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09.01.2015

15:43 Uhr

What's right?

Die zehn Lektionen von Paris

VonWolfram Weimer

Das Attentat von Paris verändert die politische Kultur. Europa schwankt zwischen Angst und Wut, zwischen Mitgefühl und Sorge. Zehn Effekte wird der Terrorakt provozieren – positive und unangenehme.

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Wolfram Weimer

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Die fünf angenehmen Lektionen:
Die erste Reaktion auf das Attentat ist Mitgefühl. Die überwältigende Mehrheit der Europäer leidet mit den Opfern und ihren Familien. Ein ganzer Kontinent fühlt sich getroffen, und das kollektive „Je suis Charlie“ ist - jenseits von politischen Haltungen - ein Aufschrei der emotionalen Verbundenheit. Europa hat kein steinernes Herz, Europa weint und trauert.

Die zweite Lektion des Terror-Akts ist die bewusste Vermeidung von Hass, Rache und jeder Form von Vergeltung. Europa zeigt mit dieser Haltung im Moment der mörderischen Brutalität moralische und zivilisatorische Größe.

Der dritte Reflex zielt auf den Zusammenhalt der Gesellschaft. Millionenfach versucht Europa, nicht in die Falle vorschneller Ressentiments zu tappen. Muslime werden vor Generalbeschuldigungen in Schutz genommen - vom Kirchgänger bis zur Kanzlerin beschwören alle, dass man sich nicht in vermeintlich Gute und Böse teilen lassen wolle.

Die vierte Reaktion liegt in der Freiheitsbehauptung. Das Attentat wird als Angriff auf Meinungs- und Pressefreiheit empfunden, aber mehr noch auf die offene Gesellschaft insgesamt. Dagegen wehrt sich ein kollektiver Reflex, man werde sich die Räume dessen, was man kritisieren und worüber man lachen darf, nicht klein bomben lassen, „Jetzt erst Recht“ lautet die Formel des Freiheitswillens, die im klein gezeichneten Witz wie in der großen Weltoffenheit viele Formen findet.

Die fünfte Lektion liegt in der Besinnung auf Demokratie und Recht. Europa reagiert auf den Islamismus mit rechtsstaatlichen Mitteln. Es gibt weder Lynchjustiz noch pöbelnde Mobs noch Schnellverfahren. Täter werden vor Gerichte gestellt. Der Macht der Faust wird die Macht des Rechts entgegen gesetzt.

Kommentare (8)

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09.01.2015, 16:00 Uhr

diese maljunkte und boesartige medienente glaubt eh keiner mehr. man fraegt sich was das noch alles soll.

Herr Johnny Ringo

09.01.2015, 16:20 Uhr

Verzichten wir doch einfach auf die Presse. Das meiste ist doch sowieso nur copy+paste. Und wenn einer mal einen guten Kommentar abgibt wird er wahrscheinlich vom Chefredakteur verändert oder nach Anruf aus dem Kanzleramt nicht veröffentlicht. Anders kann ich mir nicht erklären wie die Zonenwachtel 10 Jahre lang das deutsche Volk schon so verarschen kann.

Herr Salvatore Bonpensiero

09.01.2015, 16:21 Uhr

Im August 2001 (noch vor „Nine-Eleven“) fand die 10. internat. islamische Konferenz in Bagdad statt. Daran nahmen muslimische Führer aus 56 islamischen Ländern teil, um eine gemeinsame politische Linie auszuarbeiten. Der Generalsekretär dieser Konferenz Scheich Dr. Abdel Razak Al-Saadi hielt ein Referat über Al-Jihad. Er führte aus, daß Nicht-Muslime zur Gefolgschaft des Islam kommen müssen, entweder aus eigenem freiem Willen, Weisheit und guten Rat, oder durch Gewalt und Mord. Alle Teilnehmer der Konferenz bekannten sich einstimmig (!) zu dem Entwurf dieses politischen Konzepts:
1. Nach gültigem Islamrecht ist es verboten, den bewaffneten Kampf aufzugeben und Frieden zu schließen, außer die Muslime seien noch zu schwach und die Feinde des Islam wären ihnen zur Zeit überlegen.
2. Krieg ist das wesentliche Element in der Beziehung zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen
3. Frieden gibt es nur für diejenigen, die sich der Scharia unterwerfen.
4. Muslime haben jederzeit das Recht, einen Frieden zu beenden.

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