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25.04.2012

20:58 Uhr

Zeitungsbericht

Gauck streicht Besuch in der Ukraine

Laut eines Medienberichts hat Bundespräsident Joachim Gauck eine Reise in die Ukraine abgesagt. Grund ist die Sorge um die in Hungerstreik getretene Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko.

Bundespräsident Joachim Gauck. dpa

Bundespräsident Joachim Gauck.

BerlinAngesichts der rechtsstaatlichen Situation in der Ukraine hat Bundespräsident Joachim Gauck nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ die Teilnahme an einem Präsidententreffen Mitte Mai in Jalta abgesagt. Dies sei in Absprache mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geschehen, schreibt das Blatt (Donnerstag). Hintergrund sei die tiefe Besorgnis der Bundesregierung über das Schicksal der früheren Ministerpräsidentin Julia Timoschenko, die in der Haft schwer erkrankt und in einen Hungerstreik getreten ist.

Ex-Regierungschefin: Julia Timoschenko im Hungerstreik

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Die ukrainische Ex-Ministerpräsidentin Timoschenko ist in einen Hungerstreik getreten.

Die ukrainische Botschaft in Berlin sei darüber informiert worden, dass Gauck einer Einladung zum Treffen zentraleuropäischer Präsidenten Mitte Mai in Jalta auf der Krim in der Ukraine nicht folgen werde, bestätigte das Bundespräsidialamt der Zeitung. Dabei habe ein Sprecher Gaucks Wert auf die Feststellung gelegt, dass „Auslandsreisen des Bundespräsidenten stets im engen Benehmen mit der Bundesregierung erfolgen“. Timoschenko gilt als Opfer politischer Rachejustiz im Auftrag des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch. Timoschenko hatte 2004 die gegen Janukowitsch gerichtete orangene Revolution angeführt.

Gauck lehnt Einladung in die Ukraine ab

Video: Gauck lehnt Einladung in die Ukraine ab

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Deutsche Politiker stehen auch vor der Frage, ob sie angesichts des Falls Timoschenko zur Fußball-Europameisterschaft im Juni in die Ukraine reisen können, wo die ersten drei Spiele der deutschen Mannschaft ausgetragen werden. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ wird überlegt, bei möglichen Reisen von Bundespräsident, Bundeskanzlerin oder Ministern zur EM den Kontakt zur ukrainischen Führung auf ein Minimum zu reduzieren.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

25.04.2012, 21:48 Uhr

Auch wenn es mit Siherheit gut gemeint ist - ob das Janukowitsch interessiert würde ich jetzt bezweifeln.
Und inwieweit es Frau Timoschenko hilft?

Holzauge

25.04.2012, 22:06 Uhr

"Laut eines Medienberichts hat Bundespräsident Joachim Gauck eine Reise in die Ukraine abgesagt. Grund ist die Sorge um die in Hungerstreik getretene Ex-Ministerpräsidentin Julia T."

Daraus leite ich einmal ab das die Bundesregierung die Beziehung zu der privat Person Julia T. mehr Gewicht zuweist als die Beziehung zu der gewählten Regierung des Landes.

Im Prinzip ist das ein Schlag ins Gesicht für die Justiz und Regierung des Landes und das wegen einer einzelnen Person die rechtskräftig verurteilt im Gefängnis sitzt ???

Wie dient das den Interessen Deutschlands, der EU und der Ukraine ?

Wie sehen das wohl die Bürgerinnen und Bürger der Ukraine ?

bjarki

26.04.2012, 04:06 Uhr

@Holzauge: die Bürger der Ukraine würden sich mit Abscheu von Ihrem Kommentar distanzieren, da sie wüssten, dass nur ein bezahlter Schreiberling so eine Unverschämtheit zu Papier bringen kann.

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