Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.12.2012

10:06 Uhr

Wirtschaft 2013

Die Konjunktur in China und Deutschland kühlt ab

Die Bundesbank rechnet für die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr nur mit einem Mini-Wachstum und hat die Wachstumsprognose von 1,6 auf 0,4 Prozent heruntergesetzt. Auch China erhöht sein Wachstumsziel für 2013 nicht.

Bundesbank-Chef Jens Weidmann: Nach 2013 wird alles besser. Reuters

Bundesbank-Chef Jens Weidmann: Nach 2013 wird alles besser.

Berlin/PekingDie Bundesbank traut der deutschen Wirtschaft im kommenden Jahr nur ein Mini-Wachstum zu. Sie senkte ihre Prognose wegen der Schuldenkrise in Europa und der schwächeren Weltkonjunktur von 1,6 auf 0,4 Prozent. Die Notenbank ist damit pessimistischer als die Bundesregierung, die ein mehr als doppelt so starkes Plus von 1,0 Prozent vorhersagt. „Die gute Grundkonstitution der deutschen Wirtschaft spricht aber dafür, dass sie die vorübergehende Schwächephase ohne größere Schäden insbesondere bei der Beschäftigung übersteht“, sagte Bundesbankchef Jens Weidmann zu der halbjährlichen Vorhersage vom Freitag.

Für dieses Jahr senkte er die Prognose von 1,0 auf 0,7 Prozent. Erst 2014 erwartet die Bundesbank mit 1,9 Prozent wieder ein robustes Wachstum - „wenn sich die Banken- und Staatsschuldenkrise im Euro-Raum nicht weiter verschärft und sich die Verunsicherung der Investoren und Verbraucher allmählich legt“.

Statistikamt: Deutschlands Konjunktur geht die Puste aus

Statistikamt

Deutschlands Konjunktur geht die Puste aus

Die deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal nur noch um 0,2 Prozent gewachsen.

Am Arbeitsmarkt dürfte die Konjunkturdelle keine größeren Spuren hinterlassen. Die Arbeitslosenquote könnte im kommenden Jahr zwar leicht auf 7,2 Prozent steigen, 2014 aber wieder auf 7,0 Prozent zurückgehen. „Die Arbeitszeit wird wieder als Konjunkturpuffer dienen“, erwarten die Bundesbanker. Entspannung sagen sie auch bei den Preisen voraus: Die nach einheitlichen europäischen Standards berechnete Inflationsrate werde in diesem Jahr noch 2,1 Prozent betragen, 2013 aber auf 1,5 Prozent fallen. Auch 2014 soll sie mit 1,6 Prozent unter der Marke von zwei Prozent verharren, bis zu der die Europäische Zentralbank von stabilen Preisen spricht.

Flaute am Arbeitsmarkt

Video: Flaute am Arbeitsmarkt

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Die Ökonomen räumen aber ein, dass ihre Projektionen „durch ein hohes Maß an Unsicherheit charakterisiert" sei. "Dabei überwiegen die Abwärtsrisiken“ - etwa ein stärkerer Abschwung der Weltwirtschaft oder eine Verschärfung der Schuldenkrise. „Es ist aber durchaus vorstellbar, dass sich der Euro-Raum schneller erholt und dass sich die Weltwirtschaft stärker beschleunigt als hier unterstellt wird“, sagte Weidmann. „Dann ist die Zuversicht berechtigt, dass die deutsche Wirtschaft die sich ergebenden Chancen nutzt.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×