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05.06.2013

13:44 Uhr

Yasemin Karakasoglu

Steinbrücks Fachfrau für Bildung

Bildung und Wissenschaft wird für Peer Steinbrück im Bundestagswahlkampf ein Kernthema sein. Da ist es interessant, wen er für dieses wichtige Ressort vorgesehen hat. Es ist die Deutsch-Türkin Yasemin Karakasoglu.

Die Bremer Professorin Yasemin Karakasoglu wurde als neues Mitglied des SPD-Kompetenzteams für die Bundestagswahl in Berlin vorgestellt. dpa

Die Bremer Professorin Yasemin Karakasoglu wurde als neues Mitglied des SPD-Kompetenzteams für die Bundestagswahl in Berlin vorgestellt.

BremenAuch vor strittigen Themen schreckt die Deutsch-Türkin Yasemin Karakasoglu nicht zurück. 2003 verfasste sie für das Bundesverfassungsgericht ein Gutachten zum Kopftuchtragen. Später schlug das „Kopftuch-Urteil“ der Karlsruher Richter im Fall der muslimischen Lehrerin Fereshta Ludin bundesweit Wellen. In Peer Steinbrücks Kompetenzteam wird die Bremer Professorin für Bildung und Wissenschaft zuständig sein - und damit für einen Bereich, den der SPD-Kanzlerkandidat im Wahlkampf weit nach oben hängt.

Gerade bei der Bildung sieht die 48-Jährige großen Nachholbedarf in Deutschland. Auf Steinbrücks Homepage fordert sie eine stärkere interkulturelle und internationale Ausrichtung. Dafür setzt sie sich seit 2011 bereits als Konrektorin für Interkulturalität und Internationalität an der Bremer Universität ein. Auf sie geht eine Richtlinie zurück, die die Bedürfnisse der Studenten und Mitarbeiter aus unterschiedlichen Kulturen berücksichtigt.

Karakasoglu weiß, wovon sie spricht: Sie ist die einzige Expertin mit ausländischen Wurzeln in Steinbrücks Kompetenzteam. Ihre wissenschaftliche Laufbahn und ihre Forschung sind ganz auf „Multikulti“ ausgerichtet. Schwerpunkte sind unter anderem die Situation von Migrantenkindern sowie die interkulturelle Öffnung von Schulen und Unis.

Steinbrücks Hintermannschaft

Kleines Team von Vertrauten

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat ein kleines Team von Vertrauten um sich geschart, die ihn beraten sollen – und die Krisenmanagement betreiben müssen, wenn der Kandidat mit seinen lockeren Sprüchen für Wirbel sorgt. Zum Teil gehörten Steinbrücks Berater bereits zum engen Kreis um Altkanzler Gerhard Schröder und Ex-Parteichef Franz Müntefering.

Andrea Nahles

Nach Kompetenzgerangel übernimmt Generalsekretärin Andrea Nahles die Hauptverantwortung für die gesamte Wahlkampagne. Enge Vertraute Steinbrücks verlieren bisherige Zuständigkeiten. Steinbrücks Kampagnenleiter Heiko Geue wird von einigen im Willy-Brandt-Haus kritisch beäugt.

Rolf Kleine

Rolf Kleine ist ein alter Hase des Berliner Politikbetriebs. Der gelernte Redakteur arbeitete lange in verschiedenen Positionen für die „Bild“-Zeitung. Ende 2011 verließ er den Springer-Konzern, um als Head of Public Affairs die politische Kommunikation des Immobilienkonzerns Deutsche Annington zu verantworten. Rolf Kleine ist 52 und gilt als meinungsstark, erfahren und gut vernetzt.

Kleine arbeitete unter anderem bei den „Westfälischen Nachrichten“, der Nachrichtenagentur ddp und der „Berliner Zeitung“. Insgesamt 17 Jahre schrieb er für Springer, zuletzt mehrere Jahre vor seinem Ausscheiden als Co-Leiter des Hauptstadtbüros. „Bild“ hatte damals mitgeteilt, Kleine gehe auf eigenen Wunsch.

Kleine war regelmäßig Gast in Talkshows und Fernsehmagazinen, so auch bei N24 im „Politischen Quartett“. Titel einer Jubiläumssendung vor fast genau 10 Jahren, im April 2003: „Lust am Untergang - Stürzt die SPD ihren Kanzler?“ Die Deutsche Annington, die Kleine nun wieder verlässt, gehört nach eigenen Angaben mit rund 180 000 eigenen Wohnungen und etwa 2400 Mitarbeitern zu den führenden deutschen Wohnungsunternehmen.

Hans-Roland Fäßler

Der Medienprofi gilt als sehr gut vernetzt. Anders als Donnermeyer ist er nicht in der Parteizentrale angesiedelt, sondern soll von außen Steinbrück den Weg zu führenden Medienvertretern ebnen. Fäßler war erst für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, dann für die Medienkonzerne Gruner & Jahr und Bertelsmann tätig. Zu seinen Freunden zählt der frühere Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, der inzwischen nicht mehr der SPD angehört. Fäßler soll hinter dem verunglückten Internetportal „PeerBlog" gestanden haben.

Matthias Machnig

Thüringens Wirtschaftsminister gilt als einer der wichtigsten politischen Berater Steinbrücks. Machnig leitete 1998 und 2002 erfolgreich die Wahlkämpfe Gerhard Schröders. Auch mit Müntefering arbeitete er eng zusammen, als dieser erst Generalsekretär und später dann Parteichef war. Nach 2002 war Machnig zeitweise für die Consulting-Firma BBDO tätig, die zahlreiche deutsche Konzerne berät, später für das Beratungsunternehmen Booz Allen Hamilton. Auch Machnig arbeitet als externer Ratgeber für Steinbrück, weswegen er sein Regierungsamt in Erfurt weiter ausübt.

Heiko Geue

Heiko Geue ist Steinbrücks Kampagnenleiter. Wegen dieser Funktion ließ er sich von seinem bisherigen Posten als Finanzstaatssekretär in Sachsen-Anhalt beurlauben. Ein Rückkehrrecht ist jedoch rechtlich umstritten. Auf Veranlassung von Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) verlor Geue daher seinen Job. In der Ära Schröder war Geue einer der Architekten der Agenda 2010 gewesen. Damals war er unter anderem als persönlicher Referent von Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier tätig. In der Zeit der großen Koalition koordinierte Geue den Leitungsstab des Bundesfinanzministeriums für den damaligen Ressortchef Steinbrück. Geue ist mit Steinbrücks Büroleiterin Sonja Stötzel liiert.

Timo Noetzel

Der Politikwissenschaftler gehört seit Anfang Februar zu Steinbrücks Mannschaft. Noetzel soll für den Kandidaten kampagnenfähige Themen identifizieren. Er war bisher Leiter des Politik- und Analysestabs der Münchner Sicherheitskonferenz sowie Vorstandsmitglied der Berliner Denkfabrik „Stiftung neue Verantwortung".

Torsten Schäfer-Gümbel

Steinbrück selbst nennt den hessischen SPD-Chef als Berater in Finanzmarktfragen. Der eher dem linken Parteiflügel zugerechnete „TSG" gehört aber wohl nicht zum engeren Umfeld des Kandidaten.

Jarmila Schneider

Mit ihr gehört neuerdings auch eine Frau zu Steinbrücks Beraterstab. Jarmila Schneider unterstützt seit Mitte Februar als zweite Pressesprecherin den Hauptsprecher Donnermeyer. Sie war bisher Sprecherin der bayerischen SPD.

Karakasoglu wurde 1965 in Wilhelmshaven geboren. Nach dem Abitur 1984 studierte sie Turkologie, Politikwissenschaften und Germanistik in Hamburg und Ankara. 1999 promovierte sie an der Universität Essen zu muslimischer Religiosität und Erziehungsvorstellungen. Seit 2004 lehrt sie als Professorin im Bereich Erziehungswissenschaften in Bremen.

Wenn es um ihre Herzensthemen geht, ist Karakasoglu hartnäckig. Kollegen beschreiben sie auch als durchsetzungsfähig und sehr kommunikativ. „Sie kann Menschen sehr begeistern“, so die Konrekorin für Studium und Lehre an der Uni Bremen, Heidi Schelhowe. Steinbrück wird das gerne hören.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

05.06.2013, 21:12 Uhr

hre wissenschaftliche Laufbahn und ihre Forschung sind ganz auf „Multikulti“ ausgerichtet. Schwerpunkte sind unter anderem die Situation von Migrantenkindern sowie die interkulturelle Öffnung von Schulen und Unis.

Mit anderen Worten- sie ist keine Wissenschaftlerin im eigentlich Sinne sondern eine Ideologin- eine antideutsch und antieuropäisch rassistische Ideologin noch dazu.

"Interkulturelle Öffnung" ist ein anderes Wort für Staats- oder Behördenmultikulturalismus.

Account gelöscht!

05.06.2013, 23:24 Uhr

Yasmin Karakasoglu -- Portrait einer Harcore Multikulturalistin

Allein die Wahl der Person Yasmin Karakasoglu sollte für Deutsche und europäische Zuwanderer ein Fanal sein, die SPD unter keinen Umständen zu wählen.

Yasmin Karakasoglu ist eine entschiedene Multikulturalistin und nicht nur deshalb steht sie der deutschen Kultur oder der europäischen Kultur e x t r e m ablehnend gegenüber.

Yasmin Karasgolou's "Wissenschaft" nennt sich "Interkulturelle Studien" und ist im Grunde genommen pesudowissenschaftlich verbrämter Multikulti-Ideologie.

Sie war 2006 einer Initiatoren eines von 60 selbsternannten Migrationsexperten unterzeichneten Pamphlets gegen Necla Kelecs und diese wegen ihrer Kritik islamischer Erziehungsmethoden und Familienstrukturen und Frauenunterdrückung verurteilten.

Karakasoglu ist zudem Mitglied im berüchtigten "Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Migration und Integration".

Necla Kelec bezeichnete diesen Sachverständninrat als "Politbüro der deutschen Migrationspolitik" und zudem als "Kontrollorgan der politischen Korrektheit in Sachen Integration".
Siehe: http://koptisch.wordpress.com/2011/07/24/professor-bade-gibt-den-anti-sarrazin/

Tatsächlich gehören dem Sachverständigen viele Personen aus der kulturellen Linken und dem 68er-Milleu an. Finanziert wird dieser Sachverständigenrat aber von einer ganz und gar un-linken Organisation- nämlich der neoliberalen B e r t e l s m a n n- S t i f t u n g und einer Reihe anderer Großgezogen-eigenen Stiftungen.

Siehe http://korrektheiten.com/2011/04/25/migrationsland-2011-stiftungen-sachverstaendigenrat/

Giovanni

06.06.2013, 04:05 Uhr

Immer wenn man glaubt, dass es nicht noch krasser kommen kann, wird man wieder überrascht: Die SPD holt sich eine türkische Nationalistin und versteckte Islamistin, die sich in den Gewändern von Multi-Kulti kleidet. Vor vielen Jahren wäre es unvorstellbar gewesen.

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