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08.05.2013

09:02 Uhr

Zahl der Aufstocker steigt

Hartz IV – und das trotz Job

Immer mehr Arbeitnehmern reicht der Verdienst nicht mehr zum leben: So ist die Zahl der Aufstocker im vergangenen Jahr gestiegen. Sie bekommen Hilfe vom Staat – obwohl sie eigentlich ein festes Einkommen haben.

323.000 Haushalte mit einem sogenannten Hartz-IV-Aufstocker gab es 2012. dpa

323.000 Haushalte mit einem sogenannten Hartz-IV-Aufstocker gab es 2012.

BerlinImmer mehr Menschen in Deutschland verdienen trotz eines Vollzeit- oder Teilzeitjobs zu wenig, um davon leben zu können. Dies geht nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ aus neuen Statistiken der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor. Danach ist die Zahl der Arbeitnehmer, die trotz eines Verdienstes von mehr als 800 Euro brutto im Monat auf Hartz IV angewiesen sind, in den vergangenen vier Jahren kontinuierlich gestiegen.

So gab es dem Bericht zufolge 2012 im Jahresdurchschnitt etwa 323.000 Haushalte mit einem sogenannten Hartz-IV-Aufstocker, der ein sozialversicherungspflichtiges Bruttoeinkommen von mehr als 800 Euro bezog. 2009 waren es noch etwa 20.000 weniger. Noch deutlicher sei der Anstieg bei den Singles mit einem entsprechenden Verdienst: Ihre Zahl habe im selben Zeitraum um 38 Prozent auf etwa 75 600 zugenommen.

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Arbeitnehmer, die ihren Lohn aufstocken müssen, arbeiten vor allem im Handel, in der Gastronomie, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie als Leiharbeiter. Insgesamt waren 2012 durchschnittlich 1,3 Millionen Hartz-IV-Bezieher erwerbstätig, etwa genauso viele wie 2009. Zu demselben Ergebnis war vor kurzem die Universität Duisburg-Essen in einer Untersuchung gekommen. Die SPD wertet die Zahlen als Unterstützung für ihre Forderung nach einem flächendeckenden Mindestlohn von 8,50 Euro.

Von

dpa

Kommentare (31)

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Michel

08.05.2013, 09:19 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

gesen

08.05.2013, 09:25 Uhr

Das ist doch nichts Neues? Aber weiter recherchiert, müsste auch hier stehen, dass die Arbeitgeber sich auf Kosten der Steuerzahler Arbeitsplätze subventionieren lassen...und ímmer noch gegen Mindestlohn Ansturm laufen. Auch die Zeitarbeit, selbst wenn sie so tut, als fände sie das ok., bisher wurden immer Schlupflöcher gegen equal pay gefunden. Und der Dienstleistungssektor? Wenn gerade im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen nicht bald was passiert, dann armes Deutschland. Vernachlässigte Alte, vernachlässigte Junge...aber dann vom Fachkräftemangel schreien. Und der ist hausgemacht. Man senke das Mindesteinkommen für Einwanderer und schon wirds für Arbeitgeber wieder billiger...

Haustechniker

08.05.2013, 09:26 Uhr

Sie könne ja mal aus den Harz 4 Bezug sich selbständig machen oder ihre vorhandene Selbständigkeit verändern wollen. Unterstützung bekommen sie vom Jobcenter nicht. Da wird jeder Antrag abgelehnt. So bekommt man die Leute natürlich auch nicht wieder in Arbeit.
Die Jobcenter sind Arbeitsaufnahmeverhinderungsanstalten, es ist ja bekannt das die JC und das AA zu 80% verwalten und zu 15% vermitteln. Geändert hat sich daran nichts die letzten 15 Jahre. Wieder ein Beweiß für das Museum Deutschland.

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