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07.04.2012

15:23 Uhr

Zeitungsinterview

Rösler rechnet mit Westerwelle ab

FDP-Chef Philipp Rösler distanziert sich vom Steuersenkungs-Mantra seines Ziehvaters und Vorgängers Guido Westerwelle. Ein neues Thema soll die liberale Krisenpartei wieder auf Kurs bringen.

FDP-Chef Rösler (li.) mit seinem Vorgänger Westerwelle. dapd

FDP-Chef Rösler (li.) mit seinem Vorgänger Westerwelle.

BerlinEin Jahr nach der Übernahme des FDP-Vorsitzes hat Philipp Rösler die Politik seines Vorgängers Guido Westerwelle als zu einseitig kritisiert. „Die FDP hat sich zu lange auf das Thema Steuersenkung reduziert“, sagte Rösler, der wegen anhaltend schwacher Umfragewerte unter starkem Druck steht, der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

„Den Liberalismus auf die Formel mehr netto vom brutto zu verkürzen, das ist zu wenig.“ Die Mehrzahl der FDP-Mitglieder sei erst nach dem Jahr 2000 in die Partei eingetreten. „Sie sind in einer Partei groß geworden, die in der Außendarstellung auf ein Thema gesetzt hat.“ Das werde der Grundidee der Freiheit nicht gerecht.

„Jetzt kommt es darauf an, den Liberalismus in seiner ganzen Breite zu entfalten. Dazu dient das Thema Wachstum“, sagte der Wirtschaftsminister und Vizekanzler. Es umfasse Wirtschaftsthemen wie Schuldenabbau und Finanzmarktregulierung, aber auch Bildung, Kultur und familienpolitische Fragen.

„Ich habe an Dreikönig neue Themen vorgegeben, und die Themen werden von der Partei transportiert“, betonte Rösler. Dieser Linie folgten auch die Wahlkämpfer in Düsseldorf und Kiel, Christian Lindner und Wolfgang Kubicki.

Rösler hatte nach Westerwelles Rücktritt vom Parteivorsitz im Frühjahr 2011 dessen Nachfolge angetreten und zudem das Wirtschaftsministerium übernommen. Bei den beiden kommenden Landtagswahlen könnte sich entscheiden, ob er den Vorsitz behalten kann. Im Land Berlin und im Saarland waren die Freidemokraten zuletzt mit 1,8 beziehungsweise 1,2 Prozent aus dem Parlament geflogen.

Von

dpa

Kommentare (14)

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Account gelöscht!

07.04.2012, 16:07 Uhr

der (wahl-)erfolg gibt guido recht...die fdp sollte rösler absetzen und auf den bewährten wahlkämpfer guido setzen, sonst sind sie 2013 aus dem bundestag. rösler ist schon seit einigen monaten im amt und er hat keine eigenen akzente gesetzt.
Vg

CHR

07.04.2012, 16:28 Uhr

Die Wahlversprechen wurden nicht eingehalten - insbesondere die Steuersenkung (versprochen waren 30 Mrd. EUR). Oder hat die FDP wirklich gedacht, dass sie 14.6% Wählerstimmen bekommen hat, weil sie eine sooo liberalte Partei ist? Sie haben sich einfach dumm verhalten und die Steuersenkung auf die lange Bank geschoben und jetzt geht es nicht mehr wegen zu wenig Gewicht im Bundesrat. Die Hotelliers haben sie sofort beglückt, das Wahlvolk sollte aber immer hingehalten werden. Die Quituung ist der jetzige Zustand und das endgültige Aus bei der BTW 2013.

MikeM

07.04.2012, 16:32 Uhr

Die FDP hat nicht so dramatisch verloren, weil sie Steuersenkungen versprochen hat, sondern weil sie ihre Versprechen überhaupt nicht eingehalten hat. Wenn Rösi glaubt, er könne auf den linken Steuererhöhungs-Wahn aufspringen, und damit der FDP zu neuer Stärke verhelfen, so täuscht er sich gewaltig!

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