Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.03.2011

11:51 Uhr

Wolfgang Franz

Wirtschaftsweisen-Chef rechnet mit Strompreisanstieg

Wegen der Kehrtwende der Regierung in der Atompolitik rechnet der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz mit deutlich höheren Strompreisen. Gleichzeitig warnt er vor massiven Folgen für die Weltwirtschaft bei einem Japan-GAU.

Wolfgag Franz ist Chef des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Quelle: dapd

Wolfgag Franz ist Chef des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Düsseldorf/BerlinAuf die Verbraucher in Deutschland kommen nach Einschätzung des Chefs der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, deutlich höhere Strompreise zu. „Die Verbraucher müssen sich auf spürbar höhere Strompreise in der Zukunft einstellen“, sagte Franz der „Rheinischen Post“.

Die Terminkurse an der Leipziger Strombörse seien bereits deutlich gestiegen, betonte der Chef des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Der Handel reagiere bereits auf die dreimonatige Aussetzung der Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken. Franz empfahl der Regierung jedoch, ihre Linie konsequent weiter zu verfolgen. „Die Bundesregierung sollte ihr Energiekonzept, das bekanntlich den Übergang zu den erneuerbaren Energien bereits vorsieht, gegebenenfalls modifizieren und dann konsequent umsetzen“,sagte der Mannheimer Ökonom.

Nach Einschätzung des Umweltbundesamts rechtfertige auch das Abschalten mehrerer alter Atomkraftwerke keine Strompreiserhöhungen. Deutschland werde seinen Strombedarf ohne Importe decken können, sagte Bundesamtspräsident Jochen Flasbarth am Samstag im Deutschlandradio Kultur. „Es gibt viele Gutachten, die zeigen, dass wir bis Mitte des Jahrhunderts vollständig unseren Strom regenerativ erzeugen können“, sagte er. Aus wissenschaftlicher Sicht sei es möglich, dass die abgeschalteten Reaktoren nicht wieder angefahren werden müssten. Da es eine Reserve gebe, könnten auch zwei zusätzliche Atomkraftwerke vom Netz genommen werden.

Das Umweltbundesamt rechnet während einer Übergangszeit mit einer stärkeren Verstromung von Kohle und Gas in Deutschland. Flasbarth sagte, es müssten zwar keine neuen Kohlekraftwerke gebaut werden, aber die Leistung der vorhandenen und der im Bau befindlichen müsse erhöht werden. „Wir müssten die Leistung dieser Kraftwerke stärker nutzen“, betonte er. „Das würde in der Tat bedeuten, mehr Kohle und mehr Gas in der Übergangszeit.“

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Verbloedetes_Deutschland

19.03.2011, 13:05 Uhr

"...ist eine Mehrheit der Deutschen nach den Ereignissen in Japan inzwischen bereit, höhere Stromkosten zu akzeptieren, wenn der Strom nicht mehr aus Kernenergie stammt..."

Die Mehrheit der Deutschen ist ja leider auch total verblödet. Sie denken doch tatsächlich, dass die anderen Länder um uns herum auch ihre AKWs abschalten, wenn wir als Vorbild voran gehen. Unsere paar abgeschalteten AKWs bringen kein einziges Prozent mehr Sicherheit für Deutschland. Aber die Energiekonzerne hören es gern, dass die Deutschen bereit sind, einen höheren Strompreis zu akzeptieren. Einen größeren Nutzen hätte es, wenn man Gehirne über Deutschland runter regnen lassen würde. Dann könnte einigen Menschen wirklich geholfen werden.

Alternativlos

19.03.2011, 14:15 Uhr

>>Demnach würden mehr als zwei Drittel von 1000 Befragten (69 Prozent) höhere Stromrechnungen in Kauf nehmen.<<

Dies liegt wohl vor allem daran, dass die Energiekosten sowieso jedes Jahr steigen und man als Normalbürger dieser Entwicklung mehr oder weniger wehrlos ausgeliefert ist.
Vielleicht sollte man Gehälter und Renten an die Entwicklung der Energiepreise binden?

>>Franz warnt außerdem vor massiven Folgen für die Weltwirtschaft, falls die Lage am Atomkraftwerk Fukushima Eins außer Kontrolle gerät.<<

Die Lage an diesem AKW ist meiner bescheidenen Meinung nach seit dem 11.03. außer Kontrolle. Man möchte nur nicht sofort zugeben das nichts mehr geht. Den Anschein wahren bis zum Tod. Wie es in der politischen Kaste eben so üblich zu sein scheint.

Ich für meinen Teil nehme jetzt mein Popcorn und eine Flasche Cola, mache es mir auf der Couch bequem und warte gespannt auf den Finanzsupergau.

Account gelöscht!

19.03.2011, 14:19 Uhr

Ja, man weiß schon wie man das mit den total verblödeten Deutschen machen muß, damit sie allem Unsinn zustimmen.
Und so ein Unsinn, da werden 1000 Leute befagt, und dannheißt es die Mehrheit der Deutschen. Mein Gott, wie dämlich
So lange wir Strom exportieren (ca. 30%), haben wir genug, also da von höheren Strompreisen zu reden, ist ziemlich kriminell.
Und auch sonst schwafelt Franz ziemlich viel dummes Zeug. Und so etwas ist Wirtschaftsweiser und somit Regierungsberater?
Da wurndert mich allerdings nichts mehr.
Selbstverständlich wird die Katastrophe in Japan Folgen haben, da brauche ich keinen solchen Schwätzer Franz um das zu wissen.
Er redet ja auch nur von Export etc. Es geht aber um viel mehr.
Wir sehen doch die ersten Auswirkungen bereits in der Automobilbranche, wo schon jetzt Teile für die Produktion fehlen.
Da Deutsvchland seine ganze Produktion ins Ausland verlagert hat, brauchen wir uns nicht wundern, wenn es jetzt in unserer Wirtschaft sehr eng wird.
Diese Katastrophe muß anders bewertet werden, nämlich als Cäsur und als Anlass, es wieder anders zu machen
Nur weil im Ausland die Produktion ein wenig billiger ist, hier Arbeitslose zu produzieren und sich abhängig machen, wie wir jetzt sehen können, kann nicht mehr gehen
Und wofür eigentlich? Damit die Manager sich noch eine Mio mehr im Jahr in die Tasche stecken können?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×