Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.06.2012

12:59 Uhr

„Woche der Umwelt“

Gauck warnt vor Planwirtschaft

Bundespräsident Gauck warnt die Politik, die Energiewende per Planwirtschaft umzusetzen. Zudem sollten nicht Steuerzahler, sondern die Verursacher für Umweltrisiken aufkommen. Damit sorgt er für reichlich Konfliktstoff.

Bundespräsident Joachim Gauck AFP

Bundespräsident Joachim Gauck

BerlinBundespräsident Joachim Gauck hat angesichts der Milliardenausgaben für die Förderung erneuerbarer Energien davor gewarnt, die Energiewende per Planwirtschaft umzusetzen. „Es wird uns nicht gelingen, allein mit planwirtschaftlichen Verordnungen. Schon gar nicht mit einem Übermaß an Subventionen“, sagte Gauck am Dienstag im Park von Schloss Bellevue zur Eröffnung der Woche der Umwelt. Es gebe keinen besseren Nährboden für Problemlösungen als eine Gesellschaft mit offenen Märkten und freiem Wettbewerb. Es sei dringlich, einen verlässlichen politischen Rahmen zu setzen und zwar so, dass Schädliches vermieden und Gewünschtes erreicht werde.

Zugleich betonte Gauck mit Blick auf Umweltschäden, wie sie etwa durch fossile Energieträger oder die Nutzung der Atomkraft entstehen können: „Marktwirtschaftliche, wachstumsfreundliche Umweltpolitik heißt für mich, dass Kosten für Umweltbelastungen und Umweltrisiken den Verursachern in Rechnung gestellt werden und nicht den Steuerzahlern“. Es könne nicht sein, dass solche Kosten der Generation der Enkelkinder aufgebürdet würden.

„Eine solche Haltung wäre schlicht verantwortungslos“, sagte Gauck vor tausenden Gästen im Park seines Amtssitzes. Er pries die großen Chancen umweltfreundlicher Technologien und verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass es beim UN-Nachhaltigkeitsgipfel Mitte Juni in Rio de Janeiro zu Fortschritten kommt, gerade auch in Sachen Klimaschutz. „Es ist keine Fiktion, dass eine folgenschwere Erderwärmung auf uns zukommt“, betonte Gauck.

Zu der zweitägigen Veranstaltung, die vom Bundespräsidenten und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt veranstaltet wird, werden rund 12.000 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft erwartet. 200 Vereine, Initiativen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen präsentieren dabei Projekte, Technologien und Produkte aus dem Umweltbereich. In 80 Gesprächsrunden wird über Schlüsselfragen der Klima- und Umweltschutzpolitik diskutiert. Auch Umweltminister Peter Altmaier (CDU) kam zur Eröffnung der Woche der Umwelt. Bisher fanden 2002, 2004 und 2007 solche Veranstaltungen statt.

Von

dpa

Kommentare (14)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Hagbard_Celine

05.06.2012, 13:17 Uhr

Ihr Kommentar:
"Es gebe keinen besseren Nährboden für Problemlösungen als eine Gesellschaft mit offenen Märkten und freiem Wettbewerb."

Stimmt; das liegt daran das auf diese Art die klugen Köpfe in der Gesellschaft für die Lösungsfindung gewonnen werden.

Ökosozialistische Planwirtschaft wie sie von den Grünen propagiert wird ist etwas für Betonköpfe.

Eine grün angestrichene DDR brauchen wir wie ein Loch im Kopf.

keeper

05.06.2012, 13:29 Uhr

natürlich.

und was für die Energieinfrastruktur gilt, gilt dann -nach den Gesetzen der Logik- auch für die Infrastruktur bei Bildung und Verkehr.

... manch Infrastruktur wirft eben erst sekundär Erträge ab...
(Bahn, Bildung, Wasser, Strom: die beste Technologie ist entweder exklusiv nur für die reichen - oder sie ist staatl. finanziert. überall auf der Welt.)

Der "gute Herr" plappert zu viel nach seinem gusto und ist aufgrund pers. Vorbelastung nicht in der Lage, frei zu denken.

Sei's ihm verziehn'.

Endlager

05.06.2012, 13:32 Uhr

Das bedeutet aber auch, dass die Atomwirtschaft sich
jetzt endlich selbst um die Endlager kümmern und vor allem
zahlen muß!

Was daran grün sein soll, ist mir ein Rätsel

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×