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01.06.2016

14:29 Uhr

Wolfgang Bosbach im Handelsblatt-Clubgespräch

„Die AfD hat ihr Maximum erreicht“

Beim Clubgespräch des Handelsblatts sagt CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach der AfD eine schwere Zukunft voraus. Der „Talkshow-König“ äußert sich zu Einbrüchen – und gibt Tipps für einen Auftritt auf der Bühne.

„Die Union muss sich schon selbstkritisch fragen, warum keine Partei so viele Wählerinnen und Wähler an die AfD verliert.“ Marc-Steffen Unger für Handelsblatt

Wolfgang Bosbach

„Die Union muss sich schon selbstkritisch fragen, warum keine Partei so viele Wählerinnen und Wähler an die AfD verliert.“

BerlinWolfgang Bosbach gilt als der ungekrönte Talkshow-König von Deutschland. Auf der Bühne ist der CDU-Innenpolitiker schon seit Jahren in seinem Element, egal ob bei Maybritt Illner, Anne Will oder beim Wirtschaftsclub des Handelsblatts am Dienstag in Berlin. Talkshow-Neulingen gibt er gleich zu Anfang des Gesprächs mit Thomas Sigmund, Politik-Chef des Handelsblatts einen Tipp für einen gelungenen Auftritt: Authentizität. „Ich glaube die Zuschauer haben ein untrügliches Gefühl, ob jemand sich so gibt, wie er tatsächlich ist“.

Bosbach jedenfalls ist an diesem Abend, wie man es von ihm gewohnt ist. Gleich zu Beginn äußert er seinen Unmut über die erst kürzlich beschlossenen Kaufprämie für Elektroautos. Viele in der Fraktion hätten „erhebliche Bedenken gegen die Förderung“ gehabt, erzählt er. Umso überraschter sei man gewesen, als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) der Subvention am Ende dennoch zustimmte. „Das hinterlässt schon den Nachgeschmack bei jedem einzelnen von uns: Wie viel Einfluss hast du eigentlich?“, klagte Bosbach.

Als Tauschgeschäft für die Kröte, die große Teile der Union schlucken mussten, gelten die kürzlich von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) versprochenen Hilfen für Landwirte, die unter den stark gefallen Milchpreisen leiden. Bosbach verteidigte die Subvention: „Wenn die Politik nichts tut, bekommen wir in Deutschland ein Höfesterben. Ein Milchbauer kann mit 20, 22 Cent pro Liter Milch auf Dauer nicht existieren.“

Thema des Gesprächs im Gebäude des „Tagesspiegels“, zu dem zahlreiche Handelsblatt-Leser gekommen waren, war natürlich auch die Flüchtlingskrise. Bosbach beklagte eine Zunahme der nationalstaatlichen Egoismen. Vor dem Hintergrund äußerte er Zweifel an einer gemeinschaftlichen europäischen Lösung: „Ich glaube nicht, dass es zu einem europäischen Verteilungsmechanismus kommt, mit dem alle Staaten einverstanden wären und der auch in der Praxis funktionieren würde“.

Zurzeit trägt vor allem die Türkei dazu bei, dass die Zahl der Neuankömmlinge in den vergangenen Monaten stark gesunken ist. Eine Kooperation, die der Kanzlerin in Deutschland viel Kritik eingebracht hat. Denn Staatschef Recep Tayyip Erdogan fährt derzeit einen harten Kurs gegen jene, die es wagen, sich ihm entgegen zu stellen. Auch Bosbach kritisierte die Türkei scharf für die Aufhebung der Immunität der Abgeordneten, die das Parlament im Mai mehrheitlich beschlossen hatte. „Das ist nichts anderes als die Kriminalisierung eines beachtlichen Teils des der Opposition im türkischen Parlaments“.

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