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20.12.2013

13:08 Uhr

What's right?

Die Kanzlerkandidaten 2017

VonWolfram Weimer

Angela Merkel beginnt ihre letzte Legislatur. Und doch bringen sich zwei Kanzlerkandidaten für 2017 schon jetzt in Stellung: Merkels Vize Sigmar Gabriel und ihre innerparteiliche Konkurrentin Ursula von der Leyen.

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Wolfram Weimer

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Mit der Regierungsübernahme der Großen Koalition beginnt Merkels letzte Amtszeit. Schon ihre ersten Auftritte signalisieren, was das wird: Eine präsidiale Schlussrunde. Die schwebende Angela Merkel wird noch weniger als bislang für die parteiliche Sache des Bürgertums eintreten, sie wird ihre sozialdemokratisierte Regierung liebkosen und zusammenhalten, damit ihr auf der Zielgeraden nicht noch Ungemach passiert.

Sie will als große Versöhnerin, als Mutti der Nation, als Mechanikerin der Machtpolitik, als Überwinderin der Euro-Schuldenkrise in die Geschichte eingehen. Schon der Koalitionsvertrag zeigt: Sie kommt der SPD so weit entgegen, dass die aus dieser Genossen-Koalition gar nicht flüchten kann.

Und doch brodelt es innerhalb der Volksparteien. Die Union fühlt sich bereits ein wenig um ihren Wahlsieg betrogen und ahnt, dass sie schon bei der Europawahl eine Quittung für den Linksruck dieser Regierung bekommen wird. CDU/CSU werden bald damit beginnen, ihr bürgerliches Profil zu suchen und die Sehnsucht danach auf den Kanzlerkandidaten für 2017 zu projizieren. Da kommt Ursula von der Leyen ins Spiel. Sie tut alles, um die einzig denkbare Nachfolgerin von Angela Merkel zu werden.

Dass sie nun auch noch Verteidigungsministerin geworden ist, entbehrt nicht einer gewissen Groteske: Sie hat naturgemäß weder gedient noch eine vertiefte Ahnung vom Metier. Vor allem aber war ihre politische Rolle bislang die des sanften Soziallämmleins der CDU. Nun streift sie kugelsichere Westen über, steigt in Kampfpanzer, wird im Hubschrauber über afghanisches Kriegsgebiet fliegen und ihr Vokabular in Generalsrunden stählen.

Strategisch ist das mit Blick auf die Kanzlerkandidatur geschickt, denn sie hat sich bislang eher im linken Flügel der Partei positioniert. Nun kann sie als erste Verteidigungsministerin der deutschen Geschichte vom sanften, roten „Röschen“ zum olivgrünen Feldherrenbaum mutieren.

Wer ihre Zielstrebigkeit, ihre Härte (auch zu sich selbst), ihre Intelligenz, ihr politisches Geschick und ihre rhetorisch versierte Kümmererin-Aura kennt, der ahnt, dass die Kanzlerkandidatur mit dieser Amtsübernahme begonnen hat.

Kommentare (3)

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Heisse_Luft

20.12.2013, 13:24 Uhr

Alles Quatsch: Gabriel mit sich mit seinem großen selbstgefälligen und opportunen Mundwerk noch selbst ein Bein stellen und VDL wird noch rechtzeitig von Mutti weggebissen!

Numismatiker

20.12.2013, 13:41 Uhr

Gabriel und Von der Leyen: Scylla und Charybdis.

HofmannM

20.12.2013, 13:48 Uhr

Ist doch alles Unfug. Deutschland wird in den nächsten 4 Jahren, aufgrund der sozialistischen Regierungsentscheidungen verarmen. Die Eurorettung kostet Unsummen. VdL wird die Soldaten in unsinnige Konflikte schicken, usw.usw. Es wird fürchterlich werden.
Aber, das wird die Grundlage für den absoluten Wahlerfolg der Afd sein. Schlußfolgerung: Weder Gabriel noch von der Leien werden Kanzler. Herr Professor Dr. Bernd Lucke wird als Kanzler 2017 die Regierungsverantwortung mit einem Team höchstqualifizierter Professoren übernehmen und mit einer den deutschen Interessen wahrenden Politik aus der Verarmung führen. Dann werden auch die anständigen Deutschen, die mit ihrer Arbeit und ihrem Engagement das Rückrad unseres Vaterlandes bilden wieder belohnt werden.

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