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06.10.2011

15:13 Uhr

Wirtschaftsförderung

Merkel gegen Erhalt der Investitionszulage

Die ostdeutsche Wirtschaft braucht auch 21 Jahre nach der deutschen Einheit noch Unterstützung. Kanzlerin Merkel ist gegen einen Erhalt der Investitionszulage Ost - und stellt sich gegen die fünf ostdeutschen Regierungschefs.

Sachsens Ministerpräsident Tillich, Kanzlerin Merkel und Innenminister Friedrich sind nicht einer Meinung bei der Investitionszulage. Reuters

Sachsens Ministerpräsident Tillich, Kanzlerin Merkel und Innenminister Friedrich sind nicht einer Meinung bei der Investitionszulage.

LeipzigBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der Forderung nach einem Erhalt der Investitionszulage Ost eine Absage erteilt. Sie sei nicht der Ansicht, dass die Zulage auch in Zukunft das geeignete Mittel sei, um den Aufbau der Wirtschaft zu unterstützen, sagte Merkel am Donnerstag nach einem Treffen mit den fünf ostdeutschen Regierungschefs in Leipzig.

Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) sagte dagegen: „Wir wollen erreichen, dass dieses Instrument seine Fortsetzung findet“ - und zwar bis zum Jahr 2019. Bislang ist vorgesehen, dass die Investitionszulage 2013 ausläuft.

Kleinere und mittlere Unternehmen können derzeit laut Tillich noch eine 15-prozentige staatliche Förderung bei Investitionen erhalten, Großunternehmen sieben Prozent. „Das ist eine Maßnahme, die planbar ist“, sagte Tillich. Die Bundeskanzlerin sagte jedoch, sie strebe eine „kleinteiligere Förderung“ anstelle der Investitionszulage Ost an.

Merkel und die Regierungschefs waren sich einig, dass die Wirtschaft im Osten weiter Unterstützung brauche. „Der Aufbau der Wirtschaft ist gut vorangekommen“, sagte Merkel. „Dennoch haben wir noch lange nicht das Niveau der Altbundesländer erreicht, noch nicht einmal das Niveau der strukturschwachen Länder.“

Die Folgen des demografischen Wandels, der Ostdeutschland besonders hart trifft, wollen Bund und Länder gemeinsam meistern. Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) stellte ein Handlungskonzept vor, um die Daseinsvorsorge auch in strukturschwachen Regionen zu gewährleisten. Dabei geht es unter anderem um die ärztliche Versorgung auf dem Land oder den öffentlichen Nahverkehr. Förderprogramme des Bundes und EU-Fördergelder ab 2014 sollen stärker auf die Demografieprobleme ausgerichtet werden.

Der Bevölkerungsschwund im Osten werde sich fortsetzen, um 900.000 Einwohner in den nächsten zehn Jahren. „Das bedeutet, dass 400.000 Wohnungen nicht mehr vermietbar sein werden“, sagte Sachsens Regierungschef Tillich. Um den nötigen Abriss fortsetzen zu können, bräuchten die Wohnungsunternehmen im Osten eine weitere Entlastung von ihren Altschulden aus DDR-Zeiten. Die Ministerpräsidenten forderten deswegen eine Anschlussregelung für die 2013 auslaufende Altschuldenhilfeverordnung.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Rene

06.10.2011, 16:35 Uhr

Es ist so einfach, Geld zu fordern.

In allererster Linie muss das Staatsdefizit ausgeglichen werden.

Denn niedrige Zinsen und rückläufige Staatsverschuldung setzt nachhaltig Haushaltsmittel frei als kurzfristige Investitionssubvention.

Account gelöscht!

06.10.2011, 16:45 Uhr

Merkel läßt wieder rätseln. Was heißt kleinteilig? Soll das eine Sonderwirtschaftszone Schwedt sein, Sonderwirtschaftszone Frankfurt/O oder Sonderwirtschaftszone Eisenhüttenstadt? Oder heißt das nur: Hier hast du 10 Euro und gib die nicht gleich aus.
Die kann einfach nicht konkret werden und Orientierung vermitteln. Deshalb ist sie untragbar.

Walter

06.10.2011, 21:08 Uhr

Warum dei Ostgebiete fördern, oder subventionieren?
Die netten Bürger im Osten sind doch nicht minderbemittel, oder gar doof.

Es ist einfach menschverachtend, die netten Bürger im Osten zu behandeln, als wenn sie doof sind.

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