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21.06.2016

15:11 Uhr

Wirtschaftsrat-Treffen

Wer hat Angst vor Rot-Rot-Grün?

VonDaniel Delhaes, Frank Matthias Drost

Beim Jahrestreffen des CDU-nahen Wirtschaftsrates diskutieren international renommierte Politiker und Unternehmer über die Zukunft Europas. Doch vor allem geht es um eins: Angela Merkel und ein neues Profil für die CDU.

Im kommenden Jahr stehen Bundestagswahlen an, doch schon jetzt versuchen sich die Parteien neu zu positionieren.

Grün-Rot oder Geld-Schwarz

Im kommenden Jahr stehen Bundestagswahlen an, doch schon jetzt versuchen sich die Parteien neu zu positionieren.

BerlinDas Maritim-Hotel in der Berliner Stauffenbergstraße gleicht einem Hochsicherheitstrakt. Außerhalb des Hotels zeigt die Polizei Präsenz, im Hotel kontrollieren Security-Leute die Ausweise. Hier, im Maritim-Hotel findet der diesjährige Wirtschaftstag des CDU-Wirtschaftsrates statt. Prominenz aus Politik und Wirtschaft hat sich angesagt. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ist da, der Vorstandschef der Deutschen Bank, John Cryan, der Vorsitzende der Euro-Gruppe Jeroen Dijsselbloem. Und die Veranstaltung geht los, obwohl der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy noch nicht eingetroffen ist.

Das Who is Who ließe sich problemlos fortführen, über EU-Digitalkommissar Günther Oettinger bis hin zu Daimler-Chef Dieter Zetsche. Auch FDP-Chef Christian Lindner sitzt auf einem Podium. Spätestens mit diesem Redner beginnen die Spekulationen um die Frage, welche Regierung sich die Unternehmerschaft denn ab Herbst 2017 in Deutschland wünscht – neben der Frage nach der Zukunft Europas mit oder ohne Großbritannien.

Über das „Europa in der Zeitenwende“ diskutiert der Wirtschaftsrat an diesem Dienstag in Berlin. Zwei Tage noch, dann stimmen die Briten darüber ab, ob sie Europa verlassen und damit als ordnungspolitische Stimme in der EU ausfallen wie auch als sicherheitspolitischer Anker. Plötzlich wäre die Heimat des weltweit größten Finanzplatzes in Europa nur noch ein einem Drittstaat angesiedelt anstatt Teil der politischen Union zu sein.

„Europa steht vor großen Herausforderungen“, stimmt der Präsident des CDU-Wirtschaftsrates, Werner M. Bahlsen die 2.500 Teilnehmer auf die nahende Volksabstimmung in Großbritannien über den Verbleib in der EU ein. Großbritannien solle nicht die EU verlassen, sondern alles tun, um sie besser zu machen, fordert Dijsselbloem. Und dabei eine führende Rolle spielen. Und Wolfgang Schäuble sagt: „Ich hoffe, die Briten bleiben in der EU“, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Für Deutschland wäre mit dem Austritt ein großer Schaden verbunden. Eines sei aber klar: Selbst wenn die Briten der EU erhalten bleiben, „können wir nicht so weiter machen wie bisher“.

Denn nicht nur in Großbritannien sei die Skepsis groß. Auch in anderen Ländern würden die Zweifel am europäischen Gedanken wachsen – sowohl am rechten wie auch am linken Rand. Man habe häufig den Kontakt zum Bürger verloren. „Vielleicht“, so Schäuble, „ist Europa auch zu selbstverständlich geworden als dass man es noch schätzen kann“. Seine Erfahrung sei, dass sich Europa gerade in Krisen weiter entwickele. „Die Krise ist so groß, da ist mir um Europa nicht bange“, schloss Schäuble.

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Dann spricht Deutsche Bank-Chef Cryan und stimmt den Wirtschaftstag schon auf turbulente Zeiten ein. „Die Tage rund um das Referendum werden für die Kapitalmärkte ein Härtetest“, sagte Cryan. „Ich kann Ihnen jedoch versichern, dass wir uns bei der Deutschen Bank gut darauf vorbereitet haben“, sagte der gebürtige Brite. Und er habe großes Vertrauen, dass auch die Notenbanken die Stabilität der Märkte genau im Blick haben. Er persönlich hoffe, „dass unsere Sorgen unbegründet sind“, sagte er mit Blick auf den drohenden Brexit.

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