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22.05.2012

01:18 Uhr

Wirtschaftsstudie

Geringverdiener schuften über 50 Stunden pro Woche

Sie arbeiten so viel wie Top-Banker oder Spitzenärzte, verdienen aber nur einen Bruchteil. Eine neue Studie zeigt, dass hunderttausende Geringverdiener über 50-Stunden-Wochen haben. Das könnte sie krank machen.

Rund ein Fünftel aller Arbeitnehmer gehören zu Geringverdienern, darunter auch Pflegefachkräfte. dapd

Rund ein Fünftel aller Arbeitnehmer gehören zu Geringverdienern, darunter auch Pflegefachkräfte.

BerlinViele Beschäftige mit Niedriglöhnen schuften extrem lange, um ihre Existenz zu sichern. Jeder vierte Geringverdiener mit Vollzeitjob arbeite in der Regel wöchentlich 50 Stunden und mehr, berichtet die „Berliner Zeitung“ unter Berufung auf eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Dies sei nicht nur ein sozialpolitisches Problem, sondern die Beschäftigten riskierten auch gesundheitliche Beeinträchtigungen. „So lange Arbeitszeiten wie bei den Niedriglöhnern gibt es ansonsten nur am oberen Ende der Einkommensskala, also bei Gutverdienern in Vollzeit“, zitiert das Blatt den Studienautor Karl Brenke.

Insgesamt arbeiten der Untersuchung zufolge fast 900 000 Geringverdiener mindestens 50 Wochenstunden. Als Beispiele werden Kraftfahrer, Lagerarbeiter und Beschäftigte im Gastgewerbe genannt. Im Durchschnitt sind Geringverdiener mit Vollzeitjob laut DIW 45 Wochenstunden im Einsatz - und damit zwei Stunden mehr als alle anderen Vollzeitkräfte.

Das Institut verweist auch auf das Arbeitszeitgesetz, nach dem die Wochenarbeitszeit nicht dauerhaft länger als 48 Stunden sein darf. Als Geringverdiener gelten Arbeitnehmer, die weniger als zwei Drittel des mittleren Stundenlohns erhalten. 2010 lag die Schwelle bei 9,26 Euro brutto.

Insgesamt erhielten im Jahr 2010 rund 22 Prozent aller Arbeitnehmer einen Niedriglohn, so das DIW. Mehr als die Hälfte habe eine Tätigkeit ausgeübt, für die eine Lehre oder ein Hochschulabschluss nötig sei. Zu diesen Beschäftigten gehörten etwa Verkäufer, Arzthelfer, Bäcker, Berufe im Gastgewerbe, Friseure und Pflegekräfte.

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Von

dpa

Kommentare (21)

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Tomate

22.05.2012, 06:44 Uhr

Das Motto in der EU lautet: Malochen und sterben!

Wenig verdienen, wenig erleben und möglichst frühzeitig ableben damit auch keine Mindestrente gezahlt werden muss.

JAJA

22.05.2012, 07:29 Uhr

Wie wurde das Ganze noch gleich von der Kanzlerin beschrieben?
"Deutschland geht es gut!"
Sehr fein, dann muss sich ja auch nichts ändern.
Auch nicht, das ein fünftel der Beschäftigten für Merkel, neben bemerkt "Kanzlerin ALLER Deutschen", offensichtlich nicht zur Bevölkerung zählt.
Und die Spezialdemokraten sind weiterhin im Tiefschlaf.

ManfredRoeseler

22.05.2012, 07:42 Uhr

Wirklich Neu ? Nein , die Beschäftigungszahlen stimmen und nur das ist wichtig wo diese Arbeitsstellen entstehen und zu welchen Konditionen ist von sekundärer Bedeutung es ist purer Populismus wenn sich SPD und Grüne die dies erst möglich gemacht haben sowie CDU und FDP vor das Parlament stellen und über Vollbeschäftigung reden dies kann ich so auch erreichen auf dem Rücken der Menschen die keine Lobby haben.

Manfred Röseler 12207 Berlin - Lichterfelde

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