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31.07.2014

11:44 Uhr

Wirtschaft und Kommunen

Widerstand gegen Lohnplus von drei Prozent

„Kein Spielraum für weitere Lohnerhöhungen“: Wirtschaft und Kommunen widersprechen Bundesbankpräsident Jens Weidmann. Andere kritisieren die Lohndebatte grundsätzlich.

In einigen Kommunen können Personalkosten nur über weitere Schulden finanziert werden: Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, erinnert an die schwierige wirtschaftliche Lage. dpa

In einigen Kommunen können Personalkosten nur über weitere Schulden finanziert werden: Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, erinnert an die schwierige wirtschaftliche Lage.

BerlinGegen ein von Bundesbankpräsident Jens Weidmann angeregtes Lohnplus von drei Prozent gibt es Widerstand in der Wirtschaft und in den Kommunen. Es gebe „keinen Spielraum für weitere Lohnerhöhungen, wie sie teilweise für die Wirtschaft gefordert werden“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der „Bild“-Zeitung vom Donnerstag. In vielen Städten und Gemeinden sei die „Haushaltslage weiterhin so dramatisch, dass teilweise sogar Personalkosten nur über weitere Schulden finanziert werden können“.

Bundesbankpräsident Weidmann hatte Lohnzuwächse von rund drei Prozent als der wirtschaftlichen Lage in Deutschland angemessen eingestuft. Das stieß auch beim Arbeitgeberverband Gesamtmetall auf Kritik. „Diese Idee passt nicht in die Zeit“, sagte Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander der „Passauer Neuen Presse“. Er warnte vor zu hohen Abschlüssen: „Wenn der Schluck zu groß ist, fehlt den Unternehmen das Geld, um in neue und moderne Arbeitsplätze zu investieren.“ Wenn zu wenig investiert werde, litten die Produktivität und letztlich die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. „Das gefährdet Arbeitsplätze in Deutschland“, sagte Zander.

Der Chef des Sachverständigenrates, Christoph Schmidt, kritisierte grundsätzlich die Lohndebatte. Die Kernfrage sei stattdessen, „warum in Deutschland seit Jahren so wenig investiert wird“, sagte Schmidt dem Handelsblatt. Er bezeichnete es zudem vor dem Hintergrund der von Weidmann als angemessen eingestuften Lohnsteigerung von drei Prozent als „wenig zielführend“, eine „konkrete Zahl“ zu nennen, „da wir sehr heterogene Branchen in Deutschland haben“

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Die drei Prozent ergeben sich nach Weidmanns Rechnung aus mittelfristig knapp zwei Prozent Inflation und einem Prozent Produktivitätswachstum. Der Bundesbankpräsident hatte aber in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zugleich vor zu hohen Lohnsteigerungen gewarnt. „Lohnabschlüsse, die deutlich über einen produktivitätsorientierten Anstieg hinausgehen, würden Wachstum und Beschäftigung in Deutschland schaden und dem Euroraum einen Bärendienst erweisen“, sagte er.

Vor Weidmann hatte bereits der Chefökonom der Bundesbank, Jens Ulbrich, für höhere Lohnabschlüsse plädiert. Am Wochenende sagte zudem EZB-Chefvolkswirt Peter Praet dem „Spiegel“, in Staaten wie Deutschland, in denen „die Inflationsrate niedrig und der Arbeitsmarkt in guter Verfassung ist“, seien höhere Verdienststeigerungen angemessen.

Von

afp

Kommentare (2)

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Herr Omarius M.

31.07.2014, 14:06 Uhr

JA man Hält gerade den D AN kurz und jammert anderseits das zb der Automarkt einbricht...

von Erhardt Politik ist nur noch der Name über...

Herr Omarius M.

31.07.2014, 14:08 Uhr

Nachtrag
Und hätten sich die selben kreise mal aufgeregt über die Diäten und Parteien Finanzierung.... die haben trotz Krise massiv zu gelegt...

Folglich man führt n verdeckte Agenda setting gegen die D AN

und zeitgleich erklärt man die D profitieren von der EU und dem Euro.....

Orwell läst grüßen..

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