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17.04.2015

10:36 Uhr

What's right?

Wer weint um die Christen?

VonWolfram Weimer

Im Mittelmeer sollen christliche Bootsflüchtlinge von Muslimen ins Meer geworfen worden sein. Europa ist schockiert. Doch das Drama brutaler Christenverfolgung ist gigantisch – das wird aber gerne übersehen.

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Wolfram Weimer

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Es ist wieder passiert. Bei der Überfahrt nach Sizilien sollen muslimische Flüchtlinge zwölf Christen über Bord geworfen haben. In Palermo sind darum 15 muslimische Flüchtlinge aus Schwarzafrika festgenommen worden. Ihnen wird „mehrfacher Totschlag erschwert durch religiösen Hass“ vorgeworfen, teilte die Präfektur mit. Das Drama hat sich offenbar auf hoher See zugetragen, als es auf dem Schlauchboot zu einem Streit um die Wasserreserven kam.

Leider ist der erschütternde Vorgang kein Einzelfall. Vor kurzem hat die Polizei in Spanien zwei Schleuser wegen des Verdachts auf mehrfachen Totschlag festgenommen. Die beiden Männer aus Kamerun sollen während eines Sturms in der Straße von Gibraltar alle christlichen Flüchtlinge von Bord geworfen haben – angeblich aus Angst, dass diese Unglück bringen könnten.

Diese Untaten erschüttern das europäische Publikum, dabei müsste man wissen, dass die millionenfache Christenverfolgung mit systematischen Morden nicht die Ausnahme, sondern eine furchtbare Regel der vergangenen Jahre geworden ist. Die Berichte von Journalisten und Menschenrechtsgruppen sind alarmierend: Christenverfolgungen im islamischen Raum, aber auch in Asien, nehmen dramatisch zu. Immer rücksichtsloser werden Christen drangsaliert, enteignet, gefoltert, umgebracht.

Die gesamte Kulturgrenze zwischen dem muslimischen Norden Afrikas und dem eher christlichen Süden wird blutiger. Kenia sieht sich Angriffen von muslimischen Terrorgruppen aus Somalia ausgesetzt, der Krieg in Mali ist ein Brennpunkt der religiösen Gewalt, die von Somalia im Osten bis in den Senegal nach Westen reicht. Dauerterror herrscht mittlerweile in Nigeria. Dort werden Menschen täglich von der islamistischen Terrorbande Boko Haram gejagt, verfolgt und getötet, nur weil sie Christen sind. Die Massaker der Terrormiliz Islamischer Staat sind nur die Spitze des Eisbergs. Christen sind die weltweit am meisten der Verfolgung ausgesetzte Religionsgruppe.

Nun ist auch die Zentralafrikanische Republik betroffen. Dort sickern islamistische Kämpfer aus dem Tschad und Sudan ein und terrorisieren die christliche Bevölkerung. Christliche Dörfer und Kirchen werden von den Milizen geplündert, Frauen drohen systematische Vergewaltigungen. Es kommt zu flächendeckenden Serienmorden. Das Gebiet rund um die Kathedrale von Bangui ist ein „killing field der Gegenwart geworden.

Kommentare (42)

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Herr Teito Klein

17.04.2015, 10:49 Uhr

Islamisten willkommen!
Islamisten haben 12 Christen bei der Flucht aus Libyen über Bord geworfen und sie ertrinken lassen. Grund war ihr Hass auf Christen.
Aber sie waren auf der Flucht ins christliche Europa! Warum eigentlich? Warum sind sie nicht in ihrer Heimat geblieben, wenn sie Christen so hassen dass sie sie ermorden?
Ich hoffe, sie erhalten kein Asyl!
Aber sie werden sicherlich nach Deutschland durchgereicht, wo sie dann ein "Dauerbleiberecht" erhalten und zwar "ultra all inclusive".

G. Nampf

17.04.2015, 10:50 Uhr

Es ist gut, daß dieser Artikel so deutlich Klartext redet, denn er beschreibt leider die Realität.

Ich habe allerdings die Befürchtung, daß Herr Weimer bald das Label "Rassist" oder "Volksverhetzer" von unseren linken Gutmenschen bekommt.

Herr Hans Mayer

17.04.2015, 10:53 Uhr

Niemand weint um die Christen, die Kirchen am allerwenigsten, auch nicht der Bundespfaffe oder die Pastorentochter "Erika",
Willkommenskultur ist angesagt.
Alles andere sind bedauerliche Einzelfälle, so unsere Politiker und Medien

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