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10.04.2006

13:55 Uhr

Wortlaut der Abschiedsrede von SPD-Chef Platzeck

„Die schwierigste Entscheidung meines Lebens“

Nach der SPD-Präsidiumssitzung am Montagmorgen hat Parteichef Matthias Platzeck seinen überraschenden Rücktritt erklärt. Seine Begründung im Wortlaut.

Matthias Platzeck Foto: dpa

Matthias Platzeck Foto: dpa

„Sehr verehrte Damen und Herren, da dies mein erster Auftritt nach einem Klinikaufenthalt ist, möchte ich mich zunächst für viele Genesungswünsche, die mich auch aus Ihren Reihen erreicht haben, sehr herzlich bedanken. Ich musste in den letzten Tagen die sicherlich schwierigste Entscheidung meines Lebens treffen, nämlich die, auf dringenden ärztlichen Rat den Vorsitz der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands niederzulegen.

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Ich will mich an dieser Stelle auch auch sehr herzlich bedanken bei meinem Stellvertreter Kurt Beck, beim Präsidium und beim Vorstand und bei der gesamten Mannschaft des Willy-Brandt-Hauses. Ich habe ausgesprochen schöne Erfahrungen hier machen dürfen. Es war eine konstruktive Arbeit, es war eine intensive Arbeit, und Sie sehen dem Grundsatzprogrammentwurf vielleicht auch an, dass wir sehr weit nach vorne geschaut haben und mit vielen guten Ideen aus dem Hause und auch aus anderen Quellen die Arbeit gestalten konnten.

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Ich musste zum Jahreswechsel erste gesundheitliche Einschränkungen hinnehmen. Es gab einen ersten Hörsturz. Ich habe ihn nicht ernst genommen. Ich habe am 11. Februar am Nachmittag einen Kreislauf- und Nervenzusammenbruch gehabt. Ich habe sieben, acht Tage gebraucht, bis wieder alles richtig tickte. Ich habe den Ratschlägen meiner Ärzte seinerzeit nicht Folge geleistet, habe am 29. März einen nächsten Hörsturz erlitten, mit erheblichem Verlust auch des Hörvermögens.

Es gibt noch einige andere Begleiterscheinungen in diesem Kontext. Auf jeden Fall ein Bild, was keinen anderen Entscheid, wenn man verantwortlich handeln will und wenn man auch respektiert, dass viele Menschen in der Partei und außerhalb mit unserem Tun auch Hoffnung verbinden, dass es keine andere verantwortliche Entscheidung gab, als dieses nicht auf die Spitze zu treiben, sondern einen Strich zu ziehen.

Ich bedaure zutiefst, dass ich übertragener Verantwortung und gerne wahrgenommener Verantwortung nicht weiter gerecht werden kann. Ich habe meine Kräfte im November, das muss ich heute rückblickend einräumen, überschätzt. Ich gehöre allerdings auch zu den Menschen, die etwas ganz oder gar nicht machen. Es hat aber auch keinen Sinn, weiter gegen die Wand zu laufen.

Ich werde mich in den nächsten Wochen bemühen, die Gesundheit wieder einigermaßen in Takt zu bekommen. Und werde mich dann wieder mit ganzer Kraft meinem Land, meinem Land Brandenburg, einem Land, das sich noch mitten im Umbruch befindet, widmen.

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Ich habe mit Kurt Beck letzte Woche den eben geschilderten Sachverhalt besprochen. Kurt Beck war bereit, und dafür bin ich ihm sehr dankbar, die Verantwortung in unserer Partei als Vorsitzender zu tragen. Das Präsidium hat dazu eben einen einstimmigen Beschluss gefasst. Ich bitte die Mitglieder meiner Partei, sich eng um Kurt Beck zu scharen...."

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