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09.01.2013

14:06 Uhr

Wohnungsmarkt

SPD will Anstieg von Mietpreisen deckeln

Die SPD will den Mietpreisanstieg bei Großstadtwohnungen deckeln. Der Vorschlag aus einem Positionspapier zur SPD-Klausur in Hannover bezieht sich sowohl auf Bestandsmieten als auch auf Neuvermietungen.

Die SPD will die Wohnungen in Großstädten bezahlbar halten. dpa

Die SPD will die Wohnungen in Großstädten bezahlbar halten.

Berlin/HannoverZum Start ins Wahljahr 2013 sagt die SPD steigenden Mieten in den Großstädten den Kampf an. Um bezahlbare Wohnungen für Familien, Alleinerziehende und Ältere zu erhalten, will die Partei den Preisanstieg deckeln - und zwar sowohl für Bestandsmieten als auch für Neuvermietungen. Dies geht aus einem Positionspapier zur Klausur der SPD-Bundestagsfraktion in Hannover hervor, das am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Laut dem Konzept mit dem Titel „Bezahlbares Wohnen in der Sozialen Stadt" wollen die Sozialdemokraten festschreiben, dass bei Neuvermietungen die Miete um nicht mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen darf. Bei Bestandsmieten soll die Obergrenze bei maximal 15 Prozent in vier Jahren liegen.

Die SPD will dazu einen Vorstoß im Bundesrat starten. Die Partei hofft, in der Länderkammer nach einem Sieg für Rot-Grün bei der Landtagswahl in Niedersachsen am 20. Januar eine eigene Mehrheit zu stellen. „Wir werden im Bundesrat dafür sorgen, dass Mieterinnen und Mieter bei Sanierungen nicht durch überhöhte Mietpreisaufschläge aus ihren Wohnungen verdrängt werden", heißt es in dem Papier.

Die Kosten für Sanierungen dürften nicht einseitig den Mietern angelastet werden, erklärt die SPD. „Wir wollen deshalb, dass der Vermieter bei Sanierungen maximal neun Prozent der Kosten pro Jahr auf den Mieter umlegen darf."

Außerdem wollen die sozialdemokratisch regierten Länder gemeinschaftlich die Maklergebühren neu regeln. Künftig solle bei der Inanspruchnahme von Maklern der Grundsatz gelten, der sonst überall in der Marktwirtschaft gelte: Wer bestellt, der bezahlt. „Es kann nicht sein, dass Wohnungseigentümer und Makler ein Geschäft zulasten Dritter, nämlich der wohnungssuchenden Mieter, machen", kritisiert die SPD.

Sollte die SPD die Bundestagswahl gewinnen, will sie zudem den genossenschaftliche Wohnungsbau stärken. „Dabei werden wir - geknüpft an bestimmte Einkommensgrenzen - den Erwerb von Anteilen an Bau- und Wohnungsgenossenschaften fördern, die sich verbindlich zum Wohnungsneubau verpflichten", heißt es in dem Papier.

Wieder eingeführt werden soll der von der Regierung unter Kanzlerin Angela Merkel abgeschaffte Heizkostenzuschuss beim Wohngeld. Dies sei aber ein zielgenaues Instrument der sozialen Sicherung.

Von

dapd

Kommentare (2)

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Rene

09.01.2013, 14:59 Uhr

Gegen die Umfragewert muß ja etwas getan werden. Wohnen muß jeder. Also warum nicht eine Branche gängeln, um Wählerstimmen wie der Rattenfänger von Hameln zu sammeln. Ob es nun zielführend und ökonomisch sinnvoll ist, oder nicht. Hauptsache eine Ideologie durchgesetzt, am eigentlichen Problem aber nichts ändern.

hfnblck

10.01.2013, 21:18 Uhr

oh ja, die aaaarme immobilienbranche.

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