Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.06.2017

08:18 Uhr

Wirtschaftsweiser Michael Hüther

Wirtschaft ist ein schlechtes Wahlkampf-Thema

Ökonom Michael Hüther sieht die deutsche Wirtschaft in einer guten Verfassung. Der Wirtschaftsweise hält soziale Gerechtigkeit deshalb für ein schlechtes Wahlkampfthema. Eine solche Strategie könne nach hinten losgehen.

Sicherheitspolitik für Bürger

10-Punkte-Plan – das ist das Konzept der SPD

Sicherheitspolitik für Bürger: 10-Punkte-Plan – das ist das Konzept der SPD

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

KölnDie soziale Gerechtigkeit dürfte nach Ansicht eines Ökonomen im Bundestagswahlkampf nur eine untergeordnete Rolle spielen – denn den Deutschen gehe es wirtschaftlich gut. „Ich bin mir nicht sicher, inwiefern die Verteilungs- und Gerechtigkeitsfragen auf der Tagesordnung bleiben“, sagte der Chef des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, der Deutschen Presse-Agentur. „Missstände zu beschreiben, wo keine jetzt so richtig sind, ist auch schwierig.“

Hüther, der als einer der fünf sogenannten Wirtschaftsweisen ein wichtiger Berater der Bundesregierung ist, verwies auf die wirtschaftliche Lage im Land: „Wir haben steigende Reallöhne, wir haben steigende reale Renten, wir haben ein geringes Arbeitsplatz-Risiko, die Menschen haben die geringsten Sorgen um ihre eigene wirtschaftliche Lage seit 1991.“ Das werde sich in absehbarer Zeit auch nicht ändern: „Die Robustheit des Arbeitsmarkts bleibt. Ich sehe im Moment keinen Anlass, dass sie abbricht“, sagte Hüther.

SPD auf Schnitzeljagd: Schulz sucht einen Wahlkampfhit

SPD auf Schnitzeljagd

Premium Schulz sucht einen Wahlkampfhit

Der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz fordert einen leistungsfähigen Staat, mehr Sicherheit und ein starkes Europa. Doch bei seiner Suche nach einem durchschlagenden Thema ist er noch nicht fündig geworden.

„Vor einem solchen Hintergrund kann eine SPD-Strategie nicht funktionieren, die Agenda zu verteufeln. Irgendwann wird das absurd“, sagte der Ökonom. „Da muss man ja schon bösartig sein.“ SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hatte angekündigt, die Reformen der 2003 vom damaligen SPD-Kanzler Gerhard Schröder angestoßenen Agenda 2010 teilweise korrigieren zu wollen.

Auch durch die Flüchtlinge habe sich die Situation letztlich nicht verschlechtert, fuhr Hüther fort: „Die sind ja irgendwie alle schon im System, und die Quoten drehen trotzdem nicht in die andere Richtung.“ Die Quartalsdaten zur Wirtschaftsentwicklung seien seit 2013 „wie mit dem Lineal gezogen“. „Das haben wir historisch noch nie gehabt.“

Aber auch Hüther sieht Probleme, die von der Politik angegangen werden müssten: Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger und die Zahl der Langzeitarbeitslosen nähmen kaum noch ab, sagte er. Zudem müsste die Mittelschicht steuerlich entlastet werden: „Da greift der Mittelstandsbauch, also diese wirklich unfaire Steuergestaltung. Dass die SPD sich das tabuisieren lässt von der Linken, finde ich ehrlich gesagt nicht sonderlich klug.“

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Frau Edelgard Kah

06.06.2017, 12:27 Uhr

Endlich. Endlich zeigt einmal jemand der SPD und den Linken, wo der Hammer hängt. Weiter so, Herr Hüther. Jetzt im Wahlkampf können Sie zeigen, was in Ihnen steckt.

Herr Günther Schemutat

06.06.2017, 13:10 Uhr

Natürlich ist die Wirtschaft in guter Verfassung , schließlich hat Schröder und Fischer das neue Sklaventum eingeführt, zur Freude der Wirtschaft. Heute ist es bereits so, dass selbst Migranten diese billigen Jobs als unannehmbar ablehnen.

Wirtschaft ist daher immer ein Wahlkampfthema , allerdings sollte dieses Thema nicht gerade die SPD führen. Der Boss der Bosse Schröder hat die SPD als Wurmfortsatz an die Wirtschaft angehängt. Wenn selbst Merkel und die Union
die Reformen über den Klee loben und die SPD noch gegen andere verteidigen ,
dann hoffe ich , dass die Linke endlich neu und selbstbewusst auftritt.

Das eine Partei die immer nur meckert , die Spannung verliert ist klar. Aber das
muss nicht sein. Als die PDS damals Werbung auf Plakate gezeigt haben, war ich
Nichtanhänger von Linken Parteien freudig erstaunt. Witzig ,klar anziehend.

Warum geht das nicht mehr?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×