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14.09.2011

06:23 Uhr

Wirtschaft in Berlin

Wowereits „armes“ Berlin boomt ohne Ende - fast

VonDietmar Neuerer, Silke Kersting

Nach dem CDU-Bankenskandal lag Berlin am Boden. Wowereit übernahm eine hoch verschuldete Stadt. Der Schuldenberg ist zwar immer noch immens hoch, doch die Wirtschaft in der Hauptstadt brummt. Aber nicht jeder profitiert.

Klaus Wowereit beim Besuch der Berlin Chemie AG (Archivbild). dpa

Klaus Wowereit beim Besuch der Berlin Chemie AG (Archivbild).

BerlinWer kennt ihn nicht, den Spruch von Klaus Wowereit, Berlin sei zwar arm, aber trotzdem sexy. Es war das Jahr 2003, als der SPD-Mann als Regierender Bürgermeister die Lage Berlins mit diesen Worten umschrieb. Die Stadt stand damals tief in der Kreide, war noch völlig gerädert von den Folgen des Skandals um die Bankgesellschaft Berlin und hatte sichtlich Mühe sich zu berappeln und das Gespenst des Haushaltsnotstands abzuschütteln. Die Lage blieb brenzlig für die Stadt und für Wowereit.

Das wurde erst recht deutlich, als dem Sozialdemokraten aus Tempelhof sein flapsiger Spruch drei Jahre später höchstrichterlich um die Ohren gehauen wurde. Im Oktober 2006 verweigerte das Bundesverfassungsgericht dem Land Sonderhilfen zur Sanierung des mit mehr als 60 Milliarden Euro völlig überschuldeten Haushalts. Das Land sei weder in einer "extremen Haushaltsnotlage", noch habe es bisher genügend Eigenanstrengungen unternommen, urteilten die Richter des Zweiten Senats damals. Und dann fügte der Senatsvorsitzende Winfried Hassemer noch in Anspielung auf Wowereits "Arm, aber sexy"-Bemerkung hinzu: „Vielleicht ist Berlin ja sexy, weil es gar nicht so arm ist.“

Seitdem sind einige Jahre vergangen. In Berlin hat sich viel getan. Viel Positives aus Wirtschaftssicht. Fast möchte man meinen, Wowereits rot-rote Koalition hätte sich die richterliche Zurechweisung tatsächlich zu Herzen genommen und in gewinnbringende Wirtschaftspolitik umgesetzt. Dass es der Hauptstadt inzwischen wieder wesentlich besser geht, ist jedenfalls keine Wahlkampf-Mär, sondern Realität. Das sehen auch renommierte Wirtschaftsforscher so. 

Kommentare (6)

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Joachim

14.09.2011, 08:06 Uhr

Dieser Bericht hätte mich nach der Wahl in Berlin nicht gestört, so aber handelt es sich um eine einseitge und billige Wahlkampfunterstützung für Herrn Wowereit.

Account gelöscht!

14.09.2011, 08:48 Uhr

Der Berliner Arbeitsmarkt ist die schlagende Begründung für einen allgemeinen Mindestlohn: Massenweise nutzen Geschäftemacher die verzweifelte Arbeitsmarktlage, um sich ihre häufig zweifelhaften Geschäftsmodelle auf dem Umweg über Hartz IV vom Staat finanzieren zu lassen. Wer braucht beispielsweise Callcenter, die ihren Mitarbeitern 3-4 EUR/h zahlen? Die terrorisieren doch nur bundesweit ahnungslose Omas mit illegaler Kaltakquise.

Account gelöscht!

14.09.2011, 09:55 Uhr

Ja wenn das so ist, dann sofort weg mit dem Länderfinanzausgleich. Aber mal ehrlich, kann es sein dass manche Autoren hier auf 400 Euro Basis für den Berliner Senat arbeiten?

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