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13.01.2010

07:01 Uhr

Zeitarbeit

Schlecker gibt Gewerkschaften Rückenwind

VonChristoph Schlautmann, Dietrich Creutzburg

ExklusivNach den am Wochenende bekannt gewordenen Tricksereien der Drogeriekette Schlecker bemühen sich die Tarifparteien um Schadensbegrenzung in Sachen Zeitarbeit. Doch der strittige Umgang der Drogeriekette mit der Zeitarbeit befeuert alte Konflikte neu. Der DGB wittert die Chance, dass die Politik strenger reguliert.

Schlecker-Mitarbeiterin an der Kasse. Die umstrittenen Praktiken des Konzern geben die Gewerkschaften Rückenwind bei ihrer Forderung nach strengeren Zeitarbeits-Regeln. dpa

Schlecker-Mitarbeiterin an der Kasse. Die umstrittenen Praktiken des Konzern geben die Gewerkschaften Rückenwind bei ihrer Forderung nach strengeren Zeitarbeits-Regeln.

DÜSSELDORF/BERLIN. Schon in nächster Zeit soll es nach Handelsblatt-Informationen ein Treffen von Verdi-Chef Frank Bsirske und Josef Sanktjohanser, Chef des Handelsbverbands HDE, geben, um den Missbrauch dieses Arbeitsmarktinstruments künftig auszuschließen. Parallel will die Regierung eine schärfere Regulierung prüfen.

Der Drogeriemarktführer aus dem Schwäbischen hatte im vergangenen Jahr rund 1 000 kleinere Filialen dichtgemacht. Den gekündigten Mitarbeitern bot Firmengründer Anton Schlecker aber eine Weiterbeschäftigung in seinen neuen "XL"-Läden an - freilich über eine Zeitarbeitsfirma und zu fast der Hälfte des Gehalts. Der Personaldienstleister, eine Firma Meniar im sächsischen Zwickau, steht zudem unter der Leitung eines ehemaligen Schlecker-Personalmanagers.

4 300 der 30 000 deutschen type="person" value="Schlecker, Anton">Schlecker-Arbeitnehmer sollen laut Verdi betroffen sein. Erst nachdem sich Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) eingeschaltet hatte, versicherte die Drogeriemarktkette am Montagabend, keine weiteren Mitarbeiter mehr über Meniar beschäftigen zu wollen.

Bereits auf dem Konjunkturgipfel bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Dezember hatte HDE-Präsident Sanktjohanser, im Hauptberuf Vorstand des Kölner Rewe-Konzerns, die Personalpolitik des schwäbischen Konkurrenten als "Unding" bezeichnet. Der HDE, aber auch andere Arbeitgeberverbände sind alles andere als erfreut, dass eine Praxis wie bei Schlecker nun ganze Instrumente der Zeitarbeit zu diskreditieren droht.

Tatsächlich nährt die Debatte bei den Gewerkschaften Hoffnungen, dass nun ausgerechnet die schwarz-gelbe Regierung Zeitarbeit zurückdrängt und ihnen damit an unerwarteter Stelle entgegenkommt. Schon zur Zeit der Großen Koalition trommelten Verdi, IG Metall und Co. dafür, die gesetzlichen Vorgaben für Zeitarbeiterlöhne rigoros zu verschärfen. "Der Grundsatz ,gleicher Lohn für gleiche Arbeit' muss endlich Realität werden", mahnte am Dienstag Claus Matecki, Vorstandsmitglied des DGB.

Kommentare (1)

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burner45

13.01.2010, 09:35 Uhr

Diese Machenschaften bei bei solchen Konzernen sind doch schon seit langem bekannt.Komischerweise wird immer erst reagiert wenn das Kind in den brunnen gefallen ist.Meiner Meinung nach hat das Methode"den kleinen Mann"immer weiter auszubeuten.Macht endlich Schluss damit und wehrt euch!!!!

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