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Taubheit vor den Sorgen der Bevölkerung

Sie sehen, wie immer größere Teile der islamischen Welt mit Kriegen, Terror und ideologischem Furor der westlichen Welt einen Jahrhundert-Kampf angesagt haben. Sie sehen, wie die Ränder der islamischen Welt blutig werden. Sie sehen, wie sich in den europäischen Städten muslimische Subkulturen breit machen, immer mehr verschleierte Frauen auftauchen, immer mehr Moscheen gebaut werden, wie der Alltag konfliktbeladener wird und sich Europa polarisiert.

Sie leiden mit den Toten der zahllosen Bombenattentate – und sie bekommen Angst. Wie kann man glauben, dass so etwas wie die Terrorattacken von Paris spurlos am politischen Bewusstsein der europäischen Bevölkerungen vorüber geht?

Es ist darum ein fataler Trugschluss der Bundesregierung, die Massenzuwanderung hunderttausender junger muslimischer Männer nicht in diesem Kontext zu bewerten. Denn die Mehrheit der Bevölkerung tut genau das. Sie sieht eine Völkerwanderung in Gang gesetzt mit gewaltigen Folgeproblemen, mit aggressiven Zügen und Bedrohungselementen.

Es herrscht in den Tiefen des bürgerlichen Milieus, in der breiten Mitte der europäischen Gesellschaften damit die Sorge der Ent-Hausung. Wenn jeden Monat 100.000 Muslime wild und illegal nach Deutschland herein strömen, also jeden Monat gewissermaßen eine neue Großstadt entsteht, dann wird aus Deutschland binnen kurzer Zeit ein völlig anderes Land, eine andere Kultur.

Saarlands Innenminister Klaus Bouillon: „Die Angst ist verständlich“

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Saarlands Innenminister Klaus Bouillon warnt nach den Übergriffen in Köln, Ressentiments zu schüren. Im Interview erklärt er, was sich bei der Polizei ändern muss und wie die Praxis bei Ausweisungen tatsächlich aussieht.

Doch die Deutschen haben nie darüber abgestimmt, ob sie das überhaupt wollen. Nicht einmal der Bundestag hat darüber abgestimmt. Denn die Wahrheit ist: Die Mehrheit will das ganz und gar nicht. Nach einer Umfrage von Infratest-Dimap erklären 78 Prozent der Deutschen, dass ihnen der Einfluss des Islam in Deutschland zu stark wird. 76 Prozent fürchten sich vor einer Zunahme von Straftaten, 75 Prozent dass die Terrorgefahr in Deutschland steigt. Die Zahlen der Demoskopen sind so dramatisch eindeutig – die Deutschen wollen in ihrer großen Mehrheit diese Massenzuwanderung nicht nur nicht, sie haben blanke Angst davor.

Umso erstaunlicher ist die verniedlichende Reaktion der beiden Volksparteien auf diesen Angstschub im deutschen Bürgertum. Ihr Absturz in den Umfragen (und demnächst wohl auch bei Wahlen) ist selten so eindeutig auf eine Taubheit vor den massiven Sorgen der Bevölkerung zurück zu führen. Die Angst vor dem Islamismus ist wie der Elefant im Wohnzimmer der Nation, CDU und SPD tun aber so als könne man über den hinwegsehen.

Indem sie auf alte Mechaniken der politischen Korrektheit setzen, Multikulturalismus predigen und diese Ängste tabuisieren, verschlimmern sie das Misstrauen in ihre Regierungen. Die „Wir-schaffen-das“-und „Der-Islam-gehört-zu-Deutschland“-Rhetorik legt sich damit wie ein Nebel des Misstrauens über Land.

Kommentare (85)

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Herr Helmut Weinberg

04.03.2016, 11:02 Uhr

(...)

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Helmut Weinberg

04.03.2016, 11:02 Uhr

(...)

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Tom Schmidt

04.03.2016, 11:15 Uhr

Guter Artikel, aber ich möchte zwei Anmerkungen machen:

Wieso wird eigentlich immer, wenn die Bevölkerung den Weg nicht mitgehen will, dass als Ängste dargestellt. Viele mögen da ja auch Angst haben, das ändert aber nichts daran, dass hier sehr wohl rationale Argumente für diese Einstellung stehen. Ganz im Gegenteil: auch unsere etablierten Parteien liefern bei einer Analyse gar keine Argumente mehr, sonder nur Schlagworte und Emotionalisierung.

Daher meine zweite Bemerkung: wenn wir mal das Auftreten von Trump, AFD, etc. weglassen und tatsächlich deren Inhalte mit den Inhalten der etablierten Parteien vergleichen (nach analytik und nicht nach Inhalt)... ist das Ergebnis, dass die etablierten Parteien sich doch nicht wirklich von den Populisten unterscheiden.

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