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21.03.2006

13:14 Uhr

Woba-Verkauf

West-Städte wollen Geld von Dresden

Der Verkauf zehntausender städtischer Wohnungen in Dresden mit einem Erlös von fast einer Milliarde Euro hat im Westen der Republik Begehrlichkeiten geweckt: Kommunen in den alten Ländern verlangen ein Stück vom Kuchen, weil sie meinen, früher für Dresden geblutet zu haben.

Ein Woba-Wohnhaus in Dresden. Foto: AP

Ein Woba-Wohnhaus in Dresden. Foto: AP

HB DRESDEN. Nach einem Bericht der in Dresden erscheinenden „Sächsischen Zeitung“ kritisieren kommunale Finanzexperten aus Dortmund, Stuttgart, Bremen und Frankfurt/Main, dass nach der Wiedervereinigung viele Millionen Mark oder Euro an Steuergeldern aus dem Westen nach Dresden geflossen seien, die auch den Wert der jetzt verkauften Wohnungen erhöht hätten.

Der Finanzbürgermeister von Dortmund, Guntram Pehlke, betonte, dass Gelder, die verwendet worden seien, um Woba-Wohnungen zu sanieren, in die Steuertöpfe zurückfließen sollten. Dafür seien Mittel von westdeutschen Städten gezahlt worden, die diese selbst dringend benötigten.

Dresdens Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann wies die Zahlungsforderungen zurück. Es seien Steuergelder aus dem Investitionszulagengesetz geflossen, so Vorjohann. Davon habe jeder etwas bekommen, VW genauso wie die Woba oder der Bäcker an der Ecke. Die sächsische Landeshauptstadt hatte ihre Wohnungsgesellschaft Woba mit 48 000 Wohnungen für 1,7 Milliarden Euro an den US-Finanzinvestor Fortress verkauft. Weil diese Summe die Verbindlichkeiten der Woba einschließt, bleiben für Dresden aber nur 982 Millionen Euro übrig. Mit dieser Summe sollen die Schulden der Kommune in Höhe von 741 Millionen Euro auf einen Schlag getilgt werden.

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