Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.03.2014

15:05 Uhr

Wolfgang Schäuble – der Europäer

„Europa bewegt sich nur in Krisen voran“

VonPatrick Schwarz

Als stolzer Europäer, Kommissionskritiker und sturer Politiker gab sich Finanzminister Wolfgang Schäuble bei der NRW School of Governance. Zur Frage „Wie steuert man den Tanker Europa?“ hat er überraschende Antworten.

„Ich bin gegenüber der Kanzlerin gern loyal“: Finanzminister Wolfgang Schäuble. Reuters

„Ich bin gegenüber der Kanzlerin gern loyal“: Finanzminister Wolfgang Schäuble.

DuisburgEs sind Worte wie „isch“ und „hasch“ anstelle von „ist“ und „hast“, die verraten, dass Wolfgang Schäuble zwar fast jeden Tag in der großen Europapolitik mitmischt, aber eigentlich aus dem beschaulichen Freiburg im Breisgau kommt. „Meine ausländischen Partner müssen schon etwas aushalten, wenn ich Englisch mit meinem badischen Akzent spreche“, sagte der Bundesfinanzminister.

Auch wenn sie mit einer regionalen Färbung versehen ist – Schäuble hat eine gewichtige Stimme in der EU. An der NRW School of Governance in Duisburg hat er sich im Anzug mit roter Sigmar-Gabriel-Krawatte deshalb der Frage gestellt: „Wie steuert man den Tanker Europa?“ Tatsächlich hat er eine einfache Antwort darauf und gab nebenbei Einblicke in das Leben eines Politikers mit mehr als vier Jahrzehenten Erfahrung.

Die Euro-Krise, die Krim-Krise, die Griechenlandkrise – so bedrohlich sie alle oft erscheinen mögen, so wichtig sind sie für die Entwicklung der Länder. „Europa bewegt sich nur in Krisen voran“, sagte der CDU-Politiker. In den europäischen Gesellschaften würden immer nur Reformen gefordert, aber dann bei den Wahlen bestraft.

Was Sie noch nicht über Wolfgang Schäuble wussten

Rolle des Vaters

Thomas Schäuble beschreibt den Vater als gütigen, weichen Menschen. Nicht mit Druck, sondern mit Argumenten hat der Vater den Söhnen die CDU nahe gebracht. Besonders Sohn Wolfgang sprang darauf an: Schon mit zehn, zwölf Jahren begleitete er den Vater auf seine Veranstaltungen als Landtagsabgeordneter.

Rolle der Mutter

Seine Mutter war stets eine sehr gewissenhafte Frau. So soll sie einmal keine 20 Pfennig für eine Parkuhr gehabt haben und deshalb am nächsten Tag hingefahren sein, um nachzuzahlen.

Kriegstage

Für Wolfgang Schäuble wäre der Krieg fast tödlich ausgegangen. Die alliierten Flieger warfen Brandbomben ab und trafen durch Zufall das Haus, in dem sich die Familie Schäuble versteckte. Das Haus ging in Flammen auf, die Familie flüchtete – alle, bis auf Wolfgang Schäuble. Gerettet wurde der damals Zweieinhalbjährige von seinem Bruder Frieder, der ihn unter brennenden Decken fand – grün und blau angelaufen wegen Atemnot.

Schüler

Thomas Schäuble beschreibt seinen Bruder als „mathematisches Genie“. Wolfgang hatte in der Schule von der Sexta bis zur Oberprima – entspräche heute der fünften bis 13. Klasse – eine Eins in Mathe. Er dachte sogar an ein Mathematikstudium, entschied sich aber dann doch für Jura.

Jura-Studium

Zu Jura kam Wolfgang Schäuble dann wieder durch seinen Vater. Für den wäre eine solches Studium ein Lebenstraum gewesen. Durch juristische Diskussionen hat er diesen Lebenswunsch dann auf seine Kinder übertragen – alle drei studierten später Jura.

Rolle in der Familie

Wenn Gertrud Schäuble in der Kur war, nahm Wolfgang die Rolle der Hausfrau und strengen Mutter ein: Er konnte kochen wie eine erstklassige Hausfrau, besonders Linsen und Spätzle.

Ehrgeiz

Unter den Brüdern zeigte Wolfgang Schäuble den größten Ehrgeiz. Er habe stets der Beste sein wollen, berichtet Thomas Schäuble. Anderen zuzusehen und zuzuhören, die nicht so gut waren, sei seinem Bruder stets schwer gefallen.

Führungsstärke

Schon beim Doppel mit seinem Bruder wollte Wolfgang Schäuble stets die Führungsrolle übernehmen – obwohl Thomas der bessere Spieler war. Auf dem Platz haben sie sich ständig angemacht: „Was macht du denn jetzt schon wieder?“ Danach vermieden die Brüder, miteinander Doppel zu spielen.

Folgen des Attentats

Thomas Schäuble bezeichnet seinen Bruder seit dem Attentat „zugänglicher“ als früher. Das liege daran, dass er sich unheimlich darüber gefreut habe, dass seine große Familie zu ihm stand, als er das Leben im Rollstuhl lernen musste. Andere wiederum sagen, er sei härter geworden.

Verhältnis zur Politik

Wolfgang Schäuble ist fasziniert von der Politik. Sein Bruder bezeichnet ihn gar als „politikbesessen“.

Verhältnis zu IWF-Chefin Christine Lagarde

In seinem politischen Wirken schätzt Wolfgang Schäuble besonders IWF-Chefin Christine Lagarde. Vor ihr sei er unglaublich beeindruckt, sagt sein Bruder. Zudem sei sie die einzige Frau, die ihn im Rollstuhl schieben darf – außer seiner Ehefrau.

Verhältnis zu Helmut Kohl

Bekannt ist, dass Wolfgang Schäuble ein loyaler Begleiter Helmut Kohls war – bis zur Spendenaffäre. Doch schon davor hat der heutige Finanzminister dem damaligen Kanzler die Meinung gesagt. Als 1998 klar wurde, dass es für Kohl nicht zu einer fünften Amtszeit reichen würde, war es Schäuble, der zu ihm sagte: „Helmut, du schaffst es nicht mehr.“ Diese Offenheit hat Kohl ihm allerdings übel genommen.

Kapitalismuskritik

Der Finanzminister hat seine Sicht auf den Kapitalismus verändert. „Je älter ich werde, und je mehr ich als Finanzminister sehe, desto größer wird meine Skepsis gegenüber dem Kapitalismus“, hat Wolfgang Schäuble einmal zu seinem Bruder gesagt. Er sehe den Kapitalismus wesentlich skeptischer als früher.

„Wenn Staaten aber in Schieflage geraten, wächst bei der Bevölkerung die Bereitschaft zu Veränderungen“, sagte Schäuble und verlieh seiner Verärgerung darüber mit fuchtelnden Händen wie bei einer Bundestagsdebatte Ausdruck.

Krisen sind also so etwas wie der Treibstoff für den Tanker Europa. Wie aber wird der Kurs des Schiffes mit seinen 500 Millionen Passagieren bestimmt? „Dafür gibt es die Erfindung der Nachtsitzungen“, erklärte der 71-Jährige.

Gegen fünf Uhr morgens wachse der Druck Lösungen zu finden, selbst die härtesten Verhandlungspartner würden um diese Uhrzeit kompromissbereit. Um Nachtschichten zu verhindern, versuche sich Schäuble aber im Vorfeld immer schon mit Frankreich zu verständigen – ohne eine deutsch-französische Einigung sei eine Lösung fast unmöglich.

Zu den strukturellen Problemen der EU hat Schäuble seine ganz eigene Meinung. Zum einen fordert er wiederholt, dass der Kommissionspräsident direkt vom europäischen Volk gewählt werden soll. Dagegen hatte sich vor allem die Bundeskanzlerin Angela Merkel bislang immer gesträubt.

Kommentare (11)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

27.03.2014, 15:11 Uhr

frechheit. es gibt keine krise in dem sinn. es ist schlichtweg das system.

..Dazu als erstes Goldschmied fabian gucken. Dann prof. bernd senf "tiefere ursachen der weltfinanzkrise", andreas popp "danistakratie" und mario fleischmann "das zwangsgeldsystem". Wenn mans dann verstanden hat, findet man noch unzähliges im www dazu, wie z.b. gugeln -> "sklaven ohne ketten opel" Wer dann noch richtig schmunzeln möchte zieht sich noch die exportdaten in bezug auf den momentanen Target II saldo rein.

Account gelöscht!

27.03.2014, 15:20 Uhr

hihi, so das als ist der Grund für die Krisen.
++++++++++++++++++++++++++

KEINE, echt null Krisen kommen aus der Sache oder dem ding, sondern ALLE Krisen sind von oben gemacht, damit wir usn in Richtung NWO bewegen.

egal ob man die Hochhäuse in NYC sprengt
odert Terros-Anschläge in Deuschland

Endlich gibt der Typ es zu, dass IMMER der Staat dahinter steckt, wenn es Terror gibt.

Account gelöscht!

27.03.2014, 15:39 Uhr

Ist die Krise von den geheimen Eliten gewollt?

Hängen wir alle am Tropf eines privaten Geldmonopols?

Sind Politker wie Schäuble nur Marionetten der internationalen Bankster?

Das Schuldgeldsystem der int. Bankster ist ein Selbstmordprogramm auf allen Ebenen.
Doch die Kritik daran ist ebenso tabu wie seinerzeit den Sozialismus in Frage zu stellen.

Standhaft weigern sich Experten und Politiker, die wahre Ursache der Krise zu erkennen – an deren Ende zwangsläufig der totale gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Kollaps programmiert ist. Die Vorboten dieses Zerfalls sind bereits überall spürbar.

Diese sich verschlimmernden Krisen werden von einem dysfunktionalen Geldsystem forciert.
Ein wichtiger Grund, warum es immer schwieriger wird, diese Krisen zu beheben, beruht auf einem fundamentalen Konstruktionsfehler in unserem Wirtschaftssystem, nämlich der Art und Weise wie Geld geschaffen wird!

Für einen nachhaltigen Kapitalismus ist es darum zwingend erforderlich, dass wir ein nachhaltiges Geldsystem erschaffen.

Die Geldschöpfung erscheint für die Meisten wie ein Mysterium und wird bisher nur von Wenigen wirklich verstanden.

Nach Aussen erscheint es so, als ob die Bankster die Einlagen anderer gegen eine Marge verleihen. In Wirklichkeit wird aber bei jedem Kredit neues aus dem Nichts Geld geschaffen!

Lösung: Das aktuelle Schuldgeldsystem ( Problem ) verstehen!

Wie?

Als erstes "Goldschmied Fabian" gucken.
Dann Prof. Bernd Senf "Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise", Andreas Popp "Danistakratie" und Mario Fleischmann "Das Zwangsgeldsystem".
Wenn man es dann verstanden hat, findet man noch unzähliges im www dazu.

Sollten wir uns nicht fragen, ob es nicht an der Zeit ist, ein neues Geldsystem einzuführen?

Ein Geldsystem ohne Zwang zu immer mehr Wachstum?

Oder die Erdlinge können sich bald ein neues Zuhause suchen, nachdem sie ihren eigenen Planeten zerstört haben!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×