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24.11.2015

18:22 Uhr

Wo steckt Salah Abdeslam?

Hinweis auf Terrorverdächtigen in Ostwestfalen bestätigt sich nicht

Fieberhaft suchen Behörden nach den Pariser Anschlägen nach abgetauchten Terroristen. Ein Hinweis führte nach Ostwestfalen. Nach einem Großeinsatz ist klar: Der Terrorverdächtige Salah Abdeslam versteckt sich dort nicht.

Suche nach Abdeslam

Versteckt sich der Paris-Attentäter in NRW?

Suche nach Abdeslam: Versteckt sich der Paris-Attentäter in NRW?

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Rahden/BielefeldNach einem Polizeieinsatz im Zuge der Suche nach dem Terrorverdächtigen Salah Abdeslam in Ostwestfalen gibt die Polizei Entwarnung. Ein Hinweis, dass der international gesuchte Bruder eines der Selbstmordattentäter von Paris sich in Rahden im Kreis Minden-Lübbecke aufhalten könnte, bestätigte sich am Dienstag nicht, wie die Polizei mitteilte.

Mehrere Personen seien am Dienstag bei einem größeren Einsatz überprüft worden. Der Gesuchte sei jedoch nicht darunter gewesen, sagte ein Polizeisprecher. „Nach unseren Ermittlungen können wir bislang davon ausgehen, dass die kontrollierten Personen in keinem Zusammenhang mit den Pariser Attentaten stehen.“ Allerdings dauere die Überprüfung der Personalien an. Der Hinweis auf den international zur Fahndung ausgeschriebenen Abdeslam sei aus der Bevölkerung gekommen. Es habe Anlass gegeben, den Verdacht ernst zu nehmen, sagte ein Polizeisprecher.

Anti-Terror-Forderungen in Deutschland und ihre Umsetzbarkeit

Schärfere Grenzkontrollen

Schon jetzt wird wieder kontrolliert – vor allem wegen des anhaltenden Flüchtlingsandrangs in Bayern. Nach den Attentaten lässt Innenminister Thomas de Maizière auch die Grenze zu Frankreich stärker überwachen sowie den Flug- und Zugverkehr.

Grenzschließung

Die Grenzen völlig dicht zu machen, gilt aber als unmöglich – niemand kann Tausende Kilometer grüne Grenze lückenlos überwachen, ohne neue Mauern und Zäune zu bauen. Letzteres will Kanzlerin Angela Merkel auf keinen Fall.

Verdächtige Islamisten lückenlos überwachen

Angesichts der benötigten Anzahl von Polizisten gilt das als unmöglich. Um nur einen „Gefährder“, der jederzeit einen Terrorakt begehen könnte, rund um die Uhr zu bewachen, sind laut Experten im Schnitt rund 40 Beamte nötig. Derzeit sind den Behörden 420 „Gefährder“ bekannt. Hochgerechnet bedeutet das, es müssten fast 17.000 Beamte allein für die Überwachung dieses Islamistenkreises eingesetzt werden.

Kommunikation möglicher Terroristen besser überwachen

Nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ stockt die Bundesregierung die Geheimdienste um fast 500 Stellen auf, ein Teil davon soll im Kampf gegen den Terrorismus eingesetzt werden. Der Bundesnachrichtendienst und das Bundesamt für Verfassungsschutz versuchen schon jetzt rund um die Uhr, mögliche Attentäter zu entdecken, wenn sie ihre Taten im Internet vorbereiten oder absprechen. Lückenlosen Schutz können aber auch solche Lauschaktionen nicht bringen – zumal sie in der öffentlichen Debatte höchst umstritten sind.

Mit Spezialeinheiten war die Polizei daher am Dienstag in der kleinen Stadt am nördlichen Rand Nordrhein-Westfalens angerückt. Einige Straßen im Ortsteil Varl waren stundenlang abgeriegelt. Im Visier standen eine Wohnung sowie ein Fahrzeug. Im Laufe des Einsatzes seien dann neun Menschen, darunter drei Kinder, kontrolliert worden, ohne dass der Verdacht erhärtet werden konnte.

Fieberhaft fahndet die Polizei in mehreren Ländern bisher ergebnislos nach Salah Abdeslam. Er ist der Bruder eines der Pariser Selbstmordattentäter und soll eine Unterstützerrolle bei den blutigen Anschlägen vor zehn Tagen gehabt haben. Zuletzt hatten die Behörden nach dpa-Informationen mehrmals Hinweise auf seinen vermeintlichen Aufenthaltsort erhalten, die aber letztlich nicht zum Ziel führten.

Von

dpa

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