Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.03.2013

11:33 Uhr

Wiedereinstellung nach der Elternzeit

FDP blockiert rechtliche Besserstellung von Teilzeit-Eltern

VonDietmar Neuerer

ExklusivUnion, SPD und Grüne wollen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern. An einem zentralen Punkt herrscht sogar Übereinstimmung. Doch die FDP blockiert. Damit wird nichts aus den Gesetzesplänen.

Eine Familie am Nordseestrand auf der dänischen Insel Rømø (Archivbild). dpa

Eine Familie am Nordseestrand auf der dänischen Insel Rømø (Archivbild).

BerlinDass viele Frauen die Elternzeit als Karrierekiller empfinden, ist kein überraschender Befund des Bundesfamilienministeriums. Auch, dass Mütter deutlich mehr von dem Phänomen betroffen sind als Väter. Interessant an der Elternumfrage des Ministeriums ist der Umstand, dass die Unzufriedenheit bei Teilzeiteltern besonders groß ist: Zwar sehe sich das Gros junger Eltern beim Wunsch nach einer Reduzierung der Arbeitszeit von ihren Chefs unterstützt. Doch fast vier von zehn Teilzeitbeschäftigten hielten verringerte Arbeitszeit aus Karrieregründen für problematisch. Maximal können drei Jahre Elternzeit genommen werden.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie die negativen Auswirkungen der Babypause abgefedert werden können. Interessanterweise sind sich bei dieser Frage Koalition und Opposition einig – bis auf  eine Ausnahme: die FDP blockiert die berufliche Besserstellung von Teilzeit-Eltern, weil sie die Wirtschaft keinem gesetzlichen Zwang aussetzen möchte und auf Freiwilligkeit setzt. Doch allein mit dem Appell an die Wirtschaft, familienfreundlicher zu werden ist es nicht getan. Selbst der Familiengipfel heute in Berlin dürfte kaum etwas am status quo ändern.

Zehn Dinge, mit denen Frauen ihre Karriere riskieren

Lieber Spaß als Macht

Fragt man eine Frau: Was ist Ihnen an ihrem Job wichtig? Lautet die Antwort nicht, mein Firmenwagen, das üppige Gehalt oder der leistungsabhängige Bonus. Nein! Frauen wollen hauptsächlich Spaß an der Arbeit. Während 49 Prozent der Frauen sich ein freundliches Arbeitsumfeld wünschen und 44 Prozent Wert auf vielfältige Arbeitsaufgaben legen, sind nur 16 Prozent auf Prestige und 9 Prozent auf eine rasche Beförderung aus.

Keine Ellenbogenmentalität

Gerade in größeren Abteilungen müssen sich Mitarbeiter häufig gegen ihre Kollegen durchsetzen, um sich Gehör und Respekt beim Chef zu verschaffen. Doch gerade dieser interne Konkurrenzkampf gefällt vor allem Frauen nicht. Eine Umfrage von TNS Emnid und der Axa-Versicherung zeigt, dass über ein Drittel aller Frauen Angst vor dem Konkurrenzkampf mit Kollegen haben. Nur 15 Prozent ihrer männlichen Mitstreiter sorgen sich darum.

Übersteigerter Teamgeist

Teamfähigkeit gilt als einer der wichtigsten Soft-Skills und gerade Frauen bevorzugen diese Form des Arbeitens. Ein Experiment an der Universität Lyon hat gezeigt, dass Männer vor allem dann Teamarbeit nutzen, wenn sie in dem geprüften Bereich nicht so leistungsfähig sind. Frauen arbeiten generell lieber im Team, unabhängig davon wie stark sie selbst auf dem jeweiligen Gebiet sind. Eine durchaus positive Fähigkeit, solange die eigene Leistung nicht vom Können des Teams überschattet wird.

Falsche Studienwahl

Die karriererelevanten Studienfächer sind nach wie vor Wirtschaftswissenschaften, Jura und Ingenieurswissenschaften. Während bei den Wirtschaftswissenschaften im Wintersemester 2010 immerhin 45 Prozent der deutschen Studierenden weiblich waren und bei Jura sogar über die Hälfte, sieht es im Bereich der Ingenieurswissenschaften weiterhin düster aus. Die Maschinenbaustudiengänge verzeichneten gerade einmal einen Frauenanteil von neun Prozent. Bei Elektrotechnik waren es sogar nur sechs Prozent.

Zu wenig Selbstbewusstsein

Frauen verkaufen sich häufig unter Wert und trauen sich selbst viel zu wenig zu. Eine Studie des Beratungsunternehmens Accenture zeigt, dass Frauen sich selbst beschuldigen, wenn es um die Gründe für ihre schlechten Aufstiegschancen geht. 28 Prozent der befragten Damen sagen, ihnen fehlten die nötigen Fertigkeiten für den nächsten Schritt auf der Karriereleiter.  

Chefinnen unerwünscht

Nicht nur Männer wollen keine Frauen als Chef, sogar die weiblichen Arbeitnehmer sind von Frauen in Führungspositionen wenig überzeugt. Nur drei Prozent wollen eine Chefin. Neunmal so viele finden es besser einen Mann als Chef zu haben. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Meinungsforscher von Forsa.    

Rivalität unter Frauen

Damit in Zusammenhang könnte das Phänomen der Stutenbissigkeit stehen. Eine Studie der Universität Amsterdam belegt, dass Frauen zwar gut kooperieren können, aber nur so lange sie mit männlichen Kollegen zu tun haben. Sobald sie mit Frauen zusammenarbeiten sollen, ist es um den Teamgeist schlechter bestellt. Ein internationales Forscher Team setzte kürzlich sogar noch einen obendrauf. Sie fanden heraus, dass die Damen besonders schlecht miteinander können, wenn die jeweils andere bei den männlichen Kollegen gut ankommt. 

Über Geld spricht man nicht

Selbst Frauen in Führungspositionen verdienen immer noch deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Eine Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung unter 12.000 Akademikern zeigt die Unterschiede. Ein männlicher Abteilungsleiter verdient etwa 5000 Euro monatlich, sein weibliches Pendant gerademal 3800 Euro. Das hat unter anderem damit zu tun, dass Frauen bei Gehaltsverhandlungen mit weniger zufrieden sind und andere Faktoren wichtiger finden.

Familie oder Beruf? Familie!

Zugegeben, es ist nicht einfach Familie und Karriere miteinander in Einklang zu bringen. 72 Prozent der Mütter von minderjährigen Kindern halten dieses Unterfangen für schwierig. Und die Mütter sind es letztendlich auch, die in Sachen Karriere den Kürzeren ziehen. Dafür verantwortlich sind die traditionellen Vorstellungen von Familie, die sowohl Männer als auch Frauen immer noch mit sich herumtragen. Während 2010 nur etwa 5 Prozent der Väter mit minderjährigen Kindern in Teilzeit arbeiteten, waren es über 68 Prozent der Mütter.  

Der fehlende Wille

Zu all diesen Karrierehemmnissen kommt ein zentraler Punkt hinzu. Viele Frauen wollen überhaupt nicht aufsteigen. Das Beratungsunternehmen Accenture fand heraus, dass nur jede fünfte Frau ihre Karriere überhaupt vorantreiben will. Ganze 70 Prozent sind mit ihrer aktuellen Position im Unternehmen zufrieden.

Politikerinnen von Union, SPD und Grünen fordern daher anders als die FDP einen Rechtsanspruch für Eltern in Teilzeit zur Rückkehr auf eine Vollzeitstelle. „Mütter, aber auch Väter, wünschen sich in der Familienphase vor allem flexiblere Teilzeitregelungen, um ausreichend Zeit für gemeinsame Familienaktivitäten zu haben“, sagte die familienpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und stellvertretende Generalsekretärin der CSU, Dorothee Bär, Handelsblatt Online. „Um nach der Familienphase problemlos von einer Teilzeit- zu einer Vollzeitstelle zurückkehren zu können, brauchen wir dafür einen Rechtsanspruch.“

Wichtige persönliche Führungseigenschaften laut Burkhard Schwenker

Balance halten

„Balance halten in der Gründungsphase zwischen Überzeugung und Realität, in der Mitte zwischen Wachstum und Effizienz, am Ende zwischen Ambition und Realität.“

Fairness

„Fairness, gleiche Regeln für alle, also weder Gründerhabitus am Anfang noch Hybris am Ende.“

Integrität

„Integrität: um qua Persönlichkeit die Widersprüche zu managen, die in den Phasen auftreten können – zwischen kurzfristigen und langfristigen Vorteilen, zwischen Werten und gelegentlich notwendigem Opportunismus, zwischen möglichen Chancen und gegebenen Realitäten.“

Mut

„Mut am Anfang, um Gas zu geben, dann, um Gas wegzunehmen, am Ende, um einen neuen Lebenszyklus zu starten, um die aktive Konsolidierung voranzutreiben, um einen Exit zu begründen.“

Optimismus

„In der Gründungsphase, sonst gründet man nicht; in der Mitte, sonst gelingt keine Transformation; und am Ende, um den Menschen Sicherheit zu geben.“

Vertrauen

„Vertrauen am Anfang in sich selbst, dann in ein Team, dann in die Organisation und die Menschen, die diese Organisation ausmachen.“

Die SPD plädiert für noch weitergehendere Regelungen. „Kluge Unternehmen, ob groß oder klein, tun gut daran, auf familiäre  Bedürfnisse ihrer Mitarbeiterschaft besser einzugehen, um motiviertes Personal auch künftig zu halten“, sagte die Vize-Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Dagmar Ziegler Handelsblatt Online. „Die SPD setzt sich auch deshalb für gesetzliche Regelungen ein, die diesen Weg unterstützen.“ Dazu zählten neben dem Rechtsanspruch auf Teilzeit mit  Rückkehrrecht auf Vollzeit auch der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ab dem ersten Lebensjahr und die bezahlte Freistellung für 10 Tage im Jahr für eine Auszeit im Pflegefall eines Angehörigen.

So denken Erfolgsmenschen

Der Ratgeber

John C. Maxwell ist einer der meistgefragten Coaches für Mitarbeiterführung in den USA. In seinem Buch „So denken Erfolgsmenschen“ gibt er seine Erfahrungen aus 40 Jahren Beobachtung wieder: Erfolgreiche Menschen haben etwas gemeinsam, nämlich ihre Art zu denken. Es folgen die elf wichtigsten Hinweise in aller Kürze.

Ganzheitlich denken

Denken in großen Zusammenhängen ist eine Grundvoraussetzung. Dafür muss man ständig dazulernen, anderen bewusst zuhören, über den Tellerrand hinausschauen. Das große Ganze zu sehen hilft, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und leichter in Führungspositionen zu kommen. Dafür braucht es Einsichten aus verschiedenen Quellen und die Abkehr von Sicherheitsdenken.

Konzentriert denken

Fokussiertes Denken bündelt Energien und führt Sie auf ein einziges Ziel hin. Zudem betont Maxwell, dass es Ideen ausreichend Zeit gibt, um sich zu entwickeln. Prioritäten setzen, Ablenkungen vermeiden, klare Ziele und Zeit für Reflektion. Hinterfragen Sie Ihre Fortschritte!

Kreativ denken

Kreatives Denken ist Gold wert, aber nicht zu verwechseln mit originellem Denken, wie man es zum Beispiel von Künstlern kennt. Dazu gehört die Offenheit für neue Ideen und anderen Möglichkeiten zur Problemlösung. Kreative Denker bürsten gegen den Strich, verbinden Unverbundenes und haben keine Angst vor dem Scheitern. Dazu gehört auch eine kreative Umgebung.

Realistisch denken

Jeder Akademiker weiß: Die Unterschiede zwischen Studium und Alltagswelt können immens sein. Bei allem Sinn für das Mögliche: Realistisches Denken verringert Ihr Risiko abzustürzen. Es verleiht Sicherheit und steigert die Glaubwürdigkeit. Also Liebe zur Wahrheit, zwischen Pro und Contra abwägen und fleißig sein bei der Informationsbeschaffung.

Strategisch denken

Strategisches Denken hilft bei der Planung, steigert die Effizient und verringert Risiken. So wird es Ihnen leichter gelingen, sich auf neue Situationen einzustellen. Zerlegen Sie dafür Sachverhalte in kleine Einheiten, fragen Sie nach dem Warum und identifizieren Sie die wesentlichen Ziele.

Möglichkeitsorientiert denken

Auch wenn Barack Obamas Umfragewerte derzeit nicht gut sind – das „Yes we can“ des US-Präsidenten bleibt. Chancen sehen, wo andere nur Risiken vermuten: Das möglichkeitsorientierte Denken verleiht Energie und hält vom Aufgeben ab. Also den Ist-Zustand ständig hinterfragen, eine Nummer größer planen und sich von Leistungsträgern inspirieren lassen.

Reflektierend denken

Halten Sie inne und denken Sie über Ihr Denken nach! Reflektieren verleiht emotionale Integrität und stärkt das Vertrauen. Den Terminkalender ständig überprüfen und die richtigen Fragen stellen. Maxwell gibt hier konkrete Beispiele.

Das gängige Denken hinterfragen

Ein eingefahrener Trott ist selten die effizienteste Arbeitsweise. Hinterfragen Sie das berühmte „Das-Haben-Wir-Schon-Immer-So-Gemacht“. Übernahmen Sie das gängige Denken nicht automatisch! Akzeptieren Sie andere Meinungen und stellen Sie Ihre eigene immer wieder in Frage.

Gemeinsam denken

Mehrere Köpfe denken schneller als einer und gemeinsam ist man innovativer. Also: Laden Sie die richtigen Leute ein, setzen Sie eine effiziente Tagesordnung an, belohnen Sie engagierte Leute und setzen Sie auf Kooperation statt Konkurrenz.

Uneigennützig denken

Uneigennütziges Denken ist nicht nur gut für andere, sondern gibt einem auch selbst Erfüllung. Manchmal tun Sie sich selbst einen Gefallen, wenn Sie anderen den Vortritt lassen. Setzen Sie sich Situationen aus, in denen andere Sie brauchen. Überprüfen sie ständig Ihre persönlichen Beweggründe.

Ergebnisorientiert denken

Jede Tätigkeit hat ein Ergebnis, auf die sie ausgerichtet sein sollte. Was sich trivial anhört, ist im Alltag kompliziert. Ein Strategieplan, um das gewünschte und klar definierte Ziel zu erreichen, hilft dabei. Schwören Sie Ihre Mitarbeiter auf das Ziel ein.

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

12.03.2013, 07:14 Uhr

Offensichtlich haben die Eltern nicht das Geld, um sich über Lobbyisten das Gesetz durchboxen zu lassen.
Hoteliers und Erbschaftssteuerzahler großer Vermögen waren da offensichtlich großzügiger.

Rene

12.03.2013, 07:27 Uhr

Tlw realitätsfremde Forderungen aus dem kommunistischen Lager. Wahrscheinlich haben die noch nie ein Unternehmen leiten müssen. Wir können gerade eine Stelle nicht besetzen, weil keiner einen auf 2 Jahre befristeten Arbeitsvertrag möchte, da wir die Stelle für die werdenden Mutter frei halten wollten.

vandale

12.03.2013, 07:38 Uhr

Für die Unternehmen ist es nicht vorteilhaft wenn sich Arbeitnehmer in die Erziehungszeit verabschieden können um dann 3 Jahre später wieder mit Rechtsanspruch aufzutauchen. Das Gleiche gilt natürlich für Teilzeitansprüche etc.

Letztlich nimmt man die Unternehmen für ideologisch seltsame Familienvorstellungen in Anspruch wodurch Kosten steigen und die Produktivität sinkt.

Vandale

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×