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03.01.2012

10:09 Uhr

Zahlen für Dezember

Arbeitslosigkeit fällt 2011 auf 20-Jahres-Tief

Der deutsche Arbeitsmarkt bleibt unbeeindruckt von der Euro-Krise. Auch wenn sich die Zahl der Arbeitslosen im Dezember saisonbedingt leicht erhöhte, lag sie 2011 auf dem niedrigsten Stand seit 20 Jahren.

Arbeitslosigkeit auf 20-Jahres-Tief

Video: Arbeitslosigkeit auf 20-Jahres-Tief

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NürnbergDie Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im Dezember saisonbedingt gestiegen. Der für die Winterzeit übliche Anstieg fiel jedoch geringer aus als in den Vorjahren. Die Zahl der Menschen ohne Job erhöhte sich im Vergleich zum Vormonat um 67.000 auf 2,780 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Die Quote habe sich um 0,2 Prozentpunkte auf 6,6 Prozent erhöht. Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen ging die Arbeitslosigkeit erneut zurück, und zwar um 22.000 Erwerbslose. Von Reuters befragte Banken-Volkswirte hatten eine Abnahme um 10.000 erwartet. Im Vorjahresvergleich sei die Arbeitslosenzahl um 231.000 gesunken.

Auch finanziell schließt die BA das Jahr unerwartet positiv ab. Statt eines ursprünglich erwarteten Defizits von 5,4 Milliarden Euro zeichne sich ein geringer Überschuss von etwa 100 Millionen Euro ab. Die Behörde werde daher voraussichtlich kein Darlehen des Bundes in Anspruch nehmen müssen.

Im Jahresdurchschnitt 2011 waren der Behörde zufolge 2,976 Millionen Menschen arbeitslos. Das waren 263.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote belief sich durchschnittlich auf 7,1 Prozent. Der Bundesagentur zufolge erreichten Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im Jahr 2011 den jeweils niedrigsten Stand seit 1991 und die Erwerbstätigkeit den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung.

„Der deutsche Arbeitsmarkt hat sich auch zum Jahresende 2011 positiv entwickelt. Damit können wir auf ein gutes Jahr zurückblicken“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise. Die Arbeitslosigkeit sei deutlich gesunken, Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung seien hingegen kräftig gewachsen, und die Nachfrage nach Arbeitskräften sei das ganze Jahr über sehr hoch gewesen.

Die Konjunkturentwicklung macht sich auf dem Arbeitsmarkt in der Regel erst mit Verzögerung bemerkbar. Spannend wird deshalb aus Sicht von Volkswirten vor allem die weitere Entwicklung im Frühjahr.

„Die erfreuliche Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich fort. Ab dem Frühjahr müssen wir uns allerdings auf eine Verschlechterung am Arbeitsmarkt einstellen. Die Chancen stehen jedoch gut, dass es dort keine heftige Reaktionen geben wird, “ sagte Eckhart Tuchtfeld von der Commerzbank. „Die Reformen haben den Arbeitsmarkt widerstandfähiger gemacht. Er ist bereits recht glimpflich durch die letzte Rezession durchgekommen.“

Ähnlich optimistisch äußerte sich sein Kollege Andreas Rees von der Unicredit. „Die Erfolgsgeschichte am Arbeitsmarkt geht weiter - trotz der Schuldenkrise. Das sind gute Nachrichten für den privaten Konsum. Beim Jobaufbau erwarten wir keine dramatischen Einbrüche,“ sagte Rees.

Kommentare (23)

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Account gelöscht!

03.01.2012, 10:23 Uhr

Tolle Zahlen! Kommt halt immer auf die Zählweise der Behördeninsassen an. Alte, Kranke, Umschulungsopfer und Hartzis werden nicht mehr mitgezählt obwohl sie freilich ebenso arbeitslos sind. Wenn man dann noch die sog. prekär Beschäftigten dazu zählt, offenbart sich einem erst das Drama auf dem Arbeits"markt".

Der nutzlose und peinliche Strunk im Bellevue müßte eigentlich auch hinzugezählt werden....

Treffer11

03.01.2012, 10:28 Uhr

Dem Kommentar kan man nur zustimmen.

Fakt ist, dass die Einkommen aus Kapitalerträgen, die Summe der insgesamt ausbezahlten Renten und Pensionen sowie die Transfers in das Ausland ( =“ Export-Nation“) in den letzten Jahren deutlich stärker und schneller in Deutschland gestiegen sind als die Löhne.

Nur zur Klarstellung: Nicht die einzelne Rente pro Kopf ist gestiegen.

Die Leute sind heute qualifiziert! Im Schnitt sehr gut qualifiziert! Diese – oftmals langjährigen - Ausbildungen haben die Beschäftigten in der Regel selbst bezahlt, zumindest durch Lohnverzicht während der Ausbildungszeit einen gehörigen Beitrag geleistet. Vor 30 Jahren war die Quote der Beschäftigten mit Studium viel geringer.

Nach dem zweiten Weltkrieg war jede Hand zum Aufbau willkommen, heute ist man ohne Abitur oft schon ein „schwieriger Fall“ für den Arbeitsmarkt mit zu geringen Kenntnissen in Deutsch und Mathe.

Belastungen, die vor 40 Jahren in diesem Ausmaß unbekannt waren, sind zu heute schultern: Die „Langlebigkeit“ gibt es abzusichern, Beiträge zur Pflegeversicherung, „private“ Altersvorsorge und im Extremfall langjährige Zahlungen für kranke Familienmitglieder.

Heute geht „Arbeit über Alles“: Zeitarbeit boomt trotz vermeidlicher „Übernahmequoten“ oder „Klebeeffekte“. Praktika und Befristungen sind üblich. Solo-Selbständigkeit ist der sichere Weg in die Altersarmut.

Wichtig ist Transparenz: Die Löhne in der Zeitarbeit liegen deutlich unter denen der Industrie. Aufstiegsmöglichkeiten sind in der Zeitarbeit quasi nicht gegeben. Arbeitgeberfinanzierte Betriebsrenten und besondere Sozialleistungen: Fehlanzeige. Zeitkonten führen dazu, dass trotz Arbeit in einem Monat die Lohnauszahlung in bestimmten Monaten gegen Null gehen kann…..







ifo-Weltwirtschaftsklima-Index

03.01.2012, 10:45 Uhr

In Deutschland gibt es 5,5 Mio 13 % tatsächliche Arbeitslose.
Zzgl. eine gigantische Anzahl prekär Beschäftigter.

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