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03.11.2012

16:04 Uhr

ZDF-Affäre

Söder intervenierte offenbar öfters beim ZDF

Mit dem Rücktritt von Parteisprecher Strepp ist die ZDF-Affäre für die CSU wohl noch nicht vorbei. Laut einem Medienbericht soll Markus Söder, damals CSU-Generalsekretär, wiederholt beim ZDF interveniert haben.

Der bayerische Finanzminister Markus Söder soll sich öfters beim ZDF beschwert haben. dpa

Der bayerische Finanzminister Markus Söder soll sich öfters beim ZDF beschwert haben.

BerlinBayerns Finanzminister Markus Söder hat einem Medienbericht zufolge in seiner Zeit als CSU-Generalsekretär wiederholt beim ZDF zugunsten seiner Partei interveniert. Söder habe sich zwischen 2003 und 2007 wiederholt schriftlich an den damaligen ZDF-Intendanten Markus Schächter gewandt, berichtete "Spiegel Online" am Samstag. In mindestens einem Fall habe er Schächter ermahnt, die CSU stärker in der Berichterstattung zu berücksichtigen. Söder habe zu der Zeit auch im Fernsehrat des ZDF gesessen. Wegen als Einflussnahme auf das Programm gewerteten Anrufen beim ZDF war am 25. Oktober CSU-Sprecher Hans Michael Strepp von seinem Amt zurückgetreten.

"Spiegel Online" zufolge beschwerte sich Söder am 11. April 2006 schriftlich bei Schächter, dass in der Berichterstattung über den Rücktritt des damaligen SPD-Vorsitzenden Matthias Platzeck die CSU nicht berücksichtigt worden sei. Schächter habe ihm geantwortet, dass Zitate von Bundeskanzlerin Angela Merkel berücksichtigt worden seien und diese nach seiner Meinung die gesamte Union repräsentierten. Darauf habe Söder geantwortet, die CDU-Vorsitzende Merkel spreche nicht für die CSU.

Söders Sprecher bestätigte nach Angaben von "Spiegel Online", dass es "unterschiedliche Briefe" an das ZDF gegeben habe. Die Korrespondenz mit Schächter halte Söder "für einen normalen Vorgang". Zu den Aufgaben des Fernsehrats gehöre auch die Beratung in Programmfragen: "Er hat diese Kontroll- und Aufsichtspflichten sehr ernst genommen." Mit den Briefen habe er nicht in die redaktionelle Arbeit des Senders eingegriffen: "Das ist gedeckt von den Richtlinien", wurde der Sprecher zitiert.

Vor anderthalb Wochen war nach den Berichten über den angeblichen Versuch einer Einflussnahme auf das ZDF Hans Michael Strepp von seinem Posten als CSU-Parteisprecher zurückgetreten. Ihm war vorgeworfen worden, mit einem Telefonanruf beim ZDF eine Berichterstattung über die Nominierung des bayerischen SPD-Spitzenkandidaten Christian Ude verhindert haben zu wollen. Der Fall hatte massive Kritik auch aus der Bundespolitik am Verständnis der CSU von Pressefreiheit ausgelöst.

Kommentare (58)

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fsa

03.11.2012, 15:39 Uhr

das wäre der allererste dem ich von allen deutschen Politikern in Deutschland sowas zutrauen würde.seine Wähler sind ihm sch....egal,es geht nur um SEINEN eigenen Nutzen

Monika

03.11.2012, 15:50 Uhr

Im Keller der CSU liegt sicherlich noch so manche Leiche versteckt.

Es ist schon beinahe ekelhaft, wie sich Seehofers Truppe mit Dobrindt und Söder öffentlich darstellen und scheinbar unbeobachtet das allgemein übliche Demokratieverständnis mit beiden Füßen treten.

Langsam wird es Zeit für Rücktritte in Bayern. Seehofer hat jahrelang ein System etabliert, dass ihn nun einholt. Darauf berufen, er hätte davon nichts gewusst, glaubt ihm langsam niemand mehr.

Die CSU in Bayern hat den Bezug zur Realität verloren. Im Freistaat Bayern ist man wohl der Meinung, man könnte die Medien weiterhin ungeniert manipulieren. Dieses Schmierentheater ist seit Wulff passé.

Die CSU verstößt gegen ihre eigenen "christlich-sozialen" Grundsätze. Sie ist auch für eingefleischte CSU-Wähler langsam nicht mehr wählbar, weil niemand weiß, ob die Wahrheit gesprochen wird oder ein Lügenmärchen aufgetischt wird.

Im September 2013 wird HORST SEEHOFER und seine Mannschaft zweimal die gerechte Quittung erhalten. Die CSU befindet sich im Sinkflug. Köpfe werden rollen!

Account gelöscht!

03.11.2012, 15:55 Uhr

und wer "intervenierte öfter" beim Handelsblatt?

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