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23.06.2012

14:11 Uhr

Wirtschaftsweise Buch

„Griechische Einkommen sind zu hoch“

Weitere massive Einschnitte für die Griechen, möglichst rasche Hilfen für Spaniens Banken, keine gemeinsame Einlagensicherung im Euro-Raum - die neue Wirtschaftsweise Claudia Buch bezieht klar Position.

Wirtschaftsweise Buch: Die Löhne in Griechenland müssen runter. dapd

Wirtschaftsweise Buch: Die Löhne in Griechenland müssen runter.

Tübingen, BerlinDie Wirtschaftsweise Claudia Buch hält die Einkommen der Griechen für zu hoch. Der „Südwest Presse“ sagte die Wissenschaftlerin, sie sei überzeugt, dass den Menschen in Griechenland noch massive Einschnitte bevorstehen. „Die Einkommen sind zu hoch im Vergleich zur derzeitigen Leistung der griechischen Wirtschaft.“

Solche harten Anpassungen ließen sich auch nicht umgehen, indem Griechenland aus dem Euro ausscheide. „Die Strukturreformen sind schmerzhaft für die griechische Bevölkerung. Aber sie müssen so oder so kommen, damit die Wirtschaft zukünftig wachsen kann.“ Die Tübinger Professorin war erst im Februar in den fünfköpfigen Rat der Wirtschaftsweisen berufen worden, der die Bundesregierung berät.

Im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“ mahnte Buch zudem, dass die spanischen Banken jetzt rasch gerettet werden müssten. „Die Rekapitalisierung der spanischen Banken muss sehr schnell gehen.“ Sie rechne damit, dass ein Großteil der Hypotheken nicht zurückgezahlt werden könne. Die Bilanzen vieler spanischer Banken werden durch Milliardensummen „fauler“ Immobilienkredite belastet, denn viele Kunden können das geliehene Geld nicht mehr zurückzahlen.

Die Wirtschaftsweise kritisierte zudem die Pläne für eine gemeinsame europäische Einlagensicherung. „Eine europäische Einlagensicherung hilft nicht, mit dem Schuldenüberhang in Europa umzugehen.“ Eine solche Lösung berge immer die Gefahr, dass Banken und Sparer das System ausnutzten und sich sehr riskant verhielten.

Zugleich warnte Buch vor einer europäischen Bankenaufsicht durch die Europäische Zentralbank. Die Zentralbank sei in einem Interessenkonflikt, wenn Geldpolitik und Aufsicht unter einem Dach säßen. „Wenn die Banken in einem Krisenfall Geld zur Restrukturierung brauchen, dann sollte das von den Regierungen kommen, nicht aber von der Notenbank.“

Von

dpa

Kommentare (21)

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Account gelöscht!

23.06.2012, 15:42 Uhr

Mein Gott Walter, ist diese Wirtschaftswaise im Heim aufgewachsen?
Wenn die GR die Löhne der Situation anpassen sollen,dann laufen denen die Fachkräfte davon und über kurz und lang hat GR überhaupt keine Steuereinnahmen mehr.
Und was geht uns die Rettung spanischer Banken an,die überteuerte Wohnungen finanziert haben? Immobilien haben je nach Nutzungskonzept immer einen Wert. Und wenn ganze Siedlungen zu Altenpflegeheimen werden. Wir haben genug alte pflegebedürftige Leute und Spanien hat genügend Personal. Oder lassen sich ehemalige Bauarbeiter nicht umschulen?
Und so was berät unsere Regierung.

Account gelöscht!

23.06.2012, 16:07 Uhr

Mir platzt der Kragen, lebe jetzt seid 13 Jahren in Griechenland, mein Mann ist Saisonarbeiter und verdient in der niedrigsten Rentenversicherungsklasse 595,- Euro, im Winter bekommt er 455,- Euro Arbeitslosengeld, aber die Löhne sind ja laut Frau Claudia Buch zu hoch, erklären sie mir doch bitte wie ich davon einen Haushalt mit 2 Kindern ernähren soll .lasst den kleinen Mann in Ruh und zapft lieber die an,die wirklich die dicke Kohle machen.
Schoene gruesse aus Korfu

Ramon.Galuptra

23.06.2012, 16:16 Uhr

Das Einkommen von Frau Buch im Vergleich zu Ihrer derzeitigen Leistung ist ebenfalls zu hoch.

Wer jetzt die Löhne noch weiter absenkt, lässt das Land endgültig an die Wand fahren. Fachkräfte verlassen das Land, die Binnenwirtschaft ist jetzt schon fast tot.

Und natürlich kein Wort davon, dass die superreichen Griechen und Unternehmen keine Steuern zahlen. Wäre dies der Fall, hätte Griechenland kein Problem mehr.


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