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30.01.2007

09:35 Uhr

Wirtschaft hält Zusage

Pakt erfüllt, dennoch fehlen Lehrstellen

VonPeter Thelen und Felix Saran

Die deutsche Wirtschaft hat im vergangenen Jahr erneut die Ziele des 2003 abgeschlossenen Ausbildungspakts mehr als erfüllt. Statt der versprochenen 30 000 richtete die Wirtschaft 67 900 neue Lehrstellen ein. Trotzdem übten Gewerkschaften Kritik und forderten erneut eine Ausbildungsplatzumlage.

BERLIN. Auch bei den Einstiegsqualifizierungen (EQJ), den überbetrieblichen Angeboten in Ostdeutschland und den Fördermaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit meldeten Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK), Bundesagentur und Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) erneut Übererfüllung.

Dass trotzdem im Januar ungeachtet der Konjunkturbelebung auf dem Arbeitsmarkt mit 17 500 rund 1 800 mehr Bewerber als 2005 noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz waren, hat vor allem einen Grund: Die hohe Zahl der Altbewerber und die weiter steigende Zahl der Schulabgänger sorgte dafür, dass rund 22 000 Jugendliche mehr als im Januar vor einem Jahr aktiv nach einer Lehrstelle suchten.

Die Gewerkschaften übten denn auch Kritik und erneuerten ihre Forderung nach einer Ausbildungsplatzumlage. „Insgesamt schätze ich die Zahl derjenigen, die immer noch keine Ausbildung haben, sogar auf 160 000“, klagte IG-Metall-Vorstandsmitglied Regina Görner im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das Lehrstellenangebot sei gemessen daran weiterhin völlig unzureichend. „Wir haben gerade das schon damals nicht ausreichende Niveau von 2001 wieder erreicht“, sagte Görner.

Der DGB bemängelt, dass nach wie vor nur 23 Prozent der Betriebe ausbildeten. „In Westdeutschland ist die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze sogar im vergangenen Jahr um drei Prozent gesunken“, sagte Görner. Dabei sei besonders bedenklich, dass das Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen trotz Konjunkturaufschwung bundesweit stagniere.

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