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06.02.2012

19:37 Uhr

Wulffs Ex-Sprecher

Glaeseker erhielt 2100 Euro Zulage

In seiner Zeit als Wulff-Sprecher hat Olaf Glaeseker neben seinem Gehalt einen monatlichen Bundes-Zuschuss von 2100 Euro erhalten. Diese „Gewinnungszulage“ sei vom Bundespräsidialamt plausibel begründet worden.

Gegen Glaeseker wird wegen Bestechlichkeit ermittelt. dpa

Gegen Glaeseker wird wegen Bestechlichkeit ermittelt.

BerlinOlaf Glaeseker hat in seiner Zeit als Sprecher von Bundespräsident Christian Wulff zu seinem normalen Gehalt einen monatlichen Zuschuss des Bundes in Höhe von 2100 Euro erhalten. Dieser „Gewinnungszulage“ habe ein besonderes „Gewinnungsinteresse“ zugrundegelegen, das vom Bundespräsidialamt plausibel begründet worden sei, teilte das Bundesinnenministerium in einer Reuters am Montag vorliegenden Antwort auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Christian Lange mit. Die Höhe habe „finanzielle Nachteile durch den Wechel zum Bund vermeiden“ und Glaeseker mit seiner vorherigen Tätigkeit in Niedersachsen finanziell gleichstellen sollen.

Glaeseker wechselte Mitte 2010 mit Wulff nach dessen Wahl zum Bundespräsidenten nach Berlin. Zuvor war er Wulffs Sprecher in der niedersächsischen Staatskanzlei als Landesbeamter im Rang eines Staatssekretärs. In Berlin sei Glaeseker vom Bund nicht in ein Beamtenverhältnis übernommen worden.

Im Bereich der gesamten Bundesverwaltung habe das Innenministerium im Einvernehmen mit dem Finanzressort in den vergangenen zwei Jahren in sechs weiteren, besonders begründeten Einzelfällen solchen außertariflichen Zulagen zugestimmt, heißt es in der Anfrage weiter, aus der zuvor die Zeitung „Die Welt“ berichtet hatte.

Gegen Glaeseker ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover wegen Bestechlichkeit. Der Ex-Sprecher soll die vom Partyorganisator Manfred Schmidt ausgerichtete Veranstaltungsreihe „Nord-Süd-Dialog“ zu Wulffs Zeiten als Ministerpräsident gefördert und im Gegenzug wiederholt Gratisurlaube in Anwesen Schmidts im Ausland verbracht haben. Gegen den Eventmanager wird wegen Bestechung ermittelt.

Bereits vor Weihnachten hatte sich Wulff ohne konkrete Angabe von Gründen von seinem langjährigen engen Vertrauten getrennt.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Koboldo

07.02.2012, 22:32 Uhr

Jetzt will ich doch auch mal was Positives über den Herrn Bundespräsidenten sagen, der seinen Landesbeamten in Niedersachsen sowohl Weihnachtsgeld als auch Urlaubsgeld ersatzlos gestrichen hat: Ist doch eine noble Geste, wenn Wulff seinem Mitarbeiter eine Zulage in einer Höhe gewährt, von denen andere Arbeitnehmer eine ganze Familie ernähren müssen!

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