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22.12.2013

11:43 Uhr

World Economic Forum

Rösler zieht es nach Genf

Nach dem Wahldebakel kehrt Philipp Rösler Berlin den Rücken. Der Ex-Wirtschaftsminister und Ex-Chef der FDP geht demnächst zum Weltwirtschaftsforum nach Genf. Für seine Aufgabe dort kann er alte Kontakte nutzen.

Rösler beim FDP-Parteitag Anfang Dezember: „Sie haben sich um das Land verdient gemacht“ dpa

Rösler beim FDP-Parteitag Anfang Dezember: „Sie haben sich um das Land verdient gemacht“

Der ehemalige FDP-Parteichef und Ex-Wirtschaftsminister Philipp Rösler geht zum Weltwirtschaftsforum nach Genf. Wie das Nachrichtenmagazin „Focus“ am Sonntag vorab aus seiner neuen Ausgabe berichtet, soll Rösler als Mitglied des Managements für die weltweiten Regierungskontakte der Stiftung zuständig sein. Der Ex-Minister sagte in dem Interview, er werde mit seiner Familie in die Schweiz ziehen und in Genf arbeiten. Dort sei er „künftig verantwortlich für die regionalen Aktivitäten des World Economic Forums außerhalb der Schweiz“.

Der Gründer des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, begrüßte Röslers Wechsel nach Genf. „Für mich war es weniger wichtig, dass er FDP-Chef oder Wirtschaftsminister war, sondern wichtig war die Frage: Bringt er die menschlichen und beruflichen Fähigkeiten mit, diese wichtige Funktion im Weltwirtschaftsforum auszuüben“, sagte Schwab. Dem Bericht zufolge tritt Rösler seinen neuen Posten zum 20. Februar an.

Am Dienstag hatte der neue Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) die Arbeit seines Vorgängers gewürdigt und erste Personalentscheidungen getroffen. Als beamtete Staatssekretäre werden Gabriel, der als Minister für Wirtschaft und Energie auch die Energiewende meistern muss, nun auch offiziell der frühere grüne Spitzenbeamte Rainer Baake, sein bisheriger SPD-Büroleiter Rainer Sontowski sowie der Rösler-Vertraute Stefan Kapferer zur Seite stehen. Laut „Focus“ soll auch Thüringens Ex-Wirtschaftsminister und Energieexperte Matthias Machnig (SPD) im Sommer als neuer Staatssekretär berufen werden.

Gabriel erläuterte den versammelten Beamten nach Angaben von Teilnehmern, die Amtsübernahme durch die SPD solle nicht als „feindliche Übernahme“ verstanden werden. Er brauche die Experten im Haus, um Energiewende, Fachkräftemangel oder die Sanierung der Infrastruktur erfolgreich anzugehen. Gabriels humorvolle Antrittsrede bekam viel Applaus.
Der SPD-Chef lobte Vorgänger Rösler: „Sie haben sich um das Land verdient gemacht.“ Der Ex-FDP-Chef habe es nicht immer leicht gehabt: „Ich fand vieles von dem, was über Ihre Arbeit geschrieben wurde, ungerecht. Ich finde, dass Sie sehr engagiert waren“, sagte Gabriel.
Mit Blick auf Röslers Aufstieg vom Waisenkind aus Vietnam zum Bundesminister und Vizekanzler sagte Gabriel, diese Biografie könne vielen Mut machen und sei „guter Ausdruck von Liberalität“ in Deutschland. „Auch wenn ich zugebe, dass Sie, natürlich was die Entwicklung ihrer Partei angeht, sich sicher anderes gewünscht hätten.“ Die FDP hatte bei der Wahl erstmals den Einzug in den Bundestag verfehlt. Rösler sagte am Dienstag, er hinterlasse ein gut bestelltes Haus. Er wünsche Gabriel Glück, Erfolg und „allzeit ein gutes Händchen“.

Von

afp

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