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05.09.2011

16:58 Uhr

Wundenlecken bei Schwarz-Gelb

Schweriner FDP-Debakel bringt Rösler in Zugzwang

VonBarbara Gillmann

Die drastischsten Worte findet FDP-Vorstand Kubicki: Seine Partei habe als Marke beim Wähler einfach „verschissen“, sagt er zum Wahl-Desaster der Liberalen Mecklenburg-Vorpommern. Nun ist Parteichef Rösler am Zug.

Philipp Rösler. dapd

Philipp Rösler.

BerlinDer Kieler FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki tritt bei seiner Wahlanalyse gleich noch dem jungen Parteichef vors Bein: Nein, auf die Frage, für welche Linie Philipp Rösler stehe, könne er "keine vernünftige Antwort geben".

Das trifft ins Mark der Liberalen. Umso mehr als sie fast sicher davon ausgehen können, dass sich das Desaster von Schwerin in zwei Wochen auch in der Hauptstadt wiederholt. Dort liegt die FDP schon seit einem Jahr unter fünf Prozent. Kein Wunder, dass Parteichef Rösler am Sonntagabend gar nicht erst vor die Kameras treten mochte.

Am Montagmorgen verkündet er hilflos, die FDP werde nun zur "Sacharbeit" zurückkehren - was das genau heißt, will er aber erst nach der Berlin-Wahl erklären. Das Ceterum censeo durfte nicht fehlen: Wieder einmal erklärt Rösler die Debatte um Außenminister Guido Westerwelle für beendet.

Die Liberalen waren in Mecklenburg-Vorpommern mit nur 2,7 Prozent aus dem Landtag geflogen.

Rösler, der die FDP mit ihren „Brot-und-Butter“-Themen aus der Krise führen will, ging anschließend auf Distanz zu Kubicki. Eine Begrifflichkeit wie die, das die FDP beim Wähler derzeit „generell verschissen“ habe, würde er sich nie anmaßen, sagte der Vizekanzler. Die FDP müsse sich nicht neu erfinden, sondern auf den Markenkern der Wirtschaftskompetenz konzentrieren.

Auffällig war, dass Rösler und zuvor Generalsekretär Christian Lindner in ihren Wahlanalysen nicht mehr so offensiv wie sonst Steuersenkungen einforderten. „Es ist ein Thema von vielen weiteren“, sagte Rösler. Es sei aber noch immer Lesart der FDP, neben der Sanierung des Bundeshaushaltes auch die Bürger zu entlasten.

Kubicki kritisierte den Westerwelle-Streit scharf. Wer 14 Tage vor einer Landtagswahl eine solche Diskussion beginne „ohne Sinn und Verstand und damit dokumentiert, dass es vielen in der Partei nur um sich selbst geht und nicht um die gesellschaftliche Mitte, der muss sich dann nicht wundern über eine solche Blamage, bei der die FDP schwächer ist als Linke und Rechtsradikale“.

Kommentare (15)

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karlosdallos

05.09.2011, 16:03 Uhr

AB zugzwang

Andreas

05.09.2011, 16:08 Uhr

Lieber Herr Özdemir,

die Grünen werden in Baden-Württemberg eine Legislaturperiode, wenn überhaupt, durchhalten.
Dessen sollten sie sich bewusst sein.
Dass, was Ihr Kollege Kretschmann und sein Anhängsel Herrmann, hierzulande verursachen, ist haaresträubend.
Denken Sie an meine Worte!

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Schultz

Jundiai

05.09.2011, 16:28 Uhr

Die FDP ist hier in Deutschland überflüssig geworden.
Das hat sie den inkompetenten Politikern Rösler und
Westerwelle zu verdanken.
Herr Rösler soll als Arzt nach Vietnam zurück gehen und den Landsleuten dort helfen wenn er überhaupt das noch kann.
Werner Lebendig

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