Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.06.2014

10:51 Uhr

Zeitungsbericht

220.000 Deutsche beziehen ihre Rente im Ausland

Sie haben in Deutschland gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt – verbringen ihren Lebensabend aber in fernen Landen. Seit 1993 hat sich die Zahl derer verdoppelt, die ihre Rente ins Ausland überwiesen bekommen.

Besonders beliebt bei den deutschen Rentnern seien die Schweiz und die USA. Auf Platz drei lag Österreich – noch vor Spanien. dpa

Besonders beliebt bei den deutschen Rentnern seien die Schweiz und die USA. Auf Platz drei lag Österreich – noch vor Spanien.

MünchenDie Zahl der Deutschen, die ihre Rente fern der Heimat beziehen, hat sich einem Pressebericht zufolge seit 1993 fast verdoppelt. 2013 wurden 220.000 Renten an Deutsche überwiesen, die ihren Ruhestand außerhalb der Bundesrepublik verleben, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ am Samstag unter Berufung auf Statistiken der Deutschen Rentenversicherung (DRV). 1993 waren es demnach erst 120.000 Renten.

Besonders beliebt bei den deutschen Rentnern seien die Schweiz und die USA. In diese Länder wurden laut DRV monatlich jeweils etwa 25.000 Renten an Bundesbürger überwiesen. Auf Platz drei lag Österreich mit fast 22.000 Rentenzahlungen.

Spanien – mit der Urlaubsinsel Mallorca – lag im vergangenen Jahr dem Bericht zufolge auf Platz vier der Auslands-Altersdomizile der gesetzlich Versicherten. Die Zahl der an Bundesbürger ausgezahlten Renten wuchs dort in den vergangenen zehn Jahren um etwa 65 Prozent auf mehr als 19.000. Danach folgten in der Rangliste Frankreich, Kanada, Australien und die Niederlande.

Das Rentenpaket der Großen Koalition

Mütterrente

Etwa 9,5 Millionen Frauen, deren Kinder vor 1992 zur Welt kamen, bekommen Kindererziehungszeiten in der Rente künftig besser honoriert. Pro Kind sind das ab 1. Juli brutto knapp 28 Euro monatlich mehr im Westen und gut 26 Euro mehr im Osten. Dies ist eine Verdoppelung des bisher bezahlten Zuschlags. Frauen mit jüngeren Kindern sind bei der Mütterrente aber immer noch bessergestellt.

Abschlagsfreie Rente ab 63

Wer mindestens 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hat, soll schon ab 63 Jahren ohne Abschlag in Rente gehen können. Begünstigt sind die Geburtsjahrgänge zwischen 1952 und 1963. Phasen kurzer Arbeitslosigkeit sollen mit angerechnet werden, aber nicht in den letzten zwei Jahre vor Beginn der Frührente. Das soll eine Welle von Frühverrentungen verhindern. Selbständige, die in ihrem Berufsleben mindestens 18 Jahre lang Pflichtbeiträge in die Rentenkasse entrichtet haben und danach freiwillig weiterversichert blieben, sollen ebenfalls ab 63 eine abschlagfreie Frührente beziehen können. Das kommt vor allem Handwerkern zugute.

Erwerbsminderungsrente

Wer aus gesundheitlichen Gründen vermindert oder gar nicht mehr arbeiten kann, soll brutto bis zu 40 Euro mehr Rente bekommen. Die Betroffenen werden so gestellt, als ob sie mit ihrem früheren durchschnittlichen Einkommen bis 62 – und damit zwei Jahre länger als bisher – in die Rentenkasse eingezahlt hätten.

Reha-Leistungen

Um Frühverrentungen aus gesundheitlichen Gründen zu verhindern, sollen die bislang gedeckelten Mittel für Rehabilitationsleistungen dynamisiert – also schrittweise erhöht – werden.

Auch viele Ausländer, die in Deutschland gearbeitet haben, kehren dem Bericht zufolge nach ihrem Berufsleben der Bundesrepublik den Rücken. Mittlerweile werde – ob an deutsche oder ausländische Staatsbürger – etwa jede 15. Rente aus der Rentenversicherung im Ausland ausbezahlt.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×