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17.02.2012

13:41 Uhr

Wulffs letzter Auftritt

Das abrupte Ende eines quälend langen Dramas

VonRüdiger Scheidges, Georg Watzlawek

Getrieben von den Medien und der Staatsanwaltschaft trat Christian Wulff an das Pult des Präsidialamtes - ein letztes Mal. Nach dem schnellen Abgang hat nun die Kanzlerin das Problem: In 30 Tagen muss Ersatz her.

Video-Dokumentation

Wie Wulff seinen Rücktritt verkündete

Video-Dokumentation: Wie Wulff seinen Rücktritt verkündete

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BerlinDieser Mann steht nicht freiwillig hier. Mit verkniffener Miene, den typisch ungelenkten Bewegungen ist Christian Wulff am 598 Tag seiner Amtszeit an das Rednerpult im Schloss Bellevue getreten. Er holt gewohnt staatsmännisch aus - und sagt dann doch den einen Satz, auf den alle so lange gewartet haben: „Ich trete heute vom Amt des Bundespräsidenten zurück, um den Weg zügig für die Nachfolge freizumachen.“ Am Freitag um 11.06 Uhr geht ein quälend langes Drama um Wulffs Kreditäffäre plötzlich sehr rasch zu Ende. Vier  Minuten, ohne sichtbare Regung, ohne erkennbare Nervosität braucht der Noch-Bundespräsident. Ein wenig grau, aber gefasst verkündete er seinen Rücktritt.

Wulffs Rücktritt: Die Reaktionen im Netz

Wulffs Rücktritt

Die Reaktionen im Netz

Bundespräsident Christian Wulff war und ist in den sozialen Medien ein großes (Leid-)Thema. Wir dokumentieren die Reaktionen bei Twitter, Facebook und in der Blogosphäre auf die Erklärung des Bundespräsidenten.

Christian Wulff gibt auf, in höchster Not. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bevor der Bundestag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hannover seine Immunität aufgehoben hätte. Eine reine Formsache - und dennoch in der Geschichte der Bundesrepublik ein einmaliger und unerhörter Vorgang. Wollte er dieser ultimativen Demütigung entgehen, blieb Wulff nur noch diese einzige Chance. Er nutzte sie, endlich.

Wulff spricht mit belegter, deutlich um kühle Beherrschung erzwungene Stimme. Kurz holt er aus. Gerne habe er das Amt angenommen, sich der Aufgabe mit voller Kraft gewidmet. Sein vorrangiges Ziel, so Wulff, sei die Stärkung des Zusammenhaltes der Gesellschaft gewesen - und gerade darum sei es ihm so wichtig gewesen, dass er sich auf das „Vertrauen einer breiten Mehrheit der Bevölkerung“ stützen könne.

Damit ist Wulff, dessen abgelesene Erklärung gerade mal drei Minuten dauert, schon bei der Sache: Die Entwicklung der vergangenen Wochen habe gezeigt, dass dieses Vertrauen nicht mehr gegeben sei, seine Wirkungsmöglichkeiten „nachhaltig beeinträchtigt“ seien. Fast gelassen sprach er eher in buchhalterischer Nüchternheit als bedauernd: „Aus diesem Grund ist es mir nicht mehr möglich, das Amt des Bundespräsidenten nach innen und nach außen so wahrzunehmen, wie es notwendig ist."

Kommentare (45)

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Pro-D

17.02.2012, 11:44 Uhr

Bravo !!!!!!!!!!!!!!!!!!

Und wieder siegten die Bankster

Im Stillen Gedenken der Helden gegen die Übermacht der Bankster aus der CITY und er FED:



1. Kennedy, weil er den Dollar in amerikanische Hände führen wollte

2. R. Reagan (4 Anschläge), weil er den Dollar in amerikanische Hände überführen wollte

3. Bundespräsident Köhler:

Rüge vom Bundespräsidenten Köhler geißelt Finanzkapitalismus
Der Finanzkapitalismus dürfe kein Leitbild mehr sein, poltert Bundespräsident Horst Köhler. Er fordert drastische Konsequenzen.
Angesichts der dramatischen Schuldenkrise in der Europäischen Währungsunion hat Bundespräsident Horst Köhler die Finanzindustrie scharf angegriffen.
Der moderne Finanzkapitalismus steigere "seine eigenen Renditen ohne Rücksicht darauf, ob das dem Wohlergehen der Nationen nutzt" - sagt Köhler. Der moderne Finanzkapitalismus steigere "seine eigenen Renditen ohne Rücksicht darauf, ob das dem Wohlergehen der Nationen nutzt". Köhler forderte die europäischen Regierungen auf, strenge Regeln aufzustellen und "einige Geschäftsarten schlicht zu verbieten".
"Die internationale Finanzindustrie hat mit sogenannten Finanzinnovationen ihre eigenen Gewinne in schwindelnde Höhen getrieben und nicht nach den Risiken gefragt", sagte Köhler am Donnerstag beim Munich Economic Summit in München.

4. Bundespräsident Wulff: Seie Rede zu Lindau, …… Im Saal ist es ganz still. Wulff feuert nun eine Breitseite gegen die Europäische Zentralbank (EZB) ab. Deren Staatsanleihekäufe rüffelt er als „rechtlich bedenklich“ und „weit über ihr Mandat hinaus“. Und viele Regierungen hätten den Ernst der Lage noch nicht erkannt: Erst „im allerletzten Moment“ zeigten sie Bereitschaft, Besitzstände und Privilegien aufzugeben und Reformen einzuleiten. Weil sie lange die desolaten Finanzen schleifen ließen, sind die Staaten nun unter Druck. Die Politik ließe sich „am Nasenring“ von Banken, Ratingagenturen und Medien „durch die Manage führen“, rügt Wulff.



faschwahu

17.02.2012, 12:05 Uhr

Jaja...alle, die nicht so recht ins "Bild" der Politik passen oder Kritik üben, werden früher oder später abgesägt. Jeder der hier mal den Mund zu weit aufmacht wird niedergemacht...die Medien werden zum Spielball der Politik....

Fazit---Armes Deutschland---

Haupsache wir retten Grichenland, welches sich den Weg und das Bleiberecht im Euro erschlichen hat. Und unsere ach SOOOOOOO autonome EZB macht mit!

Account gelöscht!

17.02.2012, 12:06 Uhr

Seine Rede bestand aus zwei Blöcken,zum einen das er Unschuldig ist und das wird sich aufklären. Zum zweiten hat die Mehrheit der Deutschen Bevölkerung seine Integrationsbemühungen nicht verstanden und ihn mit den Medien aus dem Amt gejagt. Die Muslime und nur um die geht es Wulff werden es ihm danken und ich höre schon deren Kommentare. Das Deutschland Korrupt ist und Vorteilsanahme
an der Tagesordnung ist ist aber die wahrheit. Schon die Ratifizierung der Antikorruptionsvereinbarung wird vom Deutschen Bundestag
komplett abgelehnt.

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