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29.07.2013

14:07 Uhr

„Wölfe“ und „Marder“

Die Rückkehr aus dem Afghanistan-Krieg

Das Ende des Kampfeinsatzes in Afghanistan naht, in Trabzon werden die ersten Bundeswehr-Fahrzeuge nach Deutschland eingeschifft. Eine Herausforderung für die Logistiker. Was wird 2014 noch am Hindukusch gebraucht?

Soldaten fahren Fahrzeuge der Bundeswehr im Hafen von Trabzon in der Türkei in den Laderaum des Spezialschiffs „Suecia Seaways“. Das Kriegsgerät stammt aus dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr und wurde auf dem Luftweg in die Türkei geschafft. Mit dem für den Nachmittag geplanten Ablegen der Fähre werden die ersten 200 Fahrzeuge nach dem Einsatz am Hindukusch wieder zurück nach Deutschland geschickt. dpa

Soldaten fahren Fahrzeuge der Bundeswehr im Hafen von Trabzon in der Türkei in den Laderaum des Spezialschiffs „Suecia Seaways“. Das Kriegsgerät stammt aus dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr und wurde auf dem Luftweg in die Türkei geschafft. Mit dem für den Nachmittag geplanten Ablegen der Fähre werden die ersten 200 Fahrzeuge nach dem Einsatz am Hindukusch wieder zurück nach Deutschland geschickt.

Istanbul/TrabzonDie Frontpartie des „Wolfs“ ist eingedellt, die Scheibe gesprungen. Die Beifahrerseite des gepanzerten Geländewagens ist eingedrückt, die Motorhaube hängt lose an der Karosserie. An dem „Wolf“ sind selbst im fernen Trabzon die Folgen des Krieges in Afghanistan zu sehen, wo er in eine Sprengfalle geraten war. In dem türkischen Schwarzmeerhafen wurde der Wagen am Montag zusammen mit 150 weiteren überwiegend deutschen Fahrzeugen auf die dänische Fähre „Suecia Seaways“ verladen. Es ist das erste Fahrzeug-Kontingent, das die Bundeswehr aus Afghanistan zurück in die Heimat verschifft.

In weniger als eineinhalb Jahren endet der Nato-Kampfeinsatz in Afghanistan, die Bundeswehr zieht einen Großteil ihrer Soldaten und ihres Materials ab. Rund 1200 meist gepanzerten Fahrzeuge - viele Typen tragen Tiernamen wie „Dingo“, „Marder“, „Fuchs“ oder eben „Wolf“ - will die Truppe zurückbringen. Es ist eine im wahrsten Sinne des Wortes gewichtige Menge an Kriegsgerät. Eine Panzerhaubitze 2000 wiegt gute 50 Tonnen, viele andere Fahrzeuge bringen zwischen zehn und 15 Tonnen auf die Waage. Sie waren einst in Feisabad oder am Außenposten OP North, in Kundus oder in Masar-i-Scharif eingesetzt. Oft haben sie einen langen und beschwerlichen Weg hinter sich.

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Feisabad und der OP North sind bereits geschlossen, aus Kundus will die Bundeswehr im Herbst abziehen. Dann bleibt nur noch das Camp Marmal am Flughafen Masar-i-Scharif. In das Camp - das zugleich das nordafghanische Hauptquartier der Schutztruppe Isaf ist - wurden die Fahrzeuge in den vergangenen Monaten über die Straße gebracht. In der dortigen „Materialschleuse“ bereiteten Soldaten sie für den Transport nach Trabzon oder direkt in die Heimat vor. Ein mühseliger Prozess, bei dem ABC-Abwehrkräfte jedes Einzelteil mit Tierseuchenprophylaxe behandeln - EU-Vorschriften machen das notwendig.

Danach rollen die Fahrzeuge nur einige Meter weiter zum sogenannten Luftumschlagplatz und dort in den Bauch der riesigen Antonow-Transportflugzeuge, die die Bundeswehr gechartert hat. Die Luftbrücke nach Trabzon steht seit April, derzeit landen dort monatlich etwa 60 Flugzeuge aus Masar-i-Scharif.

85 Prozent allen Materials, das die Bundeswehr bis zum Auslaufen der Isaf-Mission Ende 2014 zurück in Richtung Heimat schickt, soll durch den türkischen Schwarzmeerhafen gehen, wo es nach Deutschland eingeschifft wird. Sensibles Material und Waffen - wozu auch die Panzerhaubitze 2000 zählt, weil ihre Kanone nicht abmontiert werden kann - werden mit den Antonows direkt nach Deutschland geflogen.

Kommentare (2)

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werner

29.07.2013, 15:14 Uhr

wie nach dem 2.weltkrieg kehr die nachfolgeorganisation der deutschen wehrmacht in bedingungsloser kapitulation aus einem von vorne herein ungewinnbarem krieg(richtiger,militaerischer ueberfall ohne jede kriegserklaerung),der unter bruch aller menschenrechts und kriegsrechte sinn und zwecklos von deutschen politdesperados der cdu gefuehrt wurde.nun ist es an der zeit ein zweites,aber deutsches kriegverbrecher tribunal zu errichten mit der taliban als anklaeger ,richter aus lateinamerika und den vorsitz haelt ein kubanischer richter.dort muessen sich ausnahmslos alle die politiker verantrworten welche direkt und?oder indirekt diesen krieg aus welchem rechtsgrund auch immer angefangen,gestuetzt oder gefoerdert haben.dort muessen alle menschenrechtsverletzungen mit dem tode bestraft werden,die kriegsgewinnler mit lebenslanger haft.dazu gehoeren auch die soldaten die wegen der hoeheren auslandsbesoldung gezogen sind. lets,go

Treudoof

30.07.2013, 00:47 Uhr

Das wurde nicht wie mit der Luftbrücke und den Rosinenbombern, also keine Berliner. Als Kind war das super. Danke, es hat uns gefreut, wir merken Ihr seid nicht amüsiert, und wir nicht eure Feinde. Also treten wir jetzt überzeugt und entschlossen den Rückzug an.
Wir ruinieren doch nicht unser traditionell ausgezeichnetes Verhältnis für ne Sache an der wir beide keinen Spaß haben.
Hier hat keiner was gegen Afghanen.
Und falls Ihr mal was findet was sich abzubauen lohnt, wir haben ne ganz brauchbare Technologie, bis dann alles Gute.
Gute Leute, weise Entscheidung

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