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17.10.2011

09:34 Uhr

Zeitungsbericht

Immer mehr Frührentner wegen Seelenleiden

Psychische Erkrankungen lassen immer mehr Arbeitnehmer früher in Rente gehen. Depressionen oder Angststörungen sind mittlerweile sogar Grund Nummer eins für das vorzeitige Aus. Und die Betroffenen werden immer jünger.

Wegen psychischer Leiden wie Depressionen gehen immer mehr Arbeitnehmer in Frührente. dpa

Wegen psychischer Leiden wie Depressionen gehen immer mehr Arbeitnehmer in Frührente.

BerlinImmer mehr Arbeitnehmer gehen nach einem Zeitungsbericht wegen einer psychischen Erkrankung vorzeitig in Rente. Im Vorjahr mussten sich bundesweit fast 71.000 Männer und Frauen wegen seelischer Störungen vor Erreichen der Altersgrenze von 65 Jahren in den Ruhestand verabschieden. 2009 waren es noch knapp 64.500 gewesen, die deshalb erstmals eine Erwerbsminderungsrente bekamen. Dies geht aus neuen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) hervor, die der „Süddeutschen Zeitung“ vorlagen.

Psychische Krankheiten wie Depressionen oder Angststörungen haben sich nach Angaben der DRV in den vergangenen zehn Jahren zum Hauptgrund für das unfreiwillige vorzeitige Ausscheiden aus dem Berufsleben entwickelt. Sie hätten 2010 bereits 39,3 Prozent der etwa 181.000 Fälle von verminderter Erwerbsfähigkeit verursacht. An zweiter Stelle stehen demnach Schwierigkeiten mit Skelett und Muskeln, gefolgt von Herz- und Kreislauferkrankungen.

Der Ernstfall tritt dabei dem Bericht zufolge immer früher ein: 1980 waren alle erwerbs- und berufsunfähigen Neurentner im Durchschnitt 56 Jahre alt. Heute sind sie etwas über 50, diejenigen mit psychischen Störungen sogar noch jünger, nämlich im Schnitt 48,3 Jahre. Gut 43 Prozent aller Anträge auf eine Erwerbsminderungsrente lehnte die Rentenversicherung jedoch ab, weil die Voraussetzungen dafür fehlten, schreibt die Zeitung.

Von

dpa

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

17.10.2011, 10:31 Uhr

Dabei viele Lehrer und Beamte die frühzeitig in den Ruhestand gehen. Ansonsten sind Angst und Depressionen
nicht prüfbar und daher bei vielen beliebtes Mittel
zum aussteigen. Trotzdem bin ich auch der Meinung das die
Face-Book,Krawall-Computer.Spiele Generation eine hohe Anzahl von Gestörten produziert, die Angst bekommen wenn
nicht jeder ihr Freund sein will,oder Mobbing in Firmen
passiert ohne das der Ausknopf gedrückt werden kann.

GenesisPorridge

17.10.2011, 10:44 Uhr

Vor einem knappen jahr noch besuchte ich einen holzverarbeitenden Betrieb im XXL-Aufschwung, um mit Arbeitnehmern ueber deren Situation zu reden.Vor Weihnachten.
Die Leute wurden massiv dazu gezwungen an Heiligabend Familien und Kinder sitzen zu lassen, um zu arbeiten. Extraschicht wegen "Aufschwung". Die Leute malochten mit der Faust in der Tasche, waehrend der Arbeitgeber gleichzeitig mit seiner Lebensabschnittspartnerin (Kinder sind verpoent in solchen Kreisen, besonders die der Arbeitnehmer) ein luxorioeses Fest ausrichtete, fast in Reichweite seiner Firma. Er schockte dann den Stellvertreter des Stellvertreters hin, der pausenlos damit beschaeftigt war, auf die AN einzureden, auch den ersten und zweiten Weihnachtstag ( SA und Sonntag) zu erscheinen, schliesslich gehe es um Ihre Arbeitsplaetze, die wollen Sie doch auch noch 2011...)

Das Erlebnis, gottseidank nicht am eigenen Leib erlebt, sondern als wuetender Beobachter sowie die veraengstigte Belegschaft, haben meine ehrliche Wut auf die BRD-Arbeitgeber, die eh schon vorhanden war, noch verschaerft.

Welch Wunder also, wenn psychische Erkrankungen schon normal sind on BRD-Betrieben!!!

Account gelöscht!

17.10.2011, 11:02 Uhr

BRD-Arbeitgeber sind mehrheitlich Psychopathen. Das ist selbst im Ausland bekannt.

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