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19.06.2012

16:10 Uhr

Wirtschaftsminister

Obamas Leibwächter zwingen Rösler zu Fußmarsch

Rund um das Weiße Haus gelten rigorose Sicherheitsmaßnahmen. Die Delegation des Bundeswirtschaftsministers erwartete in Washington dennoch eine Sonderbehandlung für den Vizekanzler- und verrechnete sich gründlich.

Philipp Rösler in Washington D.C. vor dem Weißen Haus. dpa

Philipp Rösler in Washington D.C. vor dem Weißen Haus.

Washington"Warum fahren wir nicht?" Verwundert blickte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler im Kleinbus vor dem Weißen Haus in Washington auf seine Berater. Der Bus sollte sie nach einem Gespräch mit Gene Sperling, dem Leiter des Nationalen Wirtschaftsrates, am Montag zum nächsten Termin bringen.

Ein Delegationsmitglied fragte den Fahrer nach der Ursache, und der antwortete, die Sicherheitsleute um den Amtssitz des Präsidenten hätten ihm den Führerschein abgenommen, weil der Bus im Halteverbot gestanden habe. Auch der Hinweis, es handele sich um ein deutsches Regierungsmitglied, habe das nicht verhindern können. Dass US-Präsident Barack Obama gar nicht im Weißen Haus, sondern gerade mit Angela Merkel beim G20-Gipfel in Mexiko verhandelte, änderte daran nichts.

Der deutsche Botschafter Peter Ammon, der zur Delegation gehörte, "legte sich fast mit der Polizei an", berichtete Rösler abends, um die Rückgabe der Fahrerlaubnis zu erreichen. Ammon habe aber lediglich zur Antwort erhalten: "Wenn Sie aus Deutschland kommen, müssten Sie ja eigentlich wissen, wie wichtig es ist, die Gesetze zu befolgen."

So musste die Delegation zu Fuß ins - allerdings nicht weit entfernte - Willard Hotel zu einer Diskussion der Friedrich-Naumann-Stifung laufen. Rösler versicherte, der Fahrer habe noch im Laufe des Tages seinen Führerschein zurückerhalten.

Von

dapd

Kommentare (12)

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atp50

19.06.2012, 17:03 Uhr

In der Tat eine verdammt wichtige Story! Fragt sich nur wem man hier am meisten bedauern muss: Den deutschen Botschafter? Den Fahrer? Den Polizisten? Röslers Absätze? Die HB-Leser?

seppomat

19.06.2012, 17:07 Uhr

DER AMTSSITZ
die Sicherheitsleute um das Amtssitz des Präsidenten

Account gelöscht!

19.06.2012, 17:12 Uhr

Ich empfand den Artikel als interessant. Auch solche Nebengeschichten können einen Informationswert haben. Manchmal hört man einem Menschen eine Stunde zu. Dann sagt er in der Raucherpause einen Satz, der mehr Inhalt hat wie die ganze Rede. Alles schon erlebt - privat, beruflich wie in der Politik.

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