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06.12.2013

10:06 Uhr

What's right?

Die Sozialisten ruinieren Frankreich

VonWolfram Weimer

Europa kämpft sich langsam aus der Krise. Erste Reformen greifen. Nur Frankreich hält starr am Hollande-Sozialismus fest – und sackt damit bedenklich ab.

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Wolfram Weimer

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Francois Hollande ist inzwischen so beliebt wie ein zu enger Schuh. Der französische Präsident avanciert für viele Franzosen zum drückenden Sinnbild für den nationalen Abstieg - in die Spießigkeit und Enge einer sozialistischen Bürokratie. Nur noch 20 Prozent sind mit der Arbeit Hollandes zufrieden - das ist das schlechteste Ergebnis seit Beginn der Fünften Republik 1958.

Die Frustration der Franzosen hat einen guten Grund: Während der Rest Europas sich langsam aus der Krise herausarbeitet, schlittert Frankreich immer tiefer hinein. Im dritten Quartal ist die Wirtschaft wieder geschrumpft. Während die deutsche Industrie blendend läuft, bleiben die Geschäfte in Frankreich bleiern. So hat Frankreich als einziges Land neben Griechenland einen Exportrückgang hinnehmen müssen. Mit 48,4 Zählern liegt der Einkaufsmanagerindex in Frankreich inzwischen niedriger als in Griechenland mit 49,2 Punkten. Während in anderen Krisenstaaten wie Italien, Spanien und Irland der anziehende Export die schwache Binnennachfrage inzwischen ausgleichen, sackt Frankreich weiter ab. Der Staatshaushalt bleibt hoch defizitär, und die Ratingagenturen werden immer skeptischer - Standard & Poor’s hat soeben die Bonität Frankreichs erneut herabgestuft.

Frankreichs Wettbewerbsfähigkeit wird langsam zum Gespött der Weltwirtschaft. Die französische Wirtschaft verliert auf den Weltmärkten mehr Marktanteile als alle anderen Länder des Euroraums. In London kursiert bereits der böse Witz, das wirtschaftliche Zentrum Frankreichs sei mittlerweile Cognac. Die Lohnstückkosten und Sozialabgaben in Frankreich zählen zu den höchsten der Welt. Der Arbeitsmarkt ist verriegelt und überreglementiert, der Mindestlohn in Frankreich übersteigt den EU-Durchschnitt um 80 Prozent. Das Bildungssystem wirkt veraltet. Jedes Jahr verlassen 150.000 Schulabbrecher die Bildungseinrichtungen ohne Aussicht auf einen Job.

Kommentare (40)

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Account gelöscht!

06.12.2013, 10:28 Uhr

Zitat : Während der Rest Europas sich langsam aus der Krise herausarbeitet

- woran erkennt man denn das ? Selten einen größeren Unfug gelesen !

profenfrance

06.12.2013, 10:33 Uhr

Als Deutscher und Professor an einer französischen Universität kann ich bezeugen, dass in F nichts funktioniert. Der korrupte 'hyperbureucratisme collectif'/'collectivisme bureaucratique' herrscht überall ('soviétisme' auf allen Ebenen und in jedem Sektor). Das Bildungsniveau (alle Bereiche) ist auf dem absoluten Nullpunkt. Wie soll sich da etwas verbessern, und wo soll es herkommen? Selbst wenn man heute alles reformieren würde (was ganz und gar nicht geschieht) bräuchte es 20 Jahre bis die ersten brauchbaren Abgänger vorhanden wären. Es ist eine sehr große Bombe, und D wird dafür zahlen müssen. Leider ist nichts Besseres zu berichten.

Account gelöscht!

06.12.2013, 10:33 Uhr

"Die regierenden Sozialisten sind geistig in den siebziger Jahren stehen geblieben. Sie wähnen sich als Umverteiler, Globalsteuermänner und Oberbürokraten im Namen der sozialen Sache."
---
Sozialisten können nur eines: Geld, das andere mühsam erarbeitet haben, mit vollen Händen an ihre Lieblingsklientel zum Fenster hinauswerfen. Ein Problem bekommt diese Bande, wenn ihnen das Geld anderer Leute ausgeht, weil die nicht mehr mitziehen und dorthin abwandern, wo sich Arbeit und persönlicher Einsatz noch lohnen.

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