschwung ebenfalls jäh beendet, die Kurse rutschen ab, einige Auguren warnen sogar vor einem bevorstehenden Crash.

Für das dritte Quartal sind die Vorzeichen jedenfalls nicht gut: „Erhöhte geopolitische Risiken sowie die Entwicklung in den Schwellenländern und an den globalen Finanzmärkten könnten die Konjunkturlage negativ beeinflussen“, warnt (recht deutlich) die ansonsten so sachliche Europäische Zentralbank in ihrem aktuellen Monatsbericht. Vor allem die Sanktionen gegen Russland könnten für deutsche Unternehmen zur ernsteren Belastung werden als gedacht. Die Wirtschaftsverbände sehen inzwischen bis zu 100.000 Arbeitsplätzen in der Industrie gefährdet – sollte der Konflikt länger dauern.

Darüber hinaus mehren sich die Anzeichen, dass die Krise der Eurozone wieder aufflammen könnte, denn just die Schwergewichte Italien und Frankreich bekommen ihre Strukturprobleme einfach nicht in den Griff. Beiden droht der Absturz in die Rezession.

Kommentare (11)

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Herr Ossi NB

15.08.2014, 10:20 Uhr

"Bundesregierung bewegt sich noch im Modus der Selbstgefälligkeit und spaziert mit Spendierhosen durchs Land"
Das sehe ich eher so:
Die Bundesregierung bewegt sich im Modus der Ahnungslosigkeit gepaart mit Selbstüberschätzung und spaziert mit Spendierhosen durch eine schwerkranke EU.

Herr Jose Grosse

15.08.2014, 10:20 Uhr

Alles ist keine Überaschung, der Koalitionsvertrag der grossen Koalition ist völliger Unsinn, und während Deutschland jeder Euro spart um Schäubles ausgeglichener Etat zu sichern, und die CDU als grosser Erfolg verkauft dass die Steuern nicht steigen, nutzen unsere Nachbarn Deutschlands Geld um ihre Steuer, vor allem für ihre Unternehmen zu senken: Spanien, Italien, und bald Frankreich. Da muss man sich auch nicht überaschen dass die AfD bald in den Länderparlamente vertreten ist

Herr Fred Meisenkaiser

15.08.2014, 10:46 Uhr

Die Spendierhosen haben die Machthaber nur bei den Reichen in Deutschland un dder EU an!

Sehen wir uns Deutschland an:
- Millionärsteuer für Millionenerben drastisch gesenkt
- Kapitalertragssteuer nur noch 25% statt tatsächlichen Steuersatz
- aber kalte Progession bleibt
- Abgaben (die insbesondere Normalverdiener treffen) explodieren

Griechenland:
- keine durchgreifenden Steuererhöhungen bzw. Einführung auf Druck der EU udn Banken
- demgegenüber Lohnsenkungen un dSozialabbau für die Bürger

Also spendiert wird nur den Reichen! Die alles erwirtschaften, gehen leer aus.

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