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26.01.2012

20:23 Uhr

Wulff-Kredit

Landesbank spricht Tochter von aller Schuld frei

Die Landesbank Baden-Württemberg hält den Kredit der BW-Bank an Bundespräsident Wulff für regelgerecht. Ein Fehlverhalten sei nicht festzustellen. In Niedersachsen begann der Rechnungshof mit der Sichtung der Unterlagen.

Bundespräsident Christian Wulff hat in der Kredit-Affäre ein Problem weniger. dpa

Bundespräsident Christian Wulff hat in der Kredit-Affäre ein Problem weniger.

Stuttgart/HannoverBundespräsident Christian Wulff hat in seiner Kreditaffäre ein Problem weniger. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hält das günstige Darlehen ihrer Tochter BW-Bank an Wulff für regelkonform. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats habe am Donnerstag nach einer Sondersitzung in Stuttgart festgestellt, „dass die Kreditvergabe gemäß den internen und banküblichen Regelungen erfolgte“, teilte die LBBW mit. „Ein Fehlverhalten in der Bank wurde nicht festgestellt.“

Vor gut einer Woche hatte bereits die Staatsanwaltschaft Stuttgart erklärt, sie werde keine Ermittlungen gegen Wulff oder Verantwortliche der BW-Bank einleiten. Das Geldgeschäft habe einer juristischen Prüfung standgehalten. Wegen des Kredits hatte es etwa ein Dutzend Anzeigen gegen die BW-Bank gegeben. Dabei ging es um den Verdacht auf Untreue, Vorteilsnahme und Vorteilsgewährung.

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Das heutige Staatsoberhaupt hatte Anfang 2010 - damals noch als niedersächsischer Ministerpräsident - 500.000 Euro Privatkredit von der Unternehmerfrau Edith Geerkens in ein sogenanntes kurzfristiges Geldmarktdarlehen bei der BW-Bank umgewandelt. Als Wulffs Geldgeschäfte zum Jahresende 2011 öffentlich wurden, unterschrieb er bei der BW-Bank einen weiteren Vertrag, der sein anfängliches Geldmarktdarlehen durch einen langfristigen Kredit ablöste. Kritiker sprechen von ungewöhnlichen Sonderkonditionen.

Unterdessen hat der Rechnungshof in Niedersachsen mit der Sichtung der von der Landesregierung zusammengetragenen Unterlagen zur Affäre um den früheren Ministerpräsidenten Wulff begonnen. Die Staatskanzlei habe die Untersuchung durch eine unabhängige Stelle angeregt, sagte ein Sprecher. Unter anderem gehe es um Unterlagen im Zusammenhang mit einer umstrittenen Lobby-Veranstaltung sowie die von deren Organisator Manfred Schmidt ebenfalls ausgerichtete Feier nach Wulffs Wahl zum Bundespräsidenten. Wann der Rechnungshof Ergebnisse vorlegen wird, ist unklar.

Von

dpa

Kommentare (10)

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Lebensnah

26.01.2012, 20:56 Uhr

das war zu erwarten. Würde mich sehr wundern, wenn der Kreditsachbearbeiter bei diesem Neukunden nicht seinen Vorgesetzten und dieser nicht den Vorstand und den Aufsichtsrat informiert hätte. Offiziell wusste er natürlich nichts

Charly

26.01.2012, 20:56 Uhr

Schon klar, Ackermann und Konsorten kann man ja nie irgendetwas nachweisen. Alle geben immer auf weil es ja sooooooo schwierig ist.
Es ist an der Zeit für Volkstribunale und rollende Köpfe nach dem Zusammensturz von Reich Nummer vier auch EUdSSR genannt.

debrasseur

26.01.2012, 21:10 Uhr

Wo smarte Blindgänger in der Überzahl, wo sollte da der Einäugige jemals klar sehen können, wo sich der Zünder befindet?

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